Erektionsprobleme: Mit gesundem Darm gegen die Flaute im Bett

Erektionsstörungen sind kein Einzelschicksal. Aktuelle Studien aus den USA  zeigen: Unter den 40- bis 49-Jährigen ist fast jeder zehnte Mann betroffen, bei den 60- bis 69-Jährigen sogar  jeder dritte. Dagegen kannte nur 2,3 Prozent der befragten Männer unter 40 das Phänomen. Die erektile Dysfunktion ist also eng mit dem Lebensalter verbunden. 

Signal: Jetzt geht's los!

Wie wird der Penis eigentlich steif? Verantwortlich ist ein Zusammenspiel aus Hormonen, Muskeln, Enzymen und Blutfluss. Das Signal an die Schwellkörper, diesen Vorgang auszuführen, kommt aber aus dem Gehirn und über das Zentrale Nervensystem. Hier kommt der Darm und sein Mikrobiom ins (Liebes-)Spiel.

Mann Ende Dreißig mit Toilettenpapierrolle

Denn der Darm gilt heute als "zweites Gehirn". In diesem sieben Meter langen Organ mit der um ein Vielfaches größeren Oberfläche befinden sich eine riesige Menge an Neuronen und Neurotransmittern. Es handelt sich um ein komplexes Nervensystem, das wir tatsächlich häufig spüren. Es "kribbelt im Bauch", das "Bauchgefühl passt nicht" oder man trifft eine "Bauchentscheidung".

Ja, ich will! 

Letztlich ist eine Erektion nichts anderes als die Bauchentscheidung zum Geschlechtsverkehr. Aber welcher geheimnisvolle Botenstoff genau macht eigentlich die "guten Gefühle"? Die meisten tippen jetzt wohl auf Testosteron. 

Produziert wird im Darm

Doch einen mindestens ebenso großen Anteil an unserer Libido - also unserer Lust auf Sex -  hat der Neurotransmitter Serotonin. Es gilt als Glückshormon: Ein zu niedriger (und auch zu hoher!) Serotoninspiegel kann der Lust den Garaus machen. Und wo wird der größte Teil des Serotonin im Körper produziert? Richtig: im Darm. 

Nahrungsmittel wie Lachs uns Bananen und eine Schiefertafel mit Serotonin Kreideschrift

Serotonin hilft außerdem, den Blutfluss in die Genitalien zu lenken, um die sexuelle Erregung zu stimulieren, und sorgt so für einen steifen Penis. 

Dem Darm auf die Sprünge helfen

Wer im Bett also jedesmal nicht ganz so entspannt auf eine Erektion wartet und dabei öfter von einer Flaute überrascht wird, sollte sich um seine Darmgesundheit kümmern. Was ist damit gemeint? In erster Linie unsere Darmflora. So nennt man die zahllosen Mikroorganismen in unserem Körper. ­Jeder von uns beherbergt davon rund zwei Kilogramm.

Zucker streichen!

Und diese sollten möglichst unterschiedlich sein. Fastfood und eine sehr einseitige, ballaststoffarme Ernährung, sorgt dafür, dass die Bakterienvielfalt im Darm zurückgeht – die Darmflora verarmt. Der erste Schritt einer Verbesserung des Mikrobioms führt also über die Ernährung. Abwechslungsreich, frisch zubereitet, kaum Zucker oder Süßstoff und keine Zusatzstoffe: Das weiß Ihr Darm zu schätzen.

Ein weiterer  Weg zur Darmgesundheit ist die Einnahme  probiotischer Keime. Präbiotische Ballaststoffe eignen sich wiederum besonders als „Futter“ für diese nützlichen Darmbakterien. Sie sind  unter anderem in Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Spargel und Sauerkraut enthalten. Hier finden Sie nützliche Info zu Prä- und Probiotika.

Abspecken angesagt

Noch ein Tipp: Weniger ist mehr! Die Wissenschaft konnte einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Erektionsschwäche in Studien belegen. 

Und so stellte sich Woody Allen im Jahr 1972 vor, wie eine Erektion entsteht...

Autor: Andrea Schröder, 22.11.2021