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Arzt setzt Spritze an | Credit: Inside Creative House/Shutterstock
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"Brauch ich nicht, ich bin doch nicht krank." - Sieben Sätze, die uns jeden Herbst wieder begegnen

23.09.2026 um 16:17, Online Promotion
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Der Impfstoff liegt bereit, ein guter Teil der Patienten winkt ab. Nicht aus Ignoranz, sondern mit Argumenten, die sich erstaunlich hartnäckig halten.

Die häufigsten Sätze, die Hausärzte hören, wenn sie Patienten zu einer Impfung raten, und was an den vermeintlich vernünftig klingenden Gegenargumenten dran ist.

"Ich war noch nie krank, wozu also impfen?" 

Das ist keine Impfgegner-Aussage, das ist Statistik, die sich selbst täuscht. Wer elf Grippesaisonen unbeschadet übersteht, hat nicht bewiesen, dass er unverwundbar ist – er hatte bislang Glück, oder seine Kontakte waren es. Bei einer echten Grippewelle infizieren sich in Österreich je nach Saison rund fünf bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem ungeschützten Jahr und sinkt nicht.

"Ich hab mich mal impfen lassen und war trotzdem tagelang krank" 

Diese Erfahrung ist echt und das Missverständnis dahinter auch verbreitet: Die meisten "Erkältungen" im Herbst und Winter sind gar keine Influenza, sondern eine von vielen anderen Erkältungsviren, gegen die kein Grippeimpfstoff je gewirkt hat und wirken sollte. Die Impfung schützt vor Influenza und nicht vor jedem Schnupfen der Saison. Wer das verwechselt, urteilt über die falsche Krankheit.

"Man bekommt die Grippe doch von der Spritze selbst" 

Biologisch schlicht nicht möglich: Der injizierte Grippeimpfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren und kann keine Influenza auslösen. Was tatsächlich vorkommt, sind ein schwerer Arm, vielleicht ein Tag Mattigkeit oder leichtes Fieber – die ganz normale Reaktion eines Immunsystems, das gerade etwas lernt. Unangenehm, ja. Eine echte Grippe mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und tagelanger Bettlägerigkeit ist das nicht. Bei Kindern bieten wir zusätzlich die nasale Grippeimpfung an: Sie enthält abgeschwächte, grundsätzlich noch vermehrungsfähige Viren, kann aber ebenso wenig eine echte Grippe auslösen.

"Der Virus mutiert doch sowieso ständig, die Impfung hinkt immer hinterher" 

Der ehrlichste Einwand auf dieser Liste und deshalb verdient er eine ehrliche Antwort statt einer Beschwichtigung. Ja: Influenzaviren verändern sich laufend, und die Formel des Impfstoffs wird jedes Jahr neu geschätzt, basierend auf den Stämmen, die Monate zuvor zirkulieren. Manche Saisonen trifft diese Schätzung gut, andere weniger gut. Aber selbst bei einem Teil-Mismatch zeigen Daten aus vergangenen Saisonen regelmäßig: Geimpfte, die dennoch erkranken, haben mit höherer Wahrscheinlichkeit einen leichteren Verlauf und seltener Komplikationen wie Lungenentzündung oder Krankenhausaufenthalt. Die Impfung ist kein Schutzschild ohne Lücken, sie ist eine Wahrscheinlichkeit, die sich zu Ihren Gunsten verschiebt.

"Das ist doch nur ein Geschäft der Pharmaindustrie" 

Ein gesunder Reflex, der hier ins Leere läuft: Die Grippeimpfung wird in Österreich über das Öffentliche Impfprogramm der Sozialversicherung finanziert, für die geimpfte Person entstehen keine Kosten, für die impfenden Hausärzte, ein pauschales, gesetzlich fixiertes Honorar, unabhängig davon, welcher Hersteller den Impfstoff liefert. Misstrauen gegenüber Konzerninteressen ist berechtigt, sollte sich aber an den tatsächlichen Anreizen orientieren und die liegen hier nicht bei den einzelnen Hausärzten, die genauso gut Zeit mit etwas anderem verbringen könnten.

"Ich habe ein gutes Immunsystem, ich brauch das nicht" 

Möglich. Aber diese Entscheidung betrifft selten nur eine Person. Wer sich ansteckt, ist typischerweise schon ein bis zwei Tage vor den ersten eigenen Symptomen ansteckend – im Wartezimmer, im Großraumbüro, am Familientisch. Genau dort sitzen oft jene, für die dieselbe Infektion keine paar unangenehmen Tage bedeutet, sondern ein ernstes Risiko: Menschen über 60, Schwangere, chronisch Kranke, kleine Kinder. Die eigene Robustheit schützt nicht automatisch die Person daneben.

"Natürliche Immunität ist doch besser als jede Impfung" 

Natürliche Immunität nach überstandener Infektion existiert, der Preis dafür ist aber, die Infektion tatsächlich durchzumachen, mit allem, was dazugehört: hohes Fieber, tagelanger Ausfall, in einem relevanten Anteil der Fälle Komplikationen, die Spitalsaufenthalte notwendig machen. "Natürlich" ist hier kein Synonym für "risikofrei", es ist lediglich der langsamere, unvorhersehbarere Weg zum gleichen Ziel, das die Impfung mit einem kalkulierbaren Nadelstich erreicht.

Fazit

Keines dieser Argumente ist „dumm“. Die meisten enthalten einen wahren Kern, nur eben nicht die ganze Wahrheit. Die Grippeimpfung ist kein Wundermittel, das jede Erkrankung verhindert. Sie ist ein Mittel, das die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs deutlich senkt, für Sie selbst und für die Menschen um Sie herum, die sich nicht aussuchen können, ob sie robust sind oder nicht.

Die PVE Wien Nord – Ihr Hausarzt, nicht nur wenn Sie schon krank sind, sondern gerade dann, wenn Sie es gar nicht erst werden wollen. Die Grippeimpfung ist bei uns kostenlos möglich. Kommen Sie vorbei, wir kümmern uns um Sie.

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Dr. Kubik & Dr. Ziak Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin OG 
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