Depression: Was neue Forschung jetzt zeigt
Inhalt
- Wenn das Stimmungstief nicht vergeht
- Was Stress in unseren Zellen verändert
- Johanniskraut als pflanzliche Option
Ein Stimmungstief kennt wohl jeder. Doch wenn Antriebslosigkeit, Erschöpfung und der Verlust an Lebensfreude über Wochen anhalten, kann mehr dahinterstecken. Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und werden dennoch oft unterschätzt. Bei einer Pressekonferenz von Apomedica, dem Unternehmen hinter der Marke Dr. Böhm, informierten Experten am 4. November über neue Forschungsansätze und Behandlungsmöglichkeiten.
Wenn das Stimmungstief nicht vergeht
Depressionen haben viele Gesichter. Während manche Betroffene unter tiefer Niedergeschlagenheit leiden, stehen bei anderen Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder ständige Müdigkeit im Vordergrund. Die Wiener Psychiaterin Lucie Bartova warnt davor, solche Beschwerden als bloße Überlastung abzutun. Halten die Symptome länger als zwei Wochen an, sollte professionelle Hilfe gesucht werden. Denn je früher eine Depression erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.
Depression ist keine Charakterschwäche und kein vorübergehendes Stimmungstief.
Was Stress in unseren Zellen verändert
Doch was passiert dabei eigentlich im Körper? Dieser Frage geht ein internationales Forschungsteam nach. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Stresshormonen auf die Zellmembranen, die unter anderem für die Signalübertragung wichtig sind. Laboruntersuchungen zeigen, dass ein spezieller Johanniskrautextrakt bestimmte stressbedingte Veränderungen teilweise ausgleichen kann.
Die Ergebnisse liefern neue Hinweise auf biologische Zusammenhänge. Ab März 2027 soll eine weitere Studie untersuchen, ob sich solche Veränderungen auch im Blut nachweisen lassen. Langfristig könnten daraus neue Möglichkeiten zur Früherkennung entstehen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.
Johanniskraut gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Arzneimitteln bei Depressionen.
Johanniskraut als pflanzliche Option
Während die Forschung nach neuen Diagnosemöglichkeiten sucht, stehen für die Behandlung bereits verschiedene Therapien zur Verfügung. Neben Psychotherapie und klassischen Antidepressiva kann bei leichten bis mittelgradigen Depressionen auch Johanniskraut helfen. Allerdings unterscheiden sich die Extrakte in ihrer Zusammensetzung und ihren möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Seit Oktober ist in Österreich auch ein rezeptfreies Johanniskrautpräparat von Dr. Böhm erhältlich. Der verwendete Extrakt enthält besonders wenig Hyperforin, einen Inhaltsstoff, der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten begünstigen kann. Untersuchungen mit ausgewählten Arzneimitteln, darunter einer niedrig dosierten Antibabypille, zeigten keine klinisch relevanten Wechselwirkungen. Das gilt allerdings nicht automatisch für alle Medikamente.
Das Präparat ist zur Behandlung seelischer Verstimmungszustände bei Erwachsenen zugelassen. Wer länger unter depressiven Beschwerden leidet, sollte die Ursachen ärztlich abklären lassen, um die passende Behandlung zu finden.