Trend: Lebensmittel aus dem Online-Supermarkt

Bio und regional: Gurkerl.at-Chef Maurice Beurskens über den Boom im Online-Supermarkt.
Autor: Rudolf Grüner, 31.01.2022 um 14:52 Uhr

Was kochen wir heute? Ein Satz, der gerade in Zeiten von Homeoffice auch unter der Woche die Gemüter und Geschmäcker bewegt. Wer da gemütlich in der Jogginghose vorm Notebook sitzt, surft nebenbei nicht nur nach Rezepten, sondern ordert gleich am Schirm seine sieben Sachen.

Boom bei Bestellungen

Dass Corona den Onlinehandel mit Lebensmitteln anheizt, zeigt die Datenlage. Allein die Zahl derer, die neben dem Supermarkt auch online gustieren und das Körberl füllen, ist laut Statista landesweit im Jahresvergleich 2019 auf 2020 um satte 26 Prozent gestiegen. 730.000 Österreicher klickten da bereits auf das Angebot von Online-Lieferanten. Die Ausgaben stiegen im Jahresvergleich 2019/2020 um satte 46 Prozent. Befeuert wird das Plus, freilich auf noch geringem Niveau, vor allem von der sich verändernden Verbraucherlandschaft in den Städten, wo neue Onlineplayer in die sich aufmachenden Märkte drängen.

Wunschprodukte im Warenkorb

Mitten in der Pandemie hat in Wien-Liesingdas Start-up gurkerl.at seine Zelte aufgeschlagen.Gut ein Jahr nach dem Start geht es dort emsig zu, wie weekend.at bei einem Lokalaugenschein beobachten konnte. Schon plant man die Erweiterung der Kapazitäten vor Ort. Ein zweiter Standort soll laut gurkerl.at-CEO Maurice Beurskens das Wachstum auf nachhaltige Beine stellen – diesmal im Norden der Stadt. Wienweit und im Umland sind bereits über 50.000 Kunden dabei, die Marke von 4.000 Bestellungen täglich ist zu Weihnachten geknackt worden. Bis zum Jahresende will man das Sortiment von 10.000 auf 12.000 Artikel ausbauen; ein Viertel davon wird wie schon bisher von den Kunden mit „ihren absoluten Wunsch-Hits“ bestimmt. Schwierigkeiten ortet der Onliner augenblicklich nur an einer Stelle. „Wir suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern“, sagt Beurskens. Was ihn noch bewegt? Wir haben nachgefragt.

Maurice Beurskens mit Gurke im Mund | Credit: Philipp Lipiarski/www.lipiarski.com

Mit an Bord: Lokale Landwirte, Bio-Bäcker

Wer kauft online – und warum?

Viele, die neugierig sind. Bei uns bestimmt nicht ein Konzern das Sortiment, ein Viertel der Produkte haben wir auf Kundenwunsch gelistet. Dass unsere Community so schnell wächst, hat in Anbetracht der großen Supermarktdichte aber auch mich überrascht.

Ihre Philosophie?

Wir setzen auf Frische und Regionalität: Das bedeutet, dass wir eng mit lokalen Bio-Partnern wie der Bäckerei Öfferl und Landwirten zusammenarbeiten. Was in der Früh geerntet wird, ist meist schon am Nachmittag wieder ausgeliefert – so halten wir die Lieferketten kurz und knackig. Zusätzlich reizen Produkte von Marks & Spencer, die wir exklusiv vertreiben.

Geht bei der Zustellung schon alles glatt?

Unsere Mitarbeiter bemühen sich redlich. Doch natürlich machen auch wir Fehler. Wenn beispielsweise eine Sachertorte nicht im Optimalzustand ankommt, kann der Kunde aber jederzeit reklamieren – online wie auch telefonisch. Ich garantiere: Bei uns hebt wirklich wer ab – und kümmert sich ganz unbürokratisch.