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Ansicht auf einen Kühlergrill eines Fahrzeuges des chinesischen Herstellers BYD
Die BYD-Aktie verliert nach enttäuschenden Jänner-Zahlen massiv an Boden, doch Analysten sehen langfristig Chancen.
Die BYD-Aktie verliert nach enttäuschenden Jänner-Zahlen massiv an Boden, doch Analysten sehen langfristig Chancen.
Yau Ming Low/iStock

BYD-Schock: Aktie bricht ein

02.02.2026 um 11:12, Marcel Toifl
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Die BYD-Aktie rutscht unter zehn Euro. Nach einem massiven Absatzeinbruch im Jänner und gestrichenen Förderungen in China bangen Anleger.

Nach einem Rekordjahr 2025 folgt das böse Erwachen: Der chinesische E-Auto-Riese BYD kämpft mit einem drastischen Verkaufsrückgang. Die Jänner-Zahlen enttäuschen die Märkte massiv, was die BYD-Aktie zweistellig ins Minus drückte. Für potentielle Anleger stellt sich die Frage, ob sich die Chance auf einen Einstieg bietet.

BYD Aktie: Kursrutsch unter die psychologische 10-Euro-Marke

Anleger der BYD Aktie brauchten zu Wochenbeginn starke Nerven. Im europäischen Handel knickte das Papier um acht Prozent ein und markierte bei 9,73 Euro ein vorläufiges Tief. Innerhalb weniger Tage verlor der Titel rund elf Prozent an Wert. Auch an der Leitbörse in Hongkong setzte sich der Abwärtstrend fort: Der Kurs schloss bei 91,00 HKD (Hongkong-Dollar Anm.) – ein Minus von knapp sieben Prozent.

Absatz-Schock: 30 Prozent weniger Verkäufe im Jänner

Hintergrund der schlechten Stimmung sind die harten Fakten aus der Produktion. BYD setzte im Jänner weltweit nur 210.051 Fahrzeuge ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Minus von 30 Prozent. Besonders die Plug-in-Hybride leiden mit einem Rückgang von 28,5 Prozent. Da die Verkäufe nun bereits den fünften Monat in Folge sinken, reagierte der Konzern und drosselte die Produktion um 29,1 Prozent.

Nachfrageeinbruch: China streicht E-Auto-Förderung

Die Gründe für die Flaute liegen vor allem im Reich der Mitte. Die chinesische Regierung hat die Kaufanreize für Elektroautos zum Jahreswechsel gestrichen. Da der Sektor im aktuellen Fünfjahresplan keine Priorität mehr genießt, fehlt der BYD-Aktie derzeit der politische Rückenwind. Der Wettbewerb verschärft sich zusehends, da immer mehr Hersteller um die schrumpfende Nachfrage im Inland buhlen.

Export als Rettung? Auslandsmärkte bleiben der Lichtblick

Trotz der Krise in China gibt es positive Signale aus dem Exportgeschäft. Im Jänner verschiffte BYD 100.482 Fahrzeuge ins Ausland. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Unternehmen 1,3 Millionen Auslieferungen außerhalb Chinas. Zwar wurde das ursprüngliche Ziel von 1,6 Millionen leicht nach unten korrigiert, dennoch würde dies ein sattes Plus von 24 Prozent gegenüber 2025 bedeuten. Vor allem das neue Werk in Ungarn soll die Präsenz in Europa festigen.

Analysten-Prognose: Hat die BYD Aktie 50 % Potenzial?

Trotz des schwachen Starts bleiben viele Experten optimistisch für den weiteren Verlauf des Jahres 2026. Von neun namhaften Analysten bewerten derzeit alle das Papier mit „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 138,08 HKD, was vom aktuellen Niveau aus ein Aufwärtspotenzial von rund 52 Prozent impliziert.

Zwar wächst der Markt laut der China Association of Automobile Manufacturers langsamer als in den Vorjahren, doch BYD bleibt mit 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen im Vorjahr der dominierende Player.

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