Fernwärme: Wer jetzt den doppelten Preis zahlt

Jetzt ist es fix: Die Wien Energie erhöht die Preise für indexierte Wärmeverträge. Die Mehrkosten flattern mit der Jahresabrechnung 2021/22 ins Haus.
Autor: Rudolf Grüner, 25.01.2023 um 15:30 Uhr

Das Rätselraten, welchen Preis man für die warme Wohnung zahlen muss, hat für 180.000 Haushalte nun ein Ende: All jenen, die über einen indexierten Wärmevertrag verfügen, deckelt die Wien Energie die Kosten für die Periode 2021/22 mit 120 Euro je Megawattstunde (MWh). Der Preis für den Endverbraucher steigt für die abgelaufene Heizsaison im Schnitt um 100 Prozent.

Betroffen sind hier besonders Fernwärme-Nutzer, deren Verträge über Wohnbauträger oder Gebäudebesitzer abgeschlossen wurden. Diese indexierten Tarife steigen und fallen mit den Energie-Marktpreisen, aber auch Baukosten- oder den Personalkostenindex bestimmen den Preis hier mit. Viele dieser Kunden sind vor der Krise meist kostengünstiger versorgt worden als Kunden, die einen Direktvertrag unterschrieben haben.

Preisdeckel wird rückwirkend eingezogen

Die in den letzten Monaten registrierten extremen Steigerungen und Schwankungen am Energiemarkt gibt Wien Energie aber nicht direkt an die indexierten Vertragspartner weiter, wie jetzt bekannt wurde. Spitzen werden „nur“ mit dem eingezogenen MWh-Deckel weiterverrechnet. Das Unternehmen kalkuliert dadurch Verluste im zweistelligen Millionenbereich ein.  Ob die 120 Euro-Arbeitspreis-Bremse auch in der laufenden Heizperiode gilt, will das Unternehmen im kommenden Herbst bekannt geben.

Direkt-Verträge: Keine Veränderung

Für die restlichen 260.000 der insgesamt 440.000 Fernwärme-Haushalte ändert sich vorerst nichts. Diese müssen durchschnittlich weiter mit einem Kosten-Plus von 92 Prozent rechnen.