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Drei Frauen mit Kampagnen-Schilder in einer Wiener U-Bahn
Alexandra Reinagl, GF der Wiener Linien; Ulli Sima, Öffi-Stadträtin; Monika Unterholzner, stv. GD der Wiener Stadtwerke
Alexandra Reinagl, GF der Wiener Linien; Ulli Sima, Öffi-Stadträtin; Monika Unterholzner, stv. GD der Wiener Stadtwerke
Stadt Wien/Votava

"Host kan Genierer?": Neue Öffi-Kampagne

10.03.2026 um 15:49, Rudolf Grüner
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Mit einer neuen Kampagne erinnern die Wiener Linien an Rücksicht in den Öffis. Im Fokus: lautes Telefonieren, Musik ohne Kopfhörer und störendes Verhalten.

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Laut telefonieren über Lautsprecher, Videos ohne Kopfhörer schauen oder stark riechendes Essen in der U-Bahn: Was für manche harmlos wirkt, sorgt bei vielen Mitfahrenden für Ärger. Genau hier setzt die neue Kampagne der Wiener Linien an.

Unter dem Titel "Host kan Genierer?" sollen die täglich mehr als 2,4 Millionen Fahrgäste in Wien an klare Spielregeln und mehr gegenseitige Rücksicht erinnert werden. Neben humorvollen Plakaten umfasst die Offensive auch Social-Media-Postings, Durchsagen in Stationen sowie verstärkte Kontrollen durch Mitarbeiter der Wiener Linien.

Wo täglich Millionen Menschen aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima

Öffis als gemeinsamer Raum mit klaren Regeln

Für Öffi-Stadträtin Ulli Sima steht fest: In einem System, in dem täglich Millionen Menschen unterwegs sind, braucht es klare Regeln. Niemand wolle in der U-Bahn lautstarke Gespräche über Beziehungsprobleme mitanhören oder unfreiwillig den Musikgeschmack anderer Fahrgäste teilen. Öffentliche Verkehrsmittel seien ein gemeinsamer Raum, der gegenseitigen Respekt erfordere.

Mitarbeiter der Wiener Linien sollen daher künftig verstärkt auf die Einhaltung der Regeln achten und bei Fehlverhalten einschreiten. Gleichzeitig soll auch die Zivilcourage unter den Fahrgästen gestärkt werden.

Umfrage zeigt große Wahrnehmungslücke

Eine von den Wiener Linien beauftragte Umfrage mit rund 800 Teilnehmern zwischen 16 und 75 Jahren zeigt deutlich, wie unterschiedlich störendes Verhalten wahrgenommen wird. Nur neun Prozent geben an, selbst schon einmal laut über Lautsprecher telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer geschaut zu haben Gleichzeitig fühlen sich 86 Prozent durch genau dieses Verhalten gestört. 92 Prozent finden, dass lautes Telefonieren und Videos ohne Kopfhörer in Öffis unterlassen werden sollte. Diese Ergebnisse zeigen: Viele unterschätzen, wie stark ihr eigenes Verhalten andere Fahrgäste beeinträchtigen kann.

Plakate zeigen typische Öffi-Sünden

Seit  gestern (9. März) sind die Motive der Kampagne im gesamten Wiener Stadtgebiet zu sehen. Die Plakate arbeiten mit bewusst überzeichneten Bildern, um typische Situationen aus dem Öffi-Alltag sichtbar zu machen. Zu sehen sind etwa ein riesiges Smartphone, das ein Telefonat durch den ganzen Waggon schallen lässt, eine überdimensionierte Leberkäsesemmel mit intensivem Geruch oder ein großer Rucksack, der anderen Fahrgästen den Platz nimmt. 

Kampagnensong greift Georg-Danzer-Klassiker auf

Zentraler Bestandteil der Kampagne ist auch der Song „Ka Genierer“, eine neu interpretierte Version des Georg-Danzer-Klassikers "I bin a Kniera". Der Song greift typische Situationen aus dem Öffi-Alltag humorvoll auf und verbindet Wiener Musikgeschichte mit einer klaren Botschaft: Mehr Rücksicht macht das Öffi-Fahren für alle angenehmer. Mit dem augenzwinkernden Claim "Host kan Genierer?" setzen die Wiener Linien dabei bewusst auf Wiener Schmäh und erinnern daran, dass Respekt im öffentlichen Raum alle betrifft.

 
 
 

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