Vienna Pride: Regenbogenparade am 11. Juni

Make love, not war! Die LGBTIQ-Gemeinde feiert wieder groß am Ring.

Autor: Rudolf Grüner, 24.05.2022 um 09:05 Uhr

Die Vienna Pride, in diesem Jahr vom 1. bis 12. Juni, meldet sich nach der Pandemie lautstark zurück: Zur friedlichen Demo am 11. Juni werden nach einem Autokorso 2020 und einer „Parade light“ für Fußgänger im letzten Jahr wieder an die 200.000 Teilnehmer erwartet.

„Diskriminierung ist noch nicht vorbei“

Dass man für die Anliegen der LGBTIQ-Familie hissen muss, steht für Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien, außer Frage. „In Österreich ist bei weitem noch nicht alles gut: Lesben, Schwule und Bisexuelle dürfen nach wie vor legal diskriminiert werden, etwa aus dem Taxi geworfen werden oder eine Wohnung verweigert bekommen. Das muss sich ändern, wir brauchen endlich den gleichen Schutz, den es schon jetzt vor Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts oder einer Behinderung gibt.“ Und um den Monat der Vielfalt gemeinsam zu feiern, ruft Vienna Pride wie jedes Jahr alle dazu auf, die Regenbogenfahne stolz zu hissen.

Solidarität mit der Ukraine

Parade und Pride-Events stehen diesmal auch im Zeichen des Ukraine-Konflikts. Unter dem Motto „Pride against hate – make love, not war“ will man LGBTIQ-Aktivisten, die aus der Ukraine flüchten mussten, eine Stimme geben und  sich auch klar politisch positionieren. „Als größte Demonstration Österreichs steht sie für alles, was Putin hasst: Vielfalt, Respekt und Menschenrechte,“ so Organisatorin Kacerovsky-Strobl im Rahmen der Pride-Präsentation vor Medienvertretern.

Pride bleibt bunt und wird umweltfreundlich

Unterm Regenbogen hat diesmal auch Umweltschutz Platz. Der Pride Run Vienna am 10. Juni in der Prater Hauptallee wird gemeinsam mit Fridays For Futures veranstaltet. Anfallende Treibhausemmissionen werden durch freiwillige Kompensationszahlungen ausgeglichen. „Der Spendenbeitrag, der die Regenbogenparade kompensiert, weil dieser zur Gänze an das REDD+ Projekt geht, das für Waldschutz im kolumbianischen Regenwald sorgt“, erklärt Otte.

Buntes Programm

Vom 1. bis 12. Juni steht auch eine bunte Palette an Kulturevents am Programm. Begleitet wird die Pride vom Mumok, dem Kunsthistorischen Museum oder der Albertina. Ebenso am Plan steht der Pride Beach Day im Vienna City Beach Club und das traditionelle Mariahilfer Straßenfest ‚andersrum ist nicht verkehrt‘, das am 4. Juni über die Bühne geht.

Das beliebte Pride-Village am Rathausplatz macht dieses Jahr noch einmal Pause. Diskussionen, Vorträge, Community-Inhalte, die Medical Days und Workshops werden zusätzlich digital gestreamt.

Wiederkehr: „Halten Regenbogen hoch!

Unterstützung kommt auch aus dem Rathaus. „Wien ist Regenbogenhauptstadt und eine Stadt der Vielfalt! Diese Vielfalt ist die entscheidende Basis für eine weltoffene Gesellschaft. Gemeinsam müssen wir den Weg noch weitergehen, bis die Akzeptanz und die Gleichstellung gänzlich im Alltag angekommen sind. Daher ist es wichtig, das Symbol des Regenbogens hoch zu tragen, um gegen Hass und Diskriminierung anzutreten und für Respekt und Vielfalt einzutreten“, sagt Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.