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Jungdamen- und Jungherrenkomitee tanzt in der Hofburg
Traditioneller Auftakt: Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee begeisterte die Ballgäste.
Traditioneller Auftakt: Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee begeisterte die Ballgäste.
Andreas Tischler

Kaffeesiederball: Gemütlichkeit regiert die Hofburg

26.01.2026 um 11:42, Rudolf Grüner
min read
Ein Höhepunkt im Wiener Society-Fasching: Der 67. Wiener Kaffeesiederball brachte Kaffeehauskultur, Tango und sehr viel Flair in die Hofburg.

Unter dem Motto "Wiener Kaffeehauskultur – Die Kunst der Gemütlichkeit" verwandelten die Wiener Kaffeesiederinnen und Kaffeesieder die prächtige Hofburg in ein stilvolles Ballkaffeehaus. Rund 3.600 Gäste erlebten eine Ballnacht, die Genuss, Musik und kulturelles Erbe miteinander verband. Die traditionsreiche Kaffeehauskultur, seit 2011 UNESCO-immaterielles Kulturerbe, stand dabei im Mittelpunkt. Nicht als nostalgische Kulisse, sondern als gelebtes Lebensgefühl, wie die Gastgeber des Abends betonten.

VIP-Auftakt à la Meinl

Bevor der Ball offiziell eröffnet wurde und die Ehrengäste von den Kaffeesiedern empfangen wurden, trafen sich prominente Gäste aus Musik, Kultur und Gastronomie zum exklusiven VIP-Auftakt in der Julius Meinl Lounge. Dort stimmte man sich auf einen genuss- wie schwungvollen Ballabend ein.

Zwei lachende Damen stecken am Ball die Köpfe zusammen
Doris Felber und Christina Meinl

Unter den Gästen befanden sich Christina Meinl, Familienmitglied in fünfter Generation, Christoph Rosner, Geschäftsführer von Julius Meinl Österreich, Doris und Franz Felber, Inhaber der Bäckereikette Felber, Opernsänger Clemens Unterreiner, Musikerin und Content Creatorin Virginia Ernst, Konditormeister Leo Jindrak, Wahrer der originalen Linzertorte in vierter Generation, Josef Sigl, Eigentümer der Trumer Privatbrauerei in achter Generation, sowie die Digital Creators Julia Schloss und Nina Himmelreich.

Die Wiener Kaffeehauskultur ist ein UNESCO immaterielles Kulturerbe, sie verbindet Genuss mit Kultur und Geschichte mit Gegenwart.

Ballorganisator Wolfgang Binder

Traditioneller Treffpunkt

Ballorganisator Wolfgang Binder strich die Rolle der Menschen hinter der Kaffeehauskultur heraus: Es seien nicht nur Architektur, Kaffee oder Mehlspeisen, sondern vor allem die Begegnungen, die diese Orte prägen. Genau dieses Gefühl sollte auch in der Hofburg spürbar werden. Die Gäste flanierten durch die Prunksäle, tauschten sich aus und genossen die besondere Atmosphäre, die den Kaffeesiederball seit Jahrzehnten zu einem Fixpunkt im Wiener Gesellschaftskalender macht.

Hommage an Wiener Werkstätten

Ein gestalterischer Schwerpunkt lag auf der textilen und architektonischen Geschichte der Wiener Kaffeehäuser. Inspiration bot unter anderem das Café Sperl, dessen ikonisches Stoffmuster von Reinhold Völkel aus dem Jahr 1926 das Ballplakat 2026 prägte. Damit schlug der Ball eine Brücke zwischen den Wiener Werkstätten, historischer Gestaltung und zeitloser Eleganz.

Tango und Walzerklänge

Die Eröffnung führte musikalisch zurück in die 1920er-Jahre. Im Zentrum stand der Tango. Eine eigens komponierte Balletteinlage von Miloš Todorovski, interpretiert von Mitgliedern des Wiener Staatsopernballetts, verband klassische Elemente mit zeitgenössischen Klangbildern. Den traditionellen Abschluss bildeten Walzer von Johann Strauss Sohn, dargeboten vom Jungdamen- und Herrenkomitee sowie der Tanzschule Elmayer, begleitet vom Wiener Opernballorchester.

Emotionale Mitternachtseinlage

Auch die Mitternachtseinlage blieb dem Tango treu. Miloš Todorovski und Sängerin Ivana Ecetová präsentierten ein Programm, das klassische Tangos mit modernen Arrangements und bekannten Melodien verband, teils konzertant, teils tänzerisch. Das Publikum nahm die Einladung zum Mittanzen gerne an.

Im Song Contest-Fieber

Mit Blick auf den Eurovision Song Contest 2026 in Wien setzte der Kaffeesiederball ein augenzwinkerndes Late-Night-Zeichen. Die Bad Powells begrüßten die internationale ESC-Community mit einem Tribute-Programm, das bekannte Song-Contest-Hits aufgriff und den Festsaal bis in die späten Stunden füllte. Ein stimmungsvoller Ausklang einer Ballnacht, die Wiener Gastlichkeit und Offenheit in den Vordergrund stellte.

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