Kia EV4 GT-Line im Test: Über 600 km Reichweite?
Das ist schon eine Ansage von Kia! Bis zu 625 Kilometer Reichweite soll der Kia EV4 schaffen – zumindest mit der größeren Batterie, die 81,4 kWh liefert. Die kleinere Batterie bringt 58,3 kWh (440 Kilometer Reichweite). Die kompakte Länge von 4,4 Metern und die geduckte Karosserieform helfen dabei sicher mit. Auf den ersten Blick sieht er ein bisschen aus wie ein SUV. Das liegt an den SUV-artigen Linien und Kanten, tatsächlich sitzen die Passagiere aber wie in einem VW Golf – also eher niedrig. Genau diese Gegenpole machen das Design aus.
So fährt er sich
Die 204 PS reichen völlig aus, um den Fronttriebler in unter 8 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Über Motorvarianten muss der Käufer nicht nachdenken – den EV4 gibt es ohnehin nur mit 204 PS. Das Fahrwerk ist komfortabel und unproblematisch; das gilt für das Fahrverhalten generell. Kia hat sich für den Mittelweg entschieden – nicht zu hart, aber auch keine wankende Sänfte.
Ladeleistung des EV4
Geladen wird an der Schnellladesäule mit maximal 128 kW (bei der großen Batterie). Das ist heutzutage kein sensationeller Wert, aber im Alltag ausreichend. Das bedeutet: Von 10 auf 80 Prozent in einer halben Stunde geladen. Interessant ist auch die Vehicle-to-Load-Funktion: Wer will, kann sein E-Bike oder andere 230-Volt-Geräte direkt am Auto laden.
Die Reichweite
Der Verbrauch wird mit 15,8 kWh angegeben – bei normalen Außentemperaturen sind durchaus 17 kWh realistisch. Zumindest haben wir diesen Wert im Testmix erreicht. So gesehen kommt man mit einer Vollladung vorsichtig geschätzt auf rund 450 bis 500 Kilometer – ein respektabler Wert. Wie bei allen E-Autos gilt: Wer bei minus 10 Grad über die Autobahn donnert, erreicht den Testverbrauch garantiert nicht. Fazit: Über die Reichweite kann man sich sicher nicht beschweren, und die Ladeleistung passt.
Innenraum des EV4 GT-Line
Im Innenraum ist alles ordentlich verarbeitet. Kia setzt auf einen hohen Anteil geschäumter Kunststoffe. Besonders flott wirkt die kontrastreiche, zweifarbige Cockpit-Landschaft. Die Bedienung von Infotainment und Instrumenten ist sehr einfach gestaltet – dafür gibt es Pluspunkte.Die Klimaanlage wird größtenteils über Tasten gesteuert, die Feinabstimmung erfolgt über das Display. Leider werden die Einstellungen vom Lenkrad teilweise abgedeckt – daran muss man sich gewöhnen. Auch der Startknopf, der ganz innen am Automatikhebel sitzt, ist nicht leicht zu erreichen. Ladestops werden in der Route angezeigt und können geplant werden. Bietet er genug Platz? Die Platzverhältnisse sind gut – sogar auf den Rücksitzen gibt es ordentliche Kniefreiheit, mehr als erwartet. Der Kofferraum fasst 435 Liter, was ein klassenüblicher Wert ist und damit gibt es auch hier nichts zu meckern.
Das Design
Die GT-Line ist die sportliche Variante des „normalen“ EV4 und wurde optisch etwas aggressiver gestaltet. Auch im Innenraum haben die Designer speziell Hand angelegt. Wer sich für die GT-Line entscheidet, bekommt Ausstattungsfeatures wie elektrische Fahrersitze mit Speicherfunktion, Harman-Kardon-Soundsystem, Kunstledersitze, 19-Zöller, Voll-LED-Frontscheinwerfer und andere Extras.
Der Preis
Der Kia EV4 mit der kleineren Batterie in der Grundausstattung AIR kostet ab 39.590 Euro. Die getestete GT-Line ist ab 55.040 Euro erhältlich. Unterm Strich ist der EV4 ein sehr interessantes E-Auto mit guter Reichweite und coolem Design. Preislich bewegt er sich in der Kompaktklasse. Eine Alternative für alle, die nicht unbedingt ein SUV benötigen. Kia gibt 7 Jahre bzw. 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie. Soviel dazu, ob die Batterien in E-Autos lange halten… Den EV4 gibt es übrigens auch als Fastback-Variante.