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Porträt, nebeneinander stehend
v.l. Arnd Franz, Bernhard Geringer und Uwe Dieter Grebe
v.l. Arnd Franz, Bernhard Geringer und Uwe Dieter Grebe
ÖKV/ Ranger

Mega-Event in Wien: Welche Motoren treiben uns morgen an?

20.02.2024 um 11:07, Andrea Schröder
min read
Zum 45. Internationalen Wiener Motorensymposium in der Hofburg werden über 1.000 Teilnehmende erwartet. Ein Pressegespräch gab jetzt Einblicke in das Programm.

Zur Pressekonferenz hatte Bernhard Geringer, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) und Veranstalter des Symposiums vom 24. bis 26. April geladen.

Wie wichtig ein Wettbewerb der Technologien für die gesamte Branche ist und welche Rolle Wasserstoff spielen wird, erläuterten Uwe Dieter Grebe, Vorstand für Business Development, International Operations, Powertrain Engineering und Racing bei der AVL List GmbH, Graz, und Arnd Franz, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO des MAHLE Konzerns, Stuttgart.

Mobilität der Zukunft

Für Uwe Grebe wird „der elektrische Antrieb in Zukunft einen signifikanten Anteil am Mobilitätssystem" haben.

Dennoch müssen wir technologieoffen bleiben, da es weltweit unterschiedliche regulatorische Vorgaben gibt. Eine nachhaltige Energiewirtschaft erfordert die Speicherung und den Transport von großen Energiemengen.

Uwe Grebe

Dies könne nur mit Hilfe von Molekülen über lange Strecken geschehen. Grebe: "Wir müssen über die richtige Allokation der Energieträger zu allen Primärenergienutzern nachdenken.“ 

Interessante Ausblicke

Wasserstoff sei Teil der Zukunft, ergänzte Bernhard Geringer. Er erlaube emissionsfreie Mobilität etwa in Kombination mit Brennstoffzellen, sei aber auch ein interessanter Speicher für Ökostrom, der sich so über weite Distanzen transportieren lasse.

Ob auf der Rennstrecke von Le Mans oder in schweren Nutzfahrzeugen, es werden aktuell viele Einsatzgebiete dieses alternativen Treibstoffes getestet.

Bernhard Geringer

Arnd Franz verwies auf die Bedeutung des Internationalen Wiener Motorensymposiums, das seit 45 Jahren als Treffpunkt von Vorständen und Executives aus der ganzen Welt sowie führender Forschungseinrichtungen gilt. „Wir brauchen den Wettbewerb der Ideen und Technologien“, so Franz. Und weiter:

Neben der Elektromobilität werden nachhaltige Kraftstoffe ein wichtiger Energieträger für den Verkehrssektor. Deshalb müssen wir die Entwicklung der zugehörigen Infrastruktur und Antriebssysteme weiter vorantreiben

Arnd Franz
Blick auf vier Vortragende, sitzend
PR-Profi Rudolf Melzer, ganz links, und das Panel der Pressekonferenz

Schwerpunkt autonomes Fahren

Aber nicht nur der Antrieb und die Energiebereitstellung werden die Fachwelt auf dem Symposium bewegen, sondern auch das autonome Fahren, sagte Veranstalter Geringer. Er konnte das auf dem Gebiet international renommierte Unternehmen TTTech Auto GmbH, Wien, als neuen Partner des Symposiums und bekannt durch die „The Autonomous“-Veranstaltung in Wien gewinnen.

Stefan Poledna, Leiter der Technik der TTTech Auto GmbH, wird heuer erstmals im Rahmen einer Podiumsdiskussion während des Symposiums mit namhaften Experten über Chancen und Herausforderungen des autonomen Fahrens diskutieren.

Blick in den Saal
Reges Interesse am bevorstehenden Motorensymposium

Die Geschichte des Motorensymposiums

Die Initialzündung für das Wiener Motorensymposium kam 1979 von Hans Peter Lenz, dem damaligen Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der TU Wien. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte es sich zu einer international gefragten Bühne für einen offenen Meinungsaustausch unter Topexperten der Autoindustrie. Auf der Rednerliste standen legendäre Persönlichkeiten wie Ferdinand Piëch, Volkswagen AG, ebenso wie aktuelle Firmenchefs, etwa Ola Källenius, Mercedes-Benz Gruppe, Luca de Meo, Renault., Shailesh Chandra, Tata Motors Passenger Vehicles Ltd., oder Stefan Hartung, Robert Bosch GmbH.

Katalysator gegen das Waldsterben

Die auf dem Symposium vorgestellten Entwicklungen spiegeln die Probleme der jeweiligen Zeit wider. So wurde hier in den frühen 1980er-Jahren erstmals der 3-Wege-Kat für Benziner gegen das Waldsterben präsentiert; Biokraftstoffe wie Pflanzenöl oder Ethanol sollten die Treibstoffversorgung sichern. 1991 zeigte der damalige Audi-Chef Ferdinand Piëch, dass beim Dreiliterauto nicht der Hubraum, sondern der Verbrauch gemeint war. Ab den späten 1990er-Jahren sorgten wiederum immer strengere Luftgütewerte vor allem bei Dieselmotoren für einen gewaltigen Entwicklungsschub in der Abgasnachbehandlung. Die CO2-Problematik führte zu Beginn der 2000er Jahre zur Vorstellung der ersten Modelle mit batterieelektrischem oder Brennstoffzellenantrieb. „Die Diskussion ist noch lange nicht abgeschlossen“, sagt Bernhard Geringer. Und sie wird um neue Themen wie das vernetzte sowie automatisierte Fahren erweitert.

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