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Makroaufnahme einer Asiatischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Europa aus.
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Europa aus.
Science Photo Library / picturedesk.com

Bienenkiller: Asiatische Hornisse im Anflug auf Österreich

23.02.2024 um 10:56, Simone Reitmeier
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Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die invasive Asiatische Hornisse auch bei uns ausbreitet. Besonders problematisch: Sie macht Jagd auf Honigbienen.

Ein ungebetener Gast wird sich wohl oder übel auch in Österreich ausbreiten: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Die bis zu 2,5 Zentimeter großen Insekten stellen vor allem für unsere heimischen Bienen eine Gefahr dar.

Ankunft nur noch Frage der Zeit

Ursprünglich stammt die Asiatische Hornisse aus Zentral- und Ostasien, in Europa wurde sie erstmals 2005 in Südwestfrankreich nachgewiesen. Experten vermuten, dass eine einzige befruchtete Hornissenkönigin unbeabsichtigt per Schiff aus China eingeschleppt wurde. Die Nachkommen verbreiteten sich rasch in Westeuropa. In Österreich gab es bisher noch keine Sichtungen, aber das ist laut AGES nur eine Frage der Zeit, denn in den Nachbarländern Deutschland und Italien wurden bereits Exemplare beobachtet. Auch in Spanien, Portugal, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien hat sich die invasive Art bereits ausgebreitet.

Asiatische Hornissen an einem Baumstamm.
Ihre Nester bauen Asiatische Hornissen in hohen Baumkronen.

Hornissen töten Bienen

Für den Menschen stellt die Hornisse keine besondere Gefahr dar, ein Stich ist nicht schmerzvoller als jener von heimischen Arten. Auf ihrem Speiseplan steht jedoch ein besonders wichtiges Tierchen: die Honigbiene. "Die Asiatische Hornisse ernährt ihre Brut mit Insekten, insbesondere mit Bienen", erläutert Reinhard Hetzenauer, Präsident des Österreichischen Imkerbundes, gegenüber weekend.at. Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) lauert sie den Bienen im Schwebeflug vor dem Eingang des Stocks auf und fängt zurückkommende Arbeiterinnen. "Bienen erkennen in der Regel die Gefahr und wissen, dass sie sich nicht verteidigen können. Deshalb stellen sie ihren Flugbetrieb ein und die laufende Versorgung des Volkes mit Nektar, Wasser und Pollen ist nicht mehr gewährleistet", erklärt Hetzenauer. In weiterer Folge stellt dies auch eine Gefahr für den heimischen Obst- und Weinbau dar. Wenn die allgemeine Insektenpopulation im Spätherbst zurückgeht, können von den Biestern schon einmal bis zu 75 Bienen pro Tag erbeutet werden.

So sieht die Asiatische Hornisse aus

In Österreich ist nur eine einzige Hornissenart heimisch, die Europäische Hornisse (Vespa crabro), die im Körperbau der Asiatischen Hornisse sehr ähnlich ist. Letztere ist etwas kleiner, hat einen schwarzen Körper mit markanten gelben Ringen am Hinterleib. "Das beste Erkennungsmerkmal sind die gelben Beine", erklärt Imker-Profi Reinhard Hetzenauer. Die runden, birnenförmigen Nester befinden sich bevorzugt in über zehn Meter hohen Baumkronen und sind fast doppelt so groß wie die der Europäischen Hornisse. Wer den Verdacht hat, dass Hornissen unterwegs sein könnten, sollte dies laut AGES mit Foto oder Film dokumentieren und den Behörden melden.

Grafische Darstellung zur Unterscheidung der Asiatischen von der Europäischen Hornisse.
Unterscheidung der Asiatischen von der Europäischen Hornisse.

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