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Manfred Hohensinner, Geschäftsführer von Frutura, mitten in einer Tomatenplantage
Manfred Hohensinner ist Geschäftsführer des renommierten Familienunternehmens.
Manfred Hohensinner ist Geschäftsführer des renommierten Familienunternehmens.
Frutura

Frutura: Die Ernte des Erfolgs

11.01.2024 um 13:31, Nina Dam
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Angefangen hat alles mit einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb – heute ist das Unternehmen Österreichs größter Obst- und Gemüseproduzent.

Damals übernahm Manfred Hohensinner die Dörrbirnen-Trocknungsanlage seiner Eltern, ging dann in den Nebenerwerb und war für sechs Jahre Hilfsarbeiter in einer Teppichbodenfabrik. Danach begann er mit dem Lkw-Fahren und bereiste die Ukraine und Russland. Diese Zeit prägte ihn enorm: Von der Heimat kannte er nur seinen kleinen Betrieb und als er den Osten durchfuhr, lernte er völlig andere Dimensionen der Landwirtschaft kennen. Schon damals beschäftigte und schockierte ihn der völlig rücksichtslose Umgang mit der Umwelt. Die Idee, es selbst besser machen zu wollen, war somit geboren. Heute ist Manfred gemeinsam mit seiner Tochter Katrin Geschäftsführer des renommierten Familienunternehmens.

Schnelles Wachstum 

Die im Jahr 1999 gegründete Firma „Dörrobstland Vertriebs GesmbH“ ist bis heute die kräftige Wurzel des gesamten Unternehmens. Bereits drei Jahre später wurde die „Frutura Obst & Gemüse Kompetenzzentrum GmbH“ ins Leben gerufen. In den vergangenen 20 Jahren wuchs das Unternehmen immer weiter an, so wurde beispielsweise in Hartl bei Kaindorf die „KB-Logistik GmbH“ errichtet, die „Apfel, Obst & Gemüse Akademie AOGA“ gegründet und die „Frutura Thermal-Gemüsewelt“ gebaut. Auch durch die jahrelange, exklusive Zusammenarbeit mit SPAR konnten bereits viele Projekte realisiert werden. Zur Unternehmensgruppe zählen insgesamt fünf Standorte, an denen über 900 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Innovative Technik 

Die Futura Thermal-Gemüsewelt wird mithilfe von heißem Thermalwasser betrieben und braucht keine fossilen Brennstoffe. Dadurch kann eine ganzjährige Erzeugung von heimischem Fruchtgemüse sichergestellt werden. Zugleich werden pro Jahr mehr als 28.000 Tonnen Treibhausemissionen und rund 1.000.000 Lkw-Kilometer eingespart. 

Ein großes Gewächshaus, in dem Jungpflanzen heranreifen.
Eine der effizientesten Gemüseproduktionen Europas: Die Geothermie wird für die ganzjährige Erzeugung von heimischem Fruchtgemüse genutzt.

Exotische Auswahl 

Frutura ist nicht nur bekannt für hochqualitatives, regionales Obst und Gemüse, wie beispielsweise die berühmten Blumauer Tomaten, die in modernen Gewächshäusern heranwachsen, sondern seit 2017 auch für beliebte Exoten. Angefangen hat alles mit Bananen, die grün geerntet werden und in speziellen Containern nach Österreich verschifft werden. „Erst danach haben wir uns an das ganz spannende Thema Exoten heran getraut“, erklärt Hohensinner. Nach zahlreichen Versuchen und Experimenten hat es im Jahr 2017 endlich geklappt – seither reifen mitten in der Steiermark Mangos, Avocados und seit Kurzem auch Kiwis in eigenen Reifeanlagen heran, bis sie fertig für den Verkauf sind.

Fokus auf Nachhaltigkeit 

Schon von Anfang an setzte das Unternehmen den Fokus auf ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Diesbezüglich gibt es einige Projekte, die darauf abzielen, der Umwelt etwas Gutes zu tun und die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Beispielsweise setzt sich das Gesellschaftsprojekt „BioBienenApfel“ für Bienen ein, um für die wichtigen Bestäuber neue Lebensräume zu schaffen. Mittlerweile ist sogar das EU-Parlament stolzer Partner der wertvollen Initiative – diese Kooperation ist bislang einzigartig. Zudem engagieren sich SPAR und WWF Österreich für fruchtbare Böden durch den gezielten Aufbau von Humus, auch Frutura unterstützt dieses Projekt: Mittlerweile wurden schon rund 70 ha Fläche von Landwirten und Lieferanten der Firma umgestellt, um gesunde Böden zu fördern.

Ich habe gelernt, dass es das Wichtigste ist, sich selbst immer treu zu bleiben.

Manfred Hohensinner, Geschäftsführer Frutura

Zukunftsaussichten 

„Die derzeitige Lage ist für alle sehr herausfordernd“, beschreibt Hohensinner die Situation im Lebensmittelhandel hinsichtlich des Klimawandels. Die extremen Wetterphänomene auf der Welt machen es Landwirten schwer, gute Erträge erzielen zu können. In Zukunft müsse man sich Gedanken machen, wo und vor allem wie Lebensmittel weiter produziert werden können. „Denn auf der einen Seite muss das Klima passen, auf der anderen Seite braucht man ausreichend Wasser“, erklärt der Geschäftsführer. Doch auch, wenn es nicht einfach wird, ist er sich bei einem sicher: „Ich sehe die Zukunft trotz aller Widrigkeiten positiv.“

Zahlen und Fakten

  • Über 900 Mitarbeiter sind beschäftigt. 

  • Über 500 Millionen Euro Umsatz erreichte die Frutura 2022.

  • 230.000 Tonnen Obst und Gemüse werden jährlich produziert. 

  • 1,3 Millionen Haushalte werden täglich versorgt. 

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