Sensation: OMV bekommt erste weibliche Chefin
Der heimische Energiekonzern OMV steht vor einem historischen Meilenstein: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte soll eine Frau das Ruder übernehmen. Der Nominierungsausschuss hat am Freitag die Irin Emma Delaney als neue Chefin und Nachfolgerin von Alfred Stern vorgeschlagen. Die gebürtige Irin soll ab dem 1. September 2026 den größten börsennotierten Konzern Österreichs leiten.
Emma Delaney: Eine Energie-Expertin von Weltformat
Mit Emma Delaney gewinnt die OMV eine Führungspersönlichkeit mit internationaler Bilanz. Delaney blickt auf drei Jahrzehnte Berufserfahrung in der Energiebranche zurück und war zuletzt langjähriges Mitglied des Top-Managements beim britischen Energieriesen BP. Dort verantwortete sie als Bereichsvorstand eine Organisation mit über 50.000 Mitarbeitern in rund 50 Ländern.
Nachfolge von Alfred Stern: Die Details zur Bestellung
Die Nominierung sieht eine Vertragslaufzeit von zunächst drei Jahren vor, mit einer Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre. Delaney tritt das Erbe von Alfred Stern an, der bereits im Mai ankündigte, seinen Vertrag im Sommer 2026 auslaufen zu lassen. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Edith Hlawati bezeichnet die Entscheidung in einer Aussendung als „Punktlandung“ und betont, dass Delaney dem Konzern eine noch stärkere internationale Sichtbarkeit verleihen werde.
Transformation: OMV auf dem Weg zu Netto-Null
Die künftige CEO übernimmt das Unternehmen in einer kritischen Phase der Transformation. Die OMV wandelt sich aktuell von einem klassischen Öl- und Gaskonzern zu einem Unternehmen für nachhaltige Energie, Chemikalien und Kraftstoffe. Ziel ist es, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Mit einem Umsatz von rund 24 Milliarden Euro im Jahr 2025 und bedeutenden Beteiligungen wie an Borouge International ist die OMV ein globaler Player, den Delaney nun in die Zukunft führen soll.
Kontinuität: Reinhard Florey vor Vertragsverlängerung
Neben der Neubesetzung des Chefpostens setzt der Aufsichtsrat auf Stabilität in der Finanzführung. Es wurde empfohlen, das Mandat von Finanzvorstand Reinhard Florey um zwei Jahre zu verlängern. Damit soll sichergestellt werden, dass die finanzielle Schlagkraft des Konzerns während des Führungswechsels und inmitten der geopolitisch angespannten Marktlage erhalten bleibt.