Trauer um Andreas Koller: SN-Journalist stirbt mit 65
- Ein Leben für Politik und Medien
- Einsatz für Pressefreiheit und journalistische Ethik
- Große Betroffenheit in Medien und Politik
- Vermächtnis eines unabhängigen Journalisten
Der österreichische Journalist Andreas Koller ist verstorben. Der langjährige stellvertretende Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“ ist am 26. Juni 2026 im Alter von 65 Jahren in Folge einer Erkrankung gestorben. Mit ihm verliert Österreich einen der profiliertesten Beobachter der Innenpolitik und einen prägenden Vertreter des Qualitätsjournalismus.
Sein Wirken hat die politische Berichterstattung über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt. Kolleginnen und Kollegen sowie Vertreter aus Politik und Medien würdigen ihn als unabhängigen, analytischen und stets fairen Journalisten.
Andreas Koller: Ein Leben für Politik und Medien
Andreas Koller hat Politikwissenschaft und Publizistik studiert und seine Laufbahn früh im Journalismus begonnen. Erste Erfahrungen sammelte er bei der Tageszeitung „Die Presse“, bevor er 1988 zu den „Salzburger Nachrichten“ wechselte.
Dort hat er sich rasch als zentrale Stimme etabliert. Als Innenpolitikchef und später stellvertretender Chefredakteur hat er die Berichterstattung des Hauses maßgeblich geprägt. Auch nach seinem Rückzug aus Führungsfunktionen blieb er als Kommentator eine prägende Figur der politischen Analyse.
Für seine Arbeit wurde Koller vielfach ausgezeichnet. Neben renommierten Preisen wie dem Kurt-Vorhofer-Preis und dem René-Marcic-Preis wurde er mehrfach als Innenpolitikjournalist des Jahres geehrt. 2010 erhielt er die Auszeichnung als Journalist des Jahres.
Einsatz für Pressefreiheit und journalistische Ethik
Neben seiner redaktionellen Arbeit engagierte sich Andreas Koller intensiv für die Weiterentwicklung des Journalismus. Als Präsident des Presseclubs Concordia sowie als Mitglied im Presserat setzte er sich konsequent für Pressefreiheit, Qualität und Unabhängigkeit ein.
Sein Zugang war geprägt von klarer Haltung und journalistischer Verantwortung. Wegbegleiter beschreiben ihn als analytisch scharf, zugleich respektvoll im Ton und offen im Austausch. Besonders wichtig war ihm die Förderung junger Journalistinnen und Journalisten.
Große Betroffenheit in Medien und Politik
Die Nachricht von seinem Tod hat in ganz Österreich Betroffenheit ausgelöst. „Sein Tun, seine Worte, sein Einsatz für jüngere Kolleginnen und Kollegen haben längst breite und tiefe Wurzeln geschlagen“, würdigte SN-Chefredakteurin Karin Zauner.
Auch der Verband Österreichischer Zeitungen hebt seinen Einfluss hervor. Sein „messerscharfer, analytischer Blick“ und sein Engagement für die Branche würden fehlen, so Geschäftsführer Gerald Grünberger.
Aus der Politik kommt ebenfalls Anerkennung. Andreas Koller habe sich als „unermüdlicher Mahner für Demokratie und Pressefreiheit“ einen Namen gemacht. Gespräche mit ihm seien von Respekt und tiefem demokratischem Verständnis geprägt gewesen, heißt es aus dem Nationalrat.
Vermächtnis eines unabhängigen Journalisten
Andreas Koller hat den österreichischen Journalismus nachhaltig geprägt. Seine Analysen, Kommentare und öffentlichen Auftritte stehen für eine klare, faktenbasierte Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft.
Er hat sich Zeit seines Lebens für unabhängigen Journalismus eingesetzt und Maßstäbe für Qualität und Verantwortung gesetzt. Sein Tod hinterlässt eine spürbare Lücke in der Medienlandschaft.