15 Millionen Erbe: Familie trifft radikale Entscheidung
Inhalt
- Fremdgefühl gegenüber dem Reichtum
- Diskussionen über Geld und Verantwortung
- Unterstützung von außen
- Erste Millionen werden gespendet
Ein Erbe in Millionenhöhe klingt für viele nach einem sorgenfreien Leben. Für eine vierköpfige Familie aus der Ostschweiz ist es jedoch vor allem eines: Verantwortung. Rund 15 Millionen Franken hat die Familie über Generationen hinweg angesammelt, nun soll ein Großteil davon verschenkt werden.
Das Vermögen geht auf den Großvater zurück, einen erfolgreichen Architekten und Bauherrn. Über Jahrzehnte wuchs das Erbe stetig an. Doch trotz des Wohlstands spielte Geld im Alltag nie die zentrale Rolle. „Wir hatten ein großes Haus und ein Kindermädchen“, erinnert sich der Vater gegenüber dem Schweizer Magazin Beobachter. Ein luxuriöser Lebensstil sei dennoch nie angestrebt worden.
Fremdgefühl gegenüber dem Reichtum
Besonders die Mutter hatte stets ein ambivalentes Verhältnis zum Vermögen. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und wuchs als eines von zehn Kindern auf einem Bauernhof auf. „Dieser Reichtum aus der Familie meines Mannes gehörte für mich nie wirklich zu uns“, sagt sie offen. Während das Geld im Hintergrund präsent war, blieb es emotional immer ein Fremdkörper.
Diese Haltung prägte auch die Kinder. Der Reichtum wurde nie selbstverständlich, sondern immer wieder hinterfragt.
Diskussionen über Geld und Verantwortung
Mit den Jahren rückte eine zentrale Frage immer stärker in den Fokus: Was tun mit so viel Geld? Innerhalb der Familie wurde intensiv diskutiert, über Sicherheit, Verantwortung und die eigene Zukunft. Ein entscheidender Impuls kam von der Tochter. „Sie war schon immer die Aktivistische von uns“, erzählt ihr Bruder. Vor allem die Klimakrise habe bei ihr den Wunsch verstärkt, das Vermögen sinnvoll einzusetzen.
Doch der Weg zur Entscheidung war alles andere als einfach. Zweifel begleiteten den Prozess: Was passiert im Krankheitsfall? Wie viel Sicherheit braucht man selbst? Und wie hätten frühere Generationen darüber gedacht?
Unterstützung von außen
Um Antworten zu finden, holte sich die Familie professionelle Hilfe. Über ein Jahr hinweg wurden sie von einem Coach begleitet. In zahlreichen Gesprächen tasteten sie sich Schritt für Schritt an eine gemeinsame Lösung heran. Dieser Prozess war entscheidend. Denn die Entscheidung sollte nicht aus einem spontanen Impuls heraus entstehen, sondern von allen getragen werden.
Erste Millionen werden gespendet
Inzwischen steht fest: Die Familie beginnt, ihr Erbe aktiv weiterzugeben. Bis Ende 2026 sollen rund 1,5 Millionen Franken an eine Schweizer Klimastiftung fließen. Unterstützt werden Projekte zum Schutz von Umwelt und Biodiversität.
Ganz auf alles verzichten will die Familie allerdings nicht. Das Eigenheim soll erhalten bleiben, ebenso eine finanzielle Absicherung für den Ruhestand. Es geht nicht um radikalen Verzicht, sondern um einen bewussten Umgang mit dem Erbe.