Haie erhalten mehr Schutz

Bei der Weltartenschutzkonferenz wurde vor allem Meerestieren ein besserer Schutz zugesprochen. Der WWF spricht von einem Meilenstein im Kampf gegen den Hai-Handel.
Autor: Conny Engl, 28.11.2022 um 16:23 Uhr

Am 25. November ging in Panama die internationale Artenschutzkonferenz CITES zu Ende – mit einem erfreulichen Ergebnis, vor allem für Tiere: Insgesamt 100 Hai- und Rochenarten, mehr als 200 Reptilien- und Amphibienarten und 150 tropische Baumarten wurden unter internationalen Schutz gestellt. Auch das hohe Schutzniveau für Nashörner und Elefanten bleibt erhalten.

Kampf dem illegalen Haihandel

Über den Schutz von Haien wurde besonders viel und lange debattiert. Denn vor allem Blauhaie (am Einstiegsbild zu sehen) sind eine der meist gefischten und gehandelten Arten. Am Ende entschied sich die Mehrheit der über 180 Staaten, die an den Verhandlungen teilgenommen haben, dazu, die Meeresbewohner besser zu schützen. 60 zusätzliche Haiarten, 37 Rochenarten und drei Seegurkenarten können in Zukunft nur mehr legal und nachhaltig gehandelt werden. Konkret heißt das: Will ein Land Haiprodukte exportieren, muss es nachweisen können, dass der Hai-Population damit nicht geschadet wird. Zusätzlich muss ein legaler Ursprung belegt und eine CITES-Genehmigung vorgelegt werden.

Viele Arten vom Aussterben bedroht

Schätzungen zufolge werden jährlich mehr als 100 Millionen Haie und Rochen gejagt und getötet. Sie gehören mittlerweile zu der am zweitstärksten bedrohten Wirbeltierklasse, gleich nach den Amphibien. Jede zweite Haiart weltweit ist vom Aussterben bedroht. Die Flossen werden ihnen teilweise noch auf hoher See abgeschnitten (nennt sich Finning), die Tiere sind dabei oftmals noch am Leben. Gehandelt wird mit allem: Angefangen von den Flossen und dem Fleisch, die zu Nahrung verarbeitet werden über das Leberöl und die Knorpel, welche in der Pharma- und Kosmetikindustrie zum Einsatz kommen, bis hin zur Haut, die zu Leder verarbeitet wird.

Haie in Österreich?

Werden Haiprodukte auch nach Österreich importiert? Landet bei uns Haifleisch am Teller? Ja! Der Gast weiß aber oftmals gar nicht, dass er Hai serviert bekommen hat, da etwa der Dornhai als „Schillerlocke“ angeboten wird. Laut WWF wurden zwischen 2012 und 2019 sage und schreibe rund 200 Tonnen frisches Haifleisch, gefrorene Haiprodukte und Haiflossen nach Österreich eingeführt.