AMAG Austria Metall AG mit Rekordergebnis

Stabile Produktion und hohe Produktivität steigern Umsatz. Lieferschwierigkeiten und steigende Energie- und Rohstoffpreise schlagen sich negativ nieder. Dividende wird erhöht.
Autor: Verena Schwarzinger, 17.02.2022 um 12:02 Uhr

Eine starke Nachfrage und ein positives Marktumfeld für Primäraluminium, Recycling-Gusslegierungen und Aluminiumwalzprodukte führten im Geschäftsjahr 2021 zu einem Rekordergebnis der AMAG Austrian Metall AG. Im Vergleich zum Jahr 2020 konnte der Umsatzerlös um 355,2 Millionen Euro auf 1.259,4 Millionen Euro gesteigert werden. Zurückzuführend ist dies auch auf die Preissteigerung des Metalls um 43,8 Prozent. Eine Tonne Aluminium kostet aktuell 3.245 US-Dollar. 404.800 Tonnen an Material wurden verkauft, das ist eine Absatzsteigerung von knapp 10 Prozent. „Wir konnten der starken Nachfrage aus nahezu allen Industrien nachgehen. Am Standort Ranshofen wurden Produktmixoptimierungen gezielt umgesetzt und Bestandskunden erfolgreich bedient. In der kanadischen Beteiligung Alouette konnte das besonders positive Marktumfeld genutzt und damit ein wesentlicher Beitrag zum Rekordergebnis der AMAG-Gruppe geleistet werden“, sagt Gerald Mayer, Vorstandsvorsitzende der AMAG, dessen Funktion frühzeitig bis 2025 verlängert wurde. Auch die vollständige Übernahme von Aircraft Philipps, die Umfirmierung auf AMAG components und damit der Ausbau des Luftfahrtsegments tragen zum äußerst positiven Abschluss 2021 bei. Das Ergebnis (EBITDA) steigerte sich signifikant um 72 Prozent auf 186,2 Millionen Euro und ist damit das höchste seit der Gründung der AMAG. Auch in der Krise wurden insgesamt 69,8 Millionen Euro investiert, vor allem in den Standort und den Anlagenpark, in Forschungen und in Nachhaltigkeitsprojekte, die die AMAG bis 2040 klimaneutral machen sollen. Die Dividendenausschüttung soll um 1,40 Euro angehoben werden, die Abstimmung folgt in der Hauptversammlung im April.

Pandemie gut bewältigt

Die Krise machte jedoch auch vor der AMAG nicht halt. „Die beträchtliche Kosteninflation, vor allem bei Energie, Legiermetallen und Logistik, hat die Ergebnis- und Margenentwicklung ab dem zweiten Halbjahr 2021 negativ beeinflusst“, so Mayer. Die Beschaffung von Vormaterial konnte stets zeitnah getätigt werden. Schwierigkeiten in den Lieferketten zeigen sich, indem es keine Containerflächen gab, die Logistikkosten erhöht wurden, keine Verschiffungen zu den Kunden möglich waren oder dass aufgrund von fehlenden Halbleitern und anderen wichtigen Komponenten Kunden verspätet Produkte der AMAG abnahmen. Die mangelnde Verfügbarkeit von geeignetem Fachpersonal ist ebenso herausfordernd. Aktuell zurückzuführen auf die Omikron-Welle jedoch fehlen der AMAG bis Ende des Jahres 2022 85 Mitarbeiter.

2022 viel vor

Die Wirtschaft ist weltweit im Aufschwung. Experten rechnen mit einem plus zwischen 3,9 und 4,4 Prozent. Die Auftragsbücher der AMAG sind gut gefüllt. Dennoch sind einige Unsicherheiten wie die geopolitische Entwicklung oder die Inflation nicht außer Acht zu lassen. Auch die Pandemie kann die Wirtschaftsentwicklungen rasch beeinflussen. Nichtsdestotrotz blickt die AMAG positiv ins Jahr 2022. Die Commodity Research Unit prognostiziert steigende Nachfragen nach Primäraluminium von 1,7 Prozent und im Bereich Aluminiumwalzprodukte gar von 9,7 Prozent. Dieses Potenzial liegt vor allem mit einem Plus von 8,5 Prozent pro Jahr bis 2026 im Segment Transport. „Wir sind zuversichtlich, dass wir nach einem Rekordjahr 2021, trotz deutlicher Kostenerhöhungen, wiederum ein gutes Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 erzielen werden. Risiken bilden unsichere geopolitische Entwicklungen, die deutlich steigende Inflation sowie negativ beeinträchtigte Lieferketten“, so Mayer.