Regenbogenball: Sichtbarkeit und Zusammenhalt
Die Wiener Ballsaison läuft auf Hochtouren und dreht sich dabei immer schneller im Dreivierteltakt: Neben den Klassikern wie dem Ball der Offiziere, dem Zuckerbäckerball, dem Kaffeesiederball oder dem Ball der Philharmoniker durfte auch heuer die bunteste Tanzveranstaltung des Landes nicht im Kalender fehlen. Bereits zum 28. Mail lud die queere Community ins Austria Trend Parkhotel Schönbrunn. Und rund 1.500 Besucherinnen und Besucher feierten mit. Es regierte der Glamour, doch auch auf die politische Dimension des Balls wurde nicht vergessen.
Fröhlicher Protest
"Wir sind fröhlich und protestieren auch so", meinte Hosi-Obfrau Ann-Spohie Otte, die gemeinsam mit ihrem Team und mit Verve den Ball aufs Tanzparkett brachte. Der Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien zufolge, hätten Teile der Politik und Gesellschaft in den letzten Wochen und Monaten für viel Gegenwind gesorgt, diesem wolle man aber mit Lust und Lautstärke begegnen – und auch dagegen weiter antanzen wie demonstrieren.
Hilfe unterm Regenbogen
Organisiert wird der Ball größtenteils ehrenamtlich, ganz im Zeichen des guten Zwecks. Der Reinerlös kommt der HOSI Wien zugute und unterstützt deren vielfältige Arbeit, darunter die Organisation der Wiener Regenbogenparade, wichtige Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen sowie das Vereinszentrum "The Gugg", das als zentrale Anlaufstelle für Information, Beratung und Unterstützung rund um queere Themen dient.
Musical-Mania
Neben der feierlichen Eröffnung sorgte vo allem Musical-Liebling Drew Sarich für begeisterte Reaktionen im Ballsaal. Zur Geisterstunde brachte er mit Evergreens und Mitsing-Hits den Saal zum Toben. Davor und später, bis in den frühen Morgen hinein, wurde dort ausgelassen gewalzt und gefeiert.
Regenbogenball Award 2026
Ein weiteres Highlight war die Verleihung des Regenbogenball Awards 2026, der auch heuer nachhaltiges Engagement innerhalb der LGBTQIA+-Community würdigte. Als Hauptsponsor trat erneut L’Oréal auf, das mit seinem Engagement ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion ablegte. Der Award ist mit 2.500 Euro dotiert und zeichnet Projekte aus, die sich aktiv für die Rechte, Sichtbarkeit und Unterstützung queerer Menschen einsetzen.
In diesem Jahr ging die Auszeichnung an das Projekt "QueerSpace", eine queere Jugendberatung des Vereins "St. Pride" in St. Pölten. Das Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren und schafft einen geschützten Raum für Austausch, Workshops und individuelle Beratung für queere Menschen in Niederösterreich.
Promis und bunte Begegnungen
Unter den zahlreichen Gästen fanden sich auch heuer wieder viele bekannte Gesichter aus Kultur, Politik, Medien und der queeren Community, darunter Conny Kreuter, Jürgen Christian Hörl, Kathrin Gaál, Christoph Wiederkehr, Korinna Schumann, Yannick Shetty, zahlreiche Drag-Künstlerinnen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Medien.