Über 60 (!) Fälle: Polizei schnappt Serienbetrüger
Ein amtsbekannter 45-jähriger Österreicher ist in Wien festgenommen worden. Die Polizei nahm den Mann am 22. Jänner in einem Hostel im Bezirk Favoriten fest. Laut Polizei stand der Verdächtige im Zusammenhang mit zahlreichen Betrugsfällen, die sich zwischen September 2024 und Jänner 2026 ereignet haben sollen. Die Festnahme erfolgte mit Unterstützung der WEGA.
Festnahme in Favoriten
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte versuchte der 45-Jährige, über ein Fenster zu flüchten. Kriminalbeamte, die die Außensicherung durchführten, hielten ihn an. Der Mann wurde anschließend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt überstellt.
Mietbetrug und falsche Handwerker
Der Verdächtige steht im Verdacht, zwischen September 2024 und Februar 2025 unter dem Vorwand, Wohnungen zu vermieten, Anzahlungen, Kautionen und Monatsmieten kassiert zu haben. Insgesamt wurden mindestens 15 solcher Fälle bekannt, der Schaden beläuft sich auf rund 38.000 Euro. Zudem sollen 45 weitere Fälle vorliegen, bei denen der Mann als angeblicher Installateur oder Maler auftrat und dringende Arbeiten vortäuschte. In diesem Zusammenhang entstand laut Polizei ein Schaden von etwa 28.000 Euro.
Vorgehensweise und Opfer
Die betroffenen Bewohner waren vorwiegend älteren Alters. Der Beschuldigte drängte sie, ihn in ihre Wohnungen zu lassen, und verlangte für angebliche Arbeiten sofortige Barzahlungen. Teilweise begleitete er Opfer zur Bank und stand beim Beheben von Geldbeträgen unmittelbar neben ihnen. In mehreren Fällen entwendete er auch Wertgegenstände. Um Vertrauen zu schaffen, legte er seinen Reisepass vor oder stellte schriftliche Bestätigungen aus. Opfer beschrieben sein Auftreten als freundlich und seriös.
Motiv und Ermittlungsstand
Laut Polizei war der Mann wegen weiterer Betrugshandlungen zur Festnahme ausgeschrieben. In seiner Vernehmung zeigte er sich geständig. Als Beweggründe nannte er seine Drogensucht und die Bestreitung seines Lebensunterhalts. Erbeuteter Geldschmuck wurde einem 90‑jährigen Opfer wieder ausgefolgt. Die Polizei beziffert die Gesamtzahl der bekannten Fälle auf 60, der Gesamtschaden beträgt etwa 66.000 Euro.