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Gewitter mit Blitz über blühenden Frühlingsbäumen – Symbolbild für Unwetter laut hundertjährigem Kalender Ende April
Der hundertjährige Kalender prophezeit für den 27. April das erste schwere Gewitter im Frühling.
Der hundertjährige Kalender prophezeit für den 27. April das erste schwere Gewitter im Frühling.
dall.e / weekend

Hundertjähriger Kalender: Dieser Apriltag bringt schwere Unwetter

10.04.2026 um 07:19, Stefanie Hermann
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Der hundertjährige Kalender nennt den 27. April als ersten Gewittertag. Was dahinter steckt und warum Meteorologen vor der Prognose warnen.

Der hundertjährige Kalender nennt ein ungewöhnlich konkretes Datum für ein spezielles Wetterphänomen: Bereits am 27. April könnte das erste schwere Unwetter in Österreich ziehen. Doch wie verlässlich ist diese Prognose wirklich?

Hundertjähriger Kalender nennt konkretes Datum für erstes Frühlings-Unwetter

Der hundertjährige Kalender geht auf den Abt Mauritius Knauer zurück. Er hat im 17. Jahrhundert über mehrere Jahre hinweg das Wetter beobachtet und daraus ein System entwickelt. Seine Annahme: Wetterverläufe wiederholen sich in bestimmten Zyklen. Besonders auffällig ist eine konkrete Vorhersage für den April: Der 27. April gilt laut Überlieferung als Tag des „ersten Donners“. Damit soll das erste größere Gewitter des Jahres einsetzen.

Der Kalender beschreibt davor einen typischen Verlauf: Der April beginnt meist kühl und trocken, zur Monatsmitte kommt es zu kurzen Kälteeinbrüchen, bevor gegen Ende eine deutlich wärmere Phase einsetzt. Dieses Muster passt durchaus zum bekannten, wechselhaften Aprilwetter. Für viele bedeutet das: Die Gewittersaison startet, mit steigender Wahrscheinlichkeit für Starkregen und lokale Unwetter

Bis heute hat der Bauernkalender eine treue Anhängerschaft. Wissenschaftlich belegt ist das Modell allerdings nicht.

Kommt das erste Unwetter genau am 27. April?

Tatsächlich zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre: Ende April kommt es immer wieder zu Gewittern in Österreich. Der Grund: Gegen Ende April treffen oft bereits warme Luftmassen auf noch kühle Höhenluft. Diese Konstellation begünstigt die Bildung von Gewittern mit Starkregen und Hagel.

Heuer hat es bereits erste Gewitter gegeben. Schon Ende März und Anfang April sind in Teilen Österreichs sowie im benachbarten Ausland erste Blitz- und Donnerzellen aufgetreten. Die Gewitter waren kurz und lokal begrenzt. Von einer flächendeckenden Unwetterlage kann bislang jedoch noch keine Rede sein.

Hundertjähriger Kalender: Meteorologen warnen zur Vorsicht

Der hundertjährige Kalender basiert auf historischen Beobachtungen einzelner Jahre. Moderne Meteorologie hingegen analysiert globale Wetterdaten und aktuelle Luftströmungen in Echtzeit. Während der hundertjährige Kalender konkrete Tage nennt, bleiben Experten vorsichtig. Sie arbeiten mit komplexen Modellen und Wahrscheinlichkeiten.

Langfristige Prognosen über mehrere Wochen gelten als unsicher, da sie von zahlreichen Faktoren abhängen. Eine exakte Vorhersage für ein Gewitter an einem bestimmten Tag ist daher nicht möglich.

Was wirklich gilt: Typisches Aprilwetter bleibt unberechenbar

Auch ohne Bauernregel ist klar: Der April bringt traditionell stark wechselhaftes Wetter. Sonnige Frühlingstage können rasch von Schauern oder Gewittern abgelöst werden.

Ob es tatsächlich am 27. April kracht, lässt sich aktuell nicht seriös vorhersagen – solche punktgenauen Prognosen gelten selbst wenige Tage im Voraus als schwierig. Der hundertjährige Kalender liefert spannende Vorhersagen, ersetzt aber keine moderne Wetterprognose.

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