Prognose: 400 Rodelunfälle allein in Salzburg

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rechnet heuer mit vielen Spitalsaufenthalten nach Rodelunfällen. Weniger als 40 Prozent der Österreicher tragen beim Schlittenfahren einen Helm.
Autor: Simone Reitmeier, 20.01.2023 um 13:48 Uhr

Der Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV erwartet für die Wintersaison 2022/23 in Salzburg rund 400 Spitalsaufenthalten nach Rodelunfällen. Obwohl der Kopf das empfindlichste Körperteil für tödliche Verletzungen ist, tragen viele Österreicher keinen Helm. Rund jeder fünfte Rodelunfall basiert auf einem Zusammenprall mit Personen, Bäumen, Schneewänden oder anderen Hindernissen. Kollisionen sind sogar der Hauptgrund für besonders schwere Verletzungen.

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Keine Helmdisziplin in Österreich

KFV-Tests haben ergeben, dass ein Helm das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall mit dem Kopf deutlich reduziert. Allerdings ist die Helm-Disziplin in Österreich noch äußerst gering, wie Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin der Abteilung Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, weiß: „Auf den Rodelpisten stagniert der Anteil seit Jahren auf niedrigem Niveau“, warnt die Expertin. Demnach haben in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich mehr als 93 Prozent auf den Skipisten in Österreich einen Helm getragen, auf den Rodelpisten waren es nur 37 Prozent.

Drei Personen fahren mit einem Schlitten. Zwei davon Kinder, die vorne sitzen. | Credit: Erlebnisregion Oststeiermark / OTS

Kinder sollten hinten sitzen

Im Winter 2021 ereignet sich ein schwerer Rodelunfall: Ein Elternteil saß hinter einem Kleinkind auf der Rodel, verlor beim Fahren die Kontrolle und prallte gegen ein Hindernis. Lebensgefährliche Verletzungen beim Kind waren die Folge. Auch zahlreiche andere Eltern gehorchen intuitiv ihrem Beschützerinstinkt und platzieren ihr Kleinkind vor sich sitzend auf der Rodel, damit sie es besser im Blick behalten. Im Fall eines Aufpralls auf ein Hindernis ist das Verletzungsrisiko für die Kinder allerdings deutlich geringer, wenn diese hinten sitzen. Das haben computersimulierte Crashtests von KFV und TU Graz ergeben. Hinten sitzende Kinder prallen nämlich nicht direkt auf die oft sehr harten Hindernisse, sondern auf den Rücken des Erwachsenen. Vorne sitzende Kinder würden hingegen durch die Wucht des Aufpralls vom Elternteil noch zusätzlich gegen das Hindernis gedrückt.