Wetter-Chaos: Nach Rekordhitze kommt Hagel
Nach einer außergewöhnlichen Hitzewelle, die in sieben von neun Landeshauptstädten neue Monats- oder sogar Allzeitrekorde brachte, steht Österreich vor einem markanten Wetterumschwung. Während im Osten und Südosten des Landes noch extreme Spitzenwerte von bis zu 40 Grad Celsius gemessen werden, steigt das Risiko für schwere Unwetter drastisch an. Meteorologen warnen eindringlich vor lokal auftretenden Sturmböen, massiven Regenmengen und teils heftigem Hagel.
Akute Hagelgefahr im Waldviertel und im Mühlviertel
Wie Christoph Matella, Meteorologe des Wetterdienstes UBIMET, im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Heute schilderte, habe sich die Unwetterlage am Montagnachmittag bereits regional zugespitzt. Im niederösterreichischen Waldviertel zog ein schweres Gewittersystem auf, das im Raum Zwettl bereits ein Hagelunwetter inklusive eines Temperatursturzes auf 22 Grad Celsius brachte. Laut UBIMET-Prognose ziehen die Zellen extrem langsam, weshalb lokal mit Hagelkörnern von 2 bis 4 Zentimetern Durchmesser und großen Regenmengen in kurzer Zeit zu rechnen ist. Die Bildung rotierender Superzellen wird hingegen vorerst nicht erwartet.
Zeitgleich warnt die GeoSphere Austria vor schweren Entwicklungen im Nachbarbundesland Oberösterreich. Der dortige Meteorologe Maximilian Sterz gegenüber dem ORF betont, dass die Gewitter nicht flächendeckend, sondern sehr punktuell und ortsfest auftreten. Als besonders gefährdet gelten demnach:
- Das obere und untere Mühlviertel, allen voran die Bezirke Freistadt und Perg.
- Die oberösterreichischen Alpenbezirke, wo sich am späteren Abend vermehrt Gewitterzellen aus den Bergen herausbilden können.
Örtlich besteht die Gefahr, dass innerhalb kürzester Zeit bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die oberösterreichischen Feuerwehren stehen bereits in Bereitschaft, um die Landeswarnzentrale bei Bedarf personell aufzustocken.
Unwetterpotenzial an der Alpennordseite und in den Bergregionen
Nach aktuellen Berichten der Unwetterzentrale (UWZ) verlagert sich die Gewittertätigkeit im Laufe des Montags ausgehend von Vorarlberg und den Nordtiroler Kalkalpen weiter entlang der gesamten Alpennordseite. In diesen Bergregionen muss flächendeckend mit einer erhöhten Unwettergefahr durch Starkregen und Hagelschlag gerechnet werden.
Die Bundeshauptstadt Wien bleibt am Montag hingegen von den schweren Gewittern weitgehend verschont. Die UBIMET-Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit für urbane Unwetter als sehr gering ein, da Gewitterzellen höchstens den Wienerwald im Randbereich streifen dürften. Auch vom Villacher Becken über die südliche Steiermark bis ins östliche Flachland bleibt es vorerst sonnig, trocken und extrem heiß.
Ausblick: Wann erreicht die Abkühlung den Rest Österreichs?
Am Dienstag (30. Juni) setzt sich der zweigeteilte Wettercharakter laut UWZ fort. Während sich das Wetter an der Alpennordseite vormittags kurz beruhigt, breiten sich ab den Mittagsstunden vom Alpenhauptkamm her erneut heftige Schauer und Gewitter aus. Im Süden und Osten bleibt es bei mäßigem Südwind und Höchstwerten von bis zu 38 Grad weiterhin drückend heiß.
Die endgültige Hitze-Entwarnung für die Hitzepole folgt zur Wochenmitte:
- Am Mittwoch (1. Juli) erfasst eine kräftige Kaltfront auch den Süden und Südosten des Landes.
- Am Nachmittag wird in diesen Regionen mit einem erheblichen Unwetterpotenzial durch schwere Sturmböen, ergiebige Regenmengen und Hagel gerechnet.
- Ab Donnerstag (2. Juli) kühlt es im ganzen Land spürbar ab. Die Temperaturen pendeln sich bei mäßigem Nordwestwind auf jahreszeitlich typische 22 bis 30 Grad ein.