Michael Ludwig: Lockdown-Ende nicht fix

Tag zwei im vierten Lockdown: Laut Regierung sollte die damit verbundenen Maßnahmen spätestens in drei Wochen wieder Geschichte sein. Ob am 13. Dezember das Land wieder hochfahren kann, ist laut Bürgermeister Michael Ludwig aber noch nicht ausgemachte Sache.

Im gestern ausgestrahlten „Wien heute“-Interview wollte er sich jedenfalls nicht auf das Datum festnageln lassen. „Garantieren kann man in einer Pandemie nie etwas“, so der Stadtchef. Und weiter. „Ob der Lockdown für Geimpfte in drei Wochen zu Ende ist, hängt davon ab, ob es gelingt, dass sich viele über Bundesländergrenzen hinweg, impfen lassen und zugleich, ob es gelingt, die sozialen Kontakte zu reduzieren.“ Man müsse jetzt bei den Ansteckungszahlen deutlich runterkommen.

„Gewinnen keinen Schönheitspreis“

Ludwig, der schon in den letzten Monaten mit Blick auf die Corona-Regeln sehr vorsichtig agiert und dabei eine weit härtere Linie als der Rest des Landes verfolgt hat, redete bereits bei der Verkündung der nun gelten Maßnahmen Klartext. Niemanden sei die Entscheidung zu einem weiteren Lockdown leichtgefallen, so der Landeshauptmann. Wien trage aber aus Solidarität mit den stark betroffenen Bundesländern und der dramatischen Situation in den Spitälern den Lockdown mit. „Wir wissen, dass wir damit keinen Schönheitspreis gewinnen“, meinte er am Achensee. Aber: „Man muss in der Krise Führungsstärke zeigen und auch unpopuläre Maßnahmen verhängen.“

Auch die Entscheidung für die Impfpflicht, die er im Frühherbst im weekend-Interview noch weitgehend aussschloss, will Ludwig im Gegensatz zu manch anderen Stimmen aus der SPÖ mittragen.

 

 

Autor: Rudolf Grüner, 23.11.2021