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Fünf Männer in Bürokleidung mit Baustellenhelmen an einer sonnigen Baustelle
Andreas Graf-Matzner (CloudHQ), Gerhard Fida (Wr. Netze), Christoph Guldner (Projektleiter APG), Gerhard Christiner (APG), Josef Taucher (Wiener Stadtwerke).
Andreas Graf-Matzner (CloudHQ), Gerhard Fida (Wr. Netze), Christoph Guldner (Projektleiter APG), Gerhard Christiner (APG), Josef Taucher (Wiener Stadtwerke).
Niklas Stadler

300 Millionen Euro für Österreichs größte Steckdose

25.06.2026 um 10:17, Rudolf Grüner
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300 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Umspannwerks Südost. Das Großprojekt soll die Stromversorgung und die Energiewende langfristig absichern.

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Mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro startet eines der wichtigsten Energieprojekte Österreichs. Bis 2035 wird das Umspannwerk Wien Südost umfassend modernisiert und erweitert. Ziel sei eine sichere Stromversorgung für die Bundeshauptstadt, mehr Kapazitäten für erneuerbare Energien und eine leistungsfähige Infrastruktur für Wirtschaft und Digitalisierung, wie beim Kick-off vor Ort betont wurde. 

Verdoppelte Anschlussleistung für Wien

Das Umspannwerk Wien Südost zählt schon heute zu den bedeutendsten Stromdrehscheiben Österreichs. Rund ein Drittel des heimischen Stromverbrauchs im öffentlichen Netz floss 2025 über diesen Standort. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll sich die Anschlussleistung für Wien verdoppeln.

Die Austrian Power Grid (APG) investiert dafür rund 300 Millionen Euro in die Erneuerung der 380-kV-Schaltanlage. Trotz der umfangreichen Bauarbeiten bleibt das Umspannwerk während der gesamten Bauzeit in Betrieb, wie die man bei der APG betont. Vorstandssprecher Gerhard Christiner bezeichnet das Projekt als einen entscheidenden Baustein für die Energiezukunft: Moderne Stromnetze seien Voraussetzung dafür, erneuerbare Energien, Industrie und digitale Infrastruktur miteinander zu verbinden.

Ein leistungsfähiges Netz ist das Rückgrat der Stromversorgung. Nur wenn Erzeugung, Transport und Verbrauch ganzheitlich zusammenspielen, kann die Dekarbonisierung des Energiesystems gelingen.

Gerhard Christiner, APG-Vorstandssprecher

Grundlage für Energiewende und Wirtschaft

Mit dem Ausbau schafft die APG zusätzliche Kapazitäten für energieintensive Unternehmen wie Rechenzentren. Gleichzeitig bildet das Umspannwerk eine zentrale Voraussetzung für die Dekarbonisierung des Energiesystems und den weiteren Ausbau von Wind- und Sonnenenergie.

Bis 2035 plant die APG österreichweit Investitionen von rund neun Milliarden Euro in das Stromnetz.

Wien setzt auf erneuerbare Energie

Auch die Stadt Wien sieht im Projekt einen wichtigen Schritt Richtung Klimaneutralität. Josef Taucher, Vorsitzender des Unterausschusses Wiener Stadtwerke, betont, dass stabile Stromnetze die Grundlage für eine unabhängige und leistbare Energieversorgung bilden.

Bereits heute sind in Wien rund 17.600 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 325 Megawattpeak in Betrieb. Bis 2030 soll die Leistung aus erneuerbaren Energien auf bis zu 1.800 Megawatt steigen und damit rechnerisch sämtliche Wiener Haushalte mit Ökostrom versorgen können.

Wiener Netze investieren weitere 40 Millionen Euro

Parallel zum APG-Ausbau investieren auch die Wiener Netze am Standort Wien Südost. Rund 40 Millionen Euro fließen in neue 110-kV- und 30-kV-Schaltanlagen sowie einen zusätzlichen Großtransformator. Damit können künftig weitere Photovoltaik- und Windkraftanlagen in das Stromnetz eingebunden werden. Insgesamt planen die Wiener Netze bis 2040 den Ausbau von 13 Umspannwerken und investieren jährlich rund 490 Millionen Euro in die Energiewende.

Digitalisierung braucht starke Stromnetze

Auch für den Ausbau von Rechenzentren spielt das Projekt eine wichtige Rolle. Andreas Graf-Matzner, Country Manager von CloudHQ Germany, bezeichnet leistungsfähige Stromnetze als Grundvoraussetzung für Cloud-Dienste, Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur.

Mit der Modernisierung des Umspannwerks Wien Südost entstehen laut CloudHQ jene Netzkapazitäten, die künftig für große Rechenzentrums-Standorte und KI-Anwendungen benötigt werden. Das Projekt stärke damit nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch Wiens Position als international wettbewerbsfähiger Digitalstandort.

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