Direkt zum Inhalt
Mehrere Packungen der Abnehmspritze "Wegovy"
Millionenschwere Investition in die Belegschaft: Die Bank of America übernimmt für ihre Mitarbeiter die Kosten für GLP-1-Abnehmspritzen.
Millionenschwere Investition in die Belegschaft: Die Bank of America übernimmt für ihre Mitarbeiter die Kosten für GLP-1-Abnehmspritzen.
Uwe Aranas / Shutterstock.com

250 Mio. Dollar: US-Bank investiert in Abnehmspritzen

06.08.2026 um 11:01, Marcel Toifl
min read
Die Bank of America investiert massiv in die Gesundheit ihrer Belegschaft. Über 250 Millionen Dollar fließen in die Abnehmspritze als langfristige Investition.

Die US-amerikanische Großbank Bank of America geht bei der Gesundheitsversorgung ihrer Angestellten ungewöhnliche Wege: Der Finanzriese stellt jährlich mehr als 250 Millionen US-Dollar bereit, um GLP-1-Präparate wie Ozempic und Wegovy für die eigene Belegschaft zu finanzieren. Für das Unternehmen ist die Bereitstellung der extrem gefragten Abnehmspritze eine nachhaltige Investition in das Wohlbefinden der rund 211.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Insgesamt wendet das Geldhaus laut eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Dollar pro Jahr für die medizinische Betreuung seines Personals auf.

Millionen-Investition in GLP-1-Präparate

Die Ausgaben für GLP-1-Medikamente machen mittlerweile etwa 13 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben des Finanzkonzerns aus. CEO Brian Moynihan äußert sich am Mittwoch im Gespräch mit dem US-Sender CNBC zu der enormen Summe und verdeutlicht das rasante Wachstum in diesem Bereich: „Wir geben etwa 250 Millionen Dollar oder mehr für GLP-1-Präparate aus, und das ist ein Anstieg von null vor vier oder fünf Jahren. Wir sehen eine großartige Wirkung bei den Mitarbeitern.“

Während viele Unternehmen in den USA angesichts jährlicher Kosten von mehreren Tausend Dollar pro Patient die Kostenübernahme für Abnehm-Medikamente einschränken oder streichen, bleibt die Bank bei ihrem umfassenden Angebot.

Gesundheitscoaching und präventive Vorteile

Die Übernahme der Medikamentenkosten ist bei der Bank of America an zusätzliche Programme gekoppelt. Das Unternehmen kombiniert den Zugang zu den Wirkstoffen mit professionellem Gesundheitscoaching, um Verhaltens- und Lebensstiländerungen langfristig zu begleiten.

Moynihan betont weiters: „Es war faszinierend zu beobachten, wie unsere Teammitglieder ihr Verhalten bei diesen Anpassungen verändert haben.“

Neben präventiven Aspekten verweist der Bankchef laut Berichten von QZ auch auf medizinische Daten, die auf kurzfristige gesundheitliche Vorteile hinweisen – wie etwa ein verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass manche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen könnten, bevor sich die Ausgaben durch verringerte Krankheitskosten rechnen, nimmt die Führungsebene in Kauf.

Preisdruck auf Pharmahersteller

Um die stark steigenden Kosten für die Abnehmspritze zu dämpfen, setzt die nach Bilanzsumme zweitgrößte US-Bank ihre Marktmacht im Gesundheitssektor gezielt ein. Das Management verhandelt intensiv mit Herstellern und Apothekendienstleistern über Preisnachlässe.

Moynihan stellt klar: „Glauben Sie mir, wir setzen alle unter Druck beim Preis und versuchen, so günstig wie möglich einzukaufen. Aber unsere Ansicht ist, dass es wegen der langfristigen gesundheitlichen Vorteile, plus möglicherweise kurzfristigeren gesundheitlichen Vorteilen, eine gute Investition ist.“

Die Kernfakten zur Investition der Bank of America im Überblick:

  • Gesamtausgaben: Über 250 Millionen US-Dollar jährlich für GLP-1-Medikamente (Ozempic, Wegovy).
  • Anteil am Budget: Die Medikamente machen ca. 13 Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets (2 Mrd. USD) aus.
  • Zielgruppe: Rund 211.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit.
  • Begleitmaßnahme: Verpflichtendes bzw. begleitendes Gesundheitscoaching zur Lebensstiländerung.

more