Glatteiswarnung: Gefahr, bleiben Sie zu Hause!
- Warnstufen nach Regionen
- Verkehr: Behörde rät zum Zuhausebleiben
- Wann mit Entspannung zu rechnen ist
- Wie Glatteis entsteht
In der Nacht auf Dienstag hat gefrierender Regen große Teile Österreichs überzogen und weite Regionen unter eine durchgehende Eisschicht gesetzt. Straßen und Gehwege haben sich binnen Minuten in spiegelglatte Flächen verwandelt. Besonders im Osten und Norden des Landes hat die Kombination aus extremer Bodenkälte und einsetzender Warmfront für rasch zunehmende Probleme gesorgt.
Glatteis in Österreich: Warnstufen im Überblick
Oberösterreich
In Oberösterreich hat die Unwetterzentrale großflächig die Warnstufe Rot ausgerufen. Vom Hausruckviertel über den Zentralraum bis zur bayerischen Grenze hat sich ein mehrere Millimeter dicker Eispanzer gebildet, der bereits zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt hat.
Wien und Niederösterreich
Für Wien, das Weinviertel und große Teile Niederösterreichs gilt bis voraussichtlich Mittag die höchste Warnstufe (Violett). Der gefrierende Regen und die daraus entstehende Eisschicht von 0,5 bis 1,5 Zentimetern hat im frühen Berufsverkehr für massive Behinderungen gesorgt. Rund um Wien sind Feuerwehren nahezu durchgehend im Einsatz gestanden.
Gehwege haben sich in weiten Teilen der Stadt in regelrechte Eislaufflächen verwandelt. Aufgrund der extremen Lage wurde das grundsätzlich geltende Salzstreuverbot aufgehoben. Bis 12 Uhr darf noch gestreut werden.
Burgenland
Auch für das Nordburgenland gilt Warnstufe Violett. Gefrierender Regen hat breite Straßenabschnitte und Gehwege über Nacht unpassierbar gemacht.
Weitere Regionen
Im Innviertel, in Linz, St. Pölten und Krems sind ebenfalls Glättezonen entstanden. Schon seit Montagnachmittag werden vermehrt Unfälle und Stürze gemeldet.
Verkehr: Behörde rät zum Zuhausebleiben
Das Glatteis hat in Bahn- und Flugverkehr für massive Einschränkungen gesorgt. Die ÖBB haben Eisbildung an Weichen, Oberleitungen und Fahrzeugen gemeldet, mehrere Fernverbindungen sind ausgefallen. Fahrgästen wird nach wie vor geraten, nicht notwendige Reisen zu verschieben.
Am Flughafen Wien-Schwechat hat die Lage zeitweise zur kompletten Sperre geführt. Zahlreiche Flüge sind gestrichen oder nach München, Frankfurt, Köln und Venedig umgeleitet worden.
Auch zu Fuß und auf den Straßen ist höchste Vorsicht nötig gewesen. Die Behörden empfehlen ausdrücklich, zu Hause zu bleiben, sofern Wege nicht unvermeidbar sind.
Wann mit Entspannung zu rechnen ist
Im Laufe der Wochenmitte sollen die Temperaturen laut Prognosen der Meteorologen deutlich steigen. In sonnigen Regionen sind bis zu zehn Grad möglich. Dadurch dürfte ein Großteil der Glatteisflächen tauen. In Nebellagen des Ostens kann die Erwärmung allerdings verzögert einsetzen. Für nächste Woche ist zudem eine erneute Kaltfront nicht ausgeschlossen.
Wie Glatteis entsteht
Glatteis bildet sich, wenn eine Warmfront auf eisige Böden trifft. Während sich die Luft in höheren Schichten rasch erwärmt, bleibt die Kälte in Bodennähe gespeichert. Niederschlag setzt als Regen ein, der beim Auftreffen auf die stark ausgekühlten Flächen sofort friert. So können sich teils mehrere Millimeter dicke Eisschichten bilden.