Kahlschlag: Hervis schließt weitere Filialen
- Radikaler Sparkurs: Hervis plant 20 weitere Schließungen
- Welche konkreten Standorte bisher betroffen sind
- Schwerwiegende Verluste führten Spar zum Verkauf
- Neues Markenkonzept und Flagship-Store im Europark
- Neue Eigentümer setzen auf Fokus und junge Zielgruppen
Große Umstrukturierung im österreichischen Sporthandel: Die Sportkette Hervis setzt ihren Sparkurs fort und kündigt weitere Schließungen an. Die Gesamtzahl der Filialen soll sich in den kommenden Jahren drastisch verringern, um das defizitäre Unternehmen zurück in die Gewinnzone zu führen.
Radikaler Sparkurs: Hervis plant 20 weitere Schließungen
Nachdem bereits im Sommer der Rückzug aus dem Auslandsgeschäft sowie die Schließung von 17 Standorten in Österreich eingeleitet wurden, planen die neuen Eigentümer nun das Aus für weitere 20 Filialen. Von den ursprünglich mehr als 90 Standorten in Österreich wird die Zahl bis Ende 2027 auf nur noch 50 bis 55 Filialen schrumpfen. Firmenchef Markus Hupach betonte im Zuge der Präsentation der neuen Geschäftsstrategie, dass das bisherige Modell nicht nachhaltig gewesen sei.
Welche konkreten Standorte bisher betroffen sind
Konkrete Angaben zu allen künftig betroffenen Märkten hängen derzeit noch von den laufenden Verhandlungen mit den jeweiligen Vermietern ab. Zu den bereits geschlossenen oder zur Schließung angemeldeten Filialen zählen jedoch unter anderem Standorte in Salzburg: Dort sind die Filiale beim Forum am Salzburger Hauptbahnhof sowie die Geschäfte in Hallein und Bischofshofen (Pongau) betroffen, was allein in Salzburg zur Anmeldung von 45 Beschäftigten zur Kündigung führte.
Schwerwiegende Verluste führten Spar zum Verkauf
Auslöser für die radikale Schrumpfkur sind massive wirtschaftliche Probleme. Der Handelskonzern Spar trennte sich Anfang 2026 nach über 50 Jahren von der verlustbringenden Sporthandelstochter. Allein zwischen 2020 und 2024 summierten sich die Verluste bei Hervis auf knapp 160 Millionen Euro. Die neuen Eigentümer, Sven Voth (Gründer von Snipes) und Immobilieninvestor Udo Schloemer (über die Quantum Investment Holding GmbH), übernahmen die Kette, um eine umfassende Sanierung durchzuführen.
Neues Markenkonzept und Flagship-Store im Europark
Trotz der Standortschließungen wird auch in die Zukunft investiert: Für das Jahr 2027 ist die Eröffnung eines großen Flagship-Stores im Salzburger Europark geplant, um das neu gestaltete Markenkonzept zu präsentieren. Für die übrigen verbleibenden Geschäfte ist ein sogenannter „Soft-Relaunch“ vorgesehen, um den Auftritt in den verbleibenden Filialen schrittweise zu modernisieren.
Neue Eigentümer setzen auf Fokus und junge Zielgruppen
Die künftige Ausrichtung sieht vor, verstärkt jüngere Kundengruppen, Familien, Touristen und performanceorientierte Sportler anzusprechen. Eine neue Smartphone-App sowie ein moderner Webshop sollen den digitalen Vertrieb stärken. Zudem setzt das Unternehmen weiterhin auf das eigene Marken-Portfolio sowie den Aufbau einer stärkeren Kunden-Community.