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Bitpanda Firmengebäude in Wien – das Fintech baut sein Angebot aus und startet den Handel mit Bitpanda Aktien und ETFs in einer regulierten App.
Bitpanda ermöglicht ab Ende Jänner den Handel mit Aktien und ETFs.
Bitpanda ermöglicht ab Ende Jänner den Handel mit Aktien und ETFs.
APA-Images / Weingartner-Foto

Bitpanda: Aktien per App – 1-Euro-Tarif macht Brokern Konkurrenz

29.01.2026 um 16:32, Stefanie Hermann
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Bitpanda erweitert sein Geschäftsmodell: Ab Jänner 2026 können Anleger über 10.000 Bitpanda Aktien und ETFs in einer regulierten App handeln.

Bitpanda erweitert sein Geschäftsmodell grundlegend und positioniert sich neu als umfassende Investmentplattform. Ab 29. Jänner 2026 bündelt das Wiener Fintech Aktien, ETFs, Kryptowährungen und Edelmetalle in einer einzigen, voll regulierten App.

Chairman und Mitgründer Eric Demuth beschreibt den Schritt als logische Weiterentwicklung des Unternehmens. Man habe vor elf Jahren Krypto einfach zugänglich gemacht, nun bringe man „erstmals alle Märkte und Assetklassen in eine einzige App.“ 

Bitpanda: Mehr als 10.000 Aktien und ETFs in einer App

Mit dem Start des neuen Angebots stellt Bitpanda über 10.000 Wertpapiere zur Verfügung, darunter rund 8.000 Aktien sowie etwa 2.500 ETFs und ETCs. Investitionen sind sowohl in ganze Titel als auch in Bruchteile möglich. Ziel ist es, den Zugang zum Kapitalmarkt zu vereinfachen und auch Anlegerinnen und Anleger mit kleineren Beträgen anzusprechen.

Ein-Euro-Gebühr als Kampfansage an Online-Broker

Preislich setzt Bitpanda auf ein bewusst einfaches Modell. Jede Order kostet pauschal einen Euro, Depotgebühren entfallen, Sparpläne auf Aktien und ETFs sind kommissionsfrei. CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad spricht von einer klaren Senkung der Einstiegshürden. Mit der Fixgebühr wolle man Investieren „genauso einfach und intuitiv machen wie im marktführenden Krypto-Angebot“. Auf Payment for Order Flow, bei dem Broker Geld für die Weiterleitung von Kundenorders erhalten, verzichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben.

Steuereinfacher Handel für Österreich und Deutschland

Eine zentrale Neuerung betrifft die steuerliche Abwicklung. Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich und Deutschland übernimmt Bitpanda ab dem Start die automatische Abfuhr der Kapitalertragsteuer. Damit schließt das Unternehmen zu etablierten Neo-Brokern auf und adressiert einen der größten Kritikpunkte vieler Privatanleger.

Abschied von Derivaten, Einstieg in echtes Eigentum

Bisher bot Bitpanda Aktieninvestments nur über Derivate an. Mit dem neuen Angebot erfolgt der Handel erstmals mit echten Wertpapieren. Aktien und ETFs gelten als Sondervermögen und sind rechtlich vom Unternehmen getrennt. Damit entfällt das Emittentenrisiko, das bei Derivat-Lösungen bestand. Für Bitpanda ist dieser Schritt auch ein Signal an den Markt, dass man langfristig im klassischen Wertpapiergeschäft mitspielen will.

Ein Ökosystem für alle Anlageklassen

Die neue Struktur erlaubt es, Kapital flexibel zwischen verschiedenen Anlageklassen zu verschieben. Gewinne aus Kryptowährungen lassen sich direkt in Aktien oder ETFs umschichten, ohne die App zu verlassen. Ergänzt wird das Angebot durch Funktionen wie Limit Orders, Depotüberträge sowie einen europaweiten 24/7-Kundensupport.

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