"Provokativ": Israel stoppt Gaza-Flotilla bei Hilfslieferungen
Inhalt
- Hintergrund der Gaza Freedom Flotilla
- Israelische Darstellung zur Gaza Freedom Flotilla
- Kritik an Vorgehen gegen Gaza Freedom Flotilla
Am 30. April berichten Aktivisten der Gaza Freedom Flotilla, dass israelische Soldaten ihre Schiffe in internationalen Gewässern nahe Griechenland gestoppt haben. Laut Angaben der Organisatoren seien mehrere Boote geentert, beschädigt und Kommunikationssysteme gezielt gestört worden. Zudem bestehe derzeit kein Kontakt zu etwa elf Schiffen, während rund 15 Boote von Einsatzkräften betreten worden sein sollen. Die Aktivisten sprechen von einem gewaltsamen Eingriff auf offener See.
Hintergrund der Gaza Freedom Flotilla
Die Gaza Freedom Flotilla bzw. „Global Sumud Flotilla“ ist eine internationale Aktivisteninitiative, die mit rund 50 bis 58 Booten Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren wollte. Ziel der Aktion war es, die israelische Seeblockade zu durchbrechen und auf die humanitäre Lage und den Genozid aufmerksam zu machen. Der Gazastreifen steht seit 2007 unter israelischer Blockade, die den Zugang über Land und See stark einschränkt.
Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist äußerst kritisch. Seit Oktober 2023 wurden zehntausende Zivilisten getötet und weit über hunderttausend verletzt. Ein großer Teil der Bevölkerung ist vertrieben, Teile des Gebiets leiden unter Hungersnot. Laut UN-Menschenrechtsbüro sollen rund 70 Prozent der Todesopfer Frauen und Kinder sein, wobei besonders viele Opfer Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren seien. Bereits vor einigen Monaten hatte eine vergleichbare Gaza Freedom Flotilla-Aktion stattgefunden, an der unter anderem Greta Thunberg beteiligt war. Auch diese Mission wurde gestoppt, die Teilnehmer wurden festgesetzt und später wieder freigelassen.
Israelische Darstellung zur Gaza Freedom Flotilla
Israelischen Angaben zufolge wurden etwa 175 Aktivisten von mehr als 20 Booten festgesetzt und nach Israel gebracht. Die genaue Anzahl der abgefangenen Schiffe ist jedoch unklar; laut Militärquelle sollen etwa sieben Boote betroffen sein. Die Abfangaktionen sollen mehr als 600 Seemeilen von Gaza entfernt begonnen haben. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, sagte, israelische Soldaten hätten „mit Professionalität und Entschlossenheit“ gehandelt, als sie das stoppten, was er als eine „provokative Flottille“ bezeichnete, noch bevor sie israelische Gewässer erreichte.
Kritik an Vorgehen gegen Gaza Freedom Flotilla
Die Organisatoren der Gaza Freedom Flotilla sprechen hingegen von einer „illegalen Aktion“ in internationalen Gewässern und werfen Israel einen Verstoß gegen internationales Recht vor. Kritiker sehen in dem Eingreifen ein hartes Vorgehen gegen eine zivile Hilfsmission und fordern Aufklärung über den Einsatz. Greenpeace unterstützte die Mission logistisch und fordert nun den Schutz der beteiligten Schiffe sowie die Einhaltung internationalen Rechts.