Tragödie: Zwei Männer in Wien erfroren
- Eiseskälte fordert zwei Leben in Wien
- Streetworker fanden Männer leblos auf
- Caritas-Chef Schwertner: „Wir sind sehr betroffen und traurig“
- Kältetelefon: Wie jeder helfen kann
In Wien sind in den vergangenen Tagen zwei obdachlose Männer an den Folgen der eisigen Temperaturen gestorben. Wie die Caritas Wien bestätigt, wurden beide von Streetwork-Teams entdeckt.
Eiseskälte fordert zwei Leben in Wien
In Wien hat die anhaltende Kälte zwei obdachlosen Männern das Leben gekostet. Die Caritas Wien hat die Todesfälle bestätigt. Ein Mann ist in Floridsdorf in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden und dort wenig später verstorben. Ein weiterer Mann ist am Sonntag leblos in einem Park in Favoriten aufgefunden worden.
Streetworker fanden Männer leblos auf
Laut Caritas sind Streetworker im Einsatz gewesen, als sie auf den reglosen Mann in Favoriten gestoßen sind. Gemeinsam mit der Polizei haben sie Reanimationsversuche unternommen. Der Notarzt hat jedoch nur noch den Tod feststellen können. Bereits einen Tag zuvor ist ein obdachloser Mann in Floridsdorf stark unterkühlt ins Spital eingeliefert worden und wenig später verstorben. An seinem Aufenthaltsort in der Frauenstiftgasse haben Menschen später Gedenkkerzen entzündet.
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Gepostet von Klaus Schwertner am Mittwoch, 14. Januar 2026
Caritas-Chef Schwertner: „Wir sind sehr betroffen und traurig“
Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner hat sich tief betroffen gezeigt: „Trotz intensiver Anstrengung, Dauereinsatz unserer Streetworkteams und einer enormen Hilfsbereitschaft […] sind vor wenigen Tagen zwei obdachlose Menschen infolge der Kälte verstorben“, schreibt er auf Facebook. Er appelliert an die Bevölkerung, aufmerksam zu bleiben: „Auch bei Temperaturen um die 0 °C können obdachlose Menschen an Unterkühlung sterben.“ Das Kältetelefon der Caritas verzeichnet derzeit rund 350 Anrufe täglich. Insgesamt sind in diesem Winter bereits 8.000 Hinweise eingegangen. Durch diese Hinweise „konnten wir dutzende Menschen rechtzeitig gerettet“.
Kältetelfon: Wie jeder helfen kann
Die Caritas bittet, bei Verdacht auf gefährdete Personen sofort das Kältetelefon zu verständigen oder im Notfall die Rettung unter 144 zu rufen. Hinweise können Leben retten, oft entscheiden Minuten über Überleben oder Tod. Die Stadt Wien hat gemeinsam mit Hilfsorganisationen zuletzt 40 zusätzliche Notquartierbetten bereitgestellt, damit niemand abgewiesen werden muss.
- Wien: 01/4804-553 – 0:00–24:00 Uhr (29. Okt.–29. Apr.)
- Burgenland: 0676/8373-0322 – 08:00–22:00 Uhr (1. Nov.–31. Mär.)
- Steiermark: 0676/8801-58111 – 18:00–24:00 Uhr (11. Nov.–31. Mär.)
- Kärnten: 0463/3960-60 – 18:00–06:00 Uhr (1. Nov.–31. Mär.)
- Salzburg: 0676/8482-10651 – 0:00–24:00 Uhr (1. Nov.–31. Mär.)
- Tirol: 0512/2144-7 – 0:00–24:00 Uhr (1. Nov.–30. Apr.)
- Vorarlberg: 05522/200-1700 – 08:00–12:00 Uhr (Mo–Fr)
- Oberösterreich (Linz Stadt): 0732/7767-67560 – 10:00–12:00 Uhr (Di, Do) – außerhalb dieser Zeiten Anrufbeantworter
- Niederösterreich: kein Kältetelefon; Notschlafstellen u. a. in St. Pölten (Emmaus) und Wr. Neustadt (VBO)
- Rettung (medizinische Notfälle): 144