Klimawandel: Herausforderung für Unternehmen

Reduktion von Emissionen, Pilotprojekte, Chancen: Unternehmer und Experten diskutierten heiße Eisen.
Autor: Rudolf Grüner, 15.09.2022 um 15:25 Uhr

Hitzewellen, Trockenheit, schwindende Seen, Waldbrände: Der zu Ende gehende Sommer lieferte wieder wetterbedingte Kapriolen am laufenden Band. Ob diese bereits auf einen menschgemachten Klimawandel zurückzuführen sind, ist Gegenstand heftiger Debatten. Während viele noch die Augen verschließen, will eine immer größere Gruppe aus der Wirtschaft Verantwortung übernehmen. Nicht von ungefähr diskutierte jetzt auch vie-mobility Veranstalter Ralph Vallon mit seinen Gästen die vielen heiße Eisen rund um Klima & Co.

Im Gespräch mit der Departmentsleiterin der FH St. Pölten, Andrea Kdolsky, plädierte Vallon für einen nachhaltig Wissenstransfer. Bildung sei ein Schlüssel, um die Krise meistern zu können. Auch die ehemalige Gesundheitsministerin machte deutlich, dass Ausbildung in den Fragen des Klimawandels an allen Schulen und Universitäten besondere Berücksichtigung finden müsse.

Ralph Vallon und Andrea Kdolsky | Credit: Katharina Schiffl

Messbare Erfolge

Christof Fuchs, Österreich-Geschäftsführer von myclimate, setzt auf verstärkten Klimaschutz in den einzelnen Unternehmen, um CO2 reduzieren zu können. Mit über 170 Projekt-Partnern in rund 40 Ländern habe man bereits schöne Erfolge erzielen können. „Die Reduktion ist messbar, die Unternehmen weisen das in Zahlen aus – und wir mit einem Zertifikat.“

Auch Ramona Kordesch vom Verein Allianz für Entwicklung & Klima und Miriam Terner von der RMA zeigten Potenziale auf. In der Regional Medien Austria beispielsweise wären täglich sehr viele Fahrzeuge unterwegs. Hier gebe es die Möglichkeit mit E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur einen deutlichen Beitrag zur CO2-Reduktion zu bewerkstelligen.  

Kein Feigenblatt für Klimaschutz

Auch die Debatte rund ums Greenwashing wurde nicht ausgespart. Am Podium war man sich einig, dass ein Nachhaltigkeitsbericht allein, noch kein Freibrief für ein nachhaltig agierendes Unternehmen darstellt. Der allgemeine Tenor war allerdings, dass jede Maßnahme zum Klimaschutz positiv bewertet werden muss. Davor Sertic, Transportunternehmer und Spartenobmann der Wiener Wirtschaftskammer, hatte den neuen Vienna Green Economy Report mitgebracht, der auf über 200 Seiten in den Bereichen Verkehr, Kreislaufwirtschaft, Energie und Immobilien die notwendigen Veränderungen aufzeigt. Seine Botschaft: „Wir können über 160.000 Wiener Jobs generieren und 1,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Es ist viel möglich, aber auch noch viel zu tun."

Gemütlicher Ausklang

Im Anschluss an die Diskussion wurde es gewohnt gemütlich. Bei der Club Cuvée Weinverkostung wurden diesmal besondere Tropfen aus dem Friaul und aus dem Kamptal verkostet. Mit dabei waren: Universitätsprofessor Sebastian Kummer von der WU Wien, Andreas Martin (GF PMC), Christian Pessau (GF Automotive, IV), Martin Distel (Group M), Gastronom Ossi Schellmann (Summerstage), Robert Judtmann (GF UniqueFessler), Silvia Fleischhacker (Spartengeschäftsführerin WKW), Markus Pohanka (KL Austrocontrol), Rechtsanwalt Manfred Ainedter, Unternehmer Hanjörg Tengg, Herber Rieser (cafe+co), Mario Rohracher (GS GSV), Dominik Tengg (GF Smart Technologies), Gerhard Schlögl (Hermes Forum), Markus Bachmann (Sonor Wines), Raphaela Vallon-Sattler (GF Vallon-Relations) und viele mehr.