Fun-Faktor Freiheit

Kitesurfen ist ein Wassersport mit einem kleinen Surfbrett, der von einem Lenkdrachen („kite“) gezogen wird. Im Gegensatz dazu steht Windsurfen, wo das Segel dreh- und kippbar mit dem Board verbunden ist. Kitesurfing.at ist eine von mittlerweile drei in Podersdorf ansässigen Kite-Schulen. Begonnen hat alles vor mehr als 20 Jahren, allerdings in sehr bescheidenen Ausmaßen. Erst im Laufe der Zeit sind Sicherheitssysteme dazugekommen, vor etwa 8 Jahren begann sich eine breitere Masse für den Kitesport zu interessieren. Surf-Lehrer Daniel nennt den „Fun-Faktor Freiheit“ für den Boom verantwortlich, der allerdings auch die Anbieter vor große Herausforderungen stellt. Denn ohne Schule geht es nicht. In einem Kurs von einer Woche hat man zumindest das Know-how erlernt, um selbständig am See unterwegs zu sein – bzw. auch auf einem anderen Gewässer. Dafür braucht es gut ausgebildete Lehrer: „Wir haben einen Pool an 70 Leuten, an guten Tagen brauchen wir 25 bis 30 Lehrer, und die müssen aber auch Zeit haben!“ Denn am Verdienst liegt es nicht, bei einem Kurspreis für rund 380 Euro für eine Woche.

Podersdorf

Perfekte Uferlandschaft

Für Bürgermeisterin Michaela Wohlfart ist die Surfer-Szene schon ein sehr großer und wesentlicher Faktor im Tourismus von Podersdorf: „Wir sind mit unserer Uferlandschaft dafür prädestiniert!“ Doch nicht überall stößt der Trendsport auf Zustimmung. Geschuldet ist diese gewisse Distanz nicht der Szene generell, sondern Vorkommnissen wie Missachtung von Schwimm- und Schilfzonen. Dagegen arbeiten auch die drei ortsansässigen Surfschulen. Mittlerweile sind Tageskarten (um günstige EUR 6,90) und registrierte Kite-Trikots für die Freizeitsportler Standard.

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Mehr Kurzurlaub.

Die Ortschefin ortet einen Trend zu „Mehr erleben in kürzerer Zeit“: Früher sind die Gäste gekommen und 14 Tage geblieben, manche waren sogar 3, 4 Wochen hier. Jetzt geht es mehr in Richtung Kurzurlaub. Ein Problem ist auch die rückläufige Bettenzahl in der Marktgemeinde: „Große Häuser gibt es nicht, und die Privatzimmer-Vermieter stehen schon seit einiger Zeit vor dem Generationenproblem, dass kleine Betriebe oft nicht mehr übernommen werden. Einerseits ist die Saison kürzer geworden, der Gast bleibt nicht mehr so lange und der nebenberufliche Aufwand ist dafür zu groß.“ Im Trend liegt dafür die Ankunft mit dem Wohnmobil, vor dem Kite-Strand wurde dafür eine gebührenpflichtige Zone geschaffen. Diese ist allerdings nur eine Ausweichmöglichkeit für kurzfristige Ankömmlinge. Der einzig echte Campingplatz bietet bequeme Verhältnisse plus gute Infrastruktur für bis zu 2.000 Personen. Im Sommer ist der Campingplatz gut gefüllt, bei Schlechtwetter werden kurzfristige Absagen sofort durch Kite-Surfer kompensiert. Richard Zanki, der im Vorjahr mit dem lakeside 77 ein stylisches 80-Betten-Haus eröffnet hat, sieht sogar Bedarf für mehr Häuser dieser Größe, kennt aber auch die Problematik: „Man muss das Glück haben, ein großes Grundstück zu bekommen oder drei nebeneinander liegende, sonst geht es nicht.“

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Kinder & Familie

Podersdorf bietet aber auch dem Nichtsurfer ein urlaubstaugliches Umfeld. Investiert wurde in Kinder, Familie und Hundefreundlichkeit, das Areal Mole und Leuchtturm wird neu gestaltet im Hinterland wartet der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel mit Erlebnistouren.

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Surf Games im September

Abgeschlossen wird die Saison mit „Surf Games“ von 23. bis 26. September, mit Kite- und Windsurfbewerben und der Sport  & Camping Messe Burgenland. Bei dieser „Freizeit“-Messe, die sich auch den Themen Zelturlaub und Wohnmobil widmet, erwartet der Veranstalter stylehunters.at bis zu 6.000 Besucher.

Autor: Andi Dirnberger, 05.07.2021