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Zwei Weißweingläser im Vordergrund, unscharfe Szene darum herum
Fröhliche Runde, kühler Tropfen, kein Alkohol: Winzer reagieren auf den Trend
Fröhliche Runde, kühler Tropfen, kein Alkohol: Winzer reagieren auf den Trend
Zan Lazarevic/ Unsplash

Alkoholfreier Lifestyle: Wein darf trotzdem sein

05.05.2026 um 16:34, Andrea Schröder
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Eine Studie zeigt: Immer mehr Menschen in Österreich setzen auf Alternativen ohne Alkohol – Wein spielt dabei eine wichtige Rolle. Alles, was man wissen muss.

Der alkoholfreie Lifestyle ist längst mehr als nur ein kurzfristiger Hype – er entwickelt sich immer stärker zu einer bewussten Entscheidung für Gesundheit, Genuss und Flexibilität im Alltag. Laut der Marketagent-Studie „Alkohol im Generationenvergleich“ trinken bereits 19 Prozent der Österreicher:innen gar keinen Alkohol. Die Gründe reichen von gesundheitlichen Aspekten bis hin zu veränderten Geschmacksvorlieben.

Flasche Weisswein und Gläser
Weinbegleitung zum Essen: Geschmack muss sein, Alkohol nicht

Die Nachfrage

Gleichzeitig wächst er Wunsch nach Alternativen deutlich:

  • Ein Drittel wünscht sich ein größeres alkoholfreies Angebot
  • Bei den Unter-30-Jährigen ist es sogar fast jede zweite Person
  • 27 Prozent haben bereits alkoholfreien Wein probiert – 2022 waren es erst 15 Prozent
  • Vor allem die Gen Z zeigt sich experimentierfreudig: Vier von zehn haben alkoholfreien Wein bereits getestet. 

Das zeigt klar, wie sich die Trinkkultur verändert.

Was ist eigentlich No-Lo?

Der sogenannte NoLo-Trend (No & Low Alcohol) verändert die Getränkewelt nachhaltig. Statt Verzicht steht heute bewusster Genuss im Fokus – sei es beim Dinner, beim Afterwork oder bei festlichen Anlässen. Auch in Österreich werden alkoholfreie Alternativen immer öfter als gleichwertige Ergänzung zum klassischen Wein gesehen. 

Wiener Weinkultur trifft Zeitgeist

Wie der Trend in der Praxis aussieht, zeigt ein Blick nach Wien: Das traditionsreiche Weingut Mayer am Pfarrplatz beschäftigt sich als Pionier auf diesem Gebiet bereits seit einigen Jahren intensiv mit alkoholfreien Weinen und hat sein Sortiment kontinuierlich erweitert. Thomas Podsednik, Geschäftsführer und Weingutsleiter:

Dass alkoholfreier Wein mehr als nur ein vorübergehender Trend ist, lässt sich nicht zuletzt am Absatz ablesen – wir verzeichnen in diesem Segment jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.

Thomas Podsednik
Porträt
Geschäftsführer Thomas Podsednik, links, und Pascal Raab, Vertrieb Weingut Mayer am Pfarrplatz

Der Ansatz des Weingutes, um an der Entwicklung am Markt ganz vorn mit dabei zu sein: alkoholfreie Weine nicht als Ersatz, sondern als eigenständige Kategorie zu denken, passend zu einem flexiblen, modernen Konsumverhalten.  Der Restalkohol liegt meist bei rund 0,3 Volumenprozent – vergleichbar mit Fruchtsäften.

Vier Varianten für alle Gelegenheiten

So vielfältig kann alkoholfreier Wein inzwischen sein:

  • Rosé: Frisch und fruchtig mit Aromen von Himbeere, Walderdbeere und roter Johannisbeere Mayer
  • Riesling: Mit typischen Steinobstaromen und lebendiger Säure – ideal als Aperitif oder zu Fisch
  • Prickelnd: Florale Noten von Muskat, Rosen und Akazie, getragen von feiner Perlage – eine Alternative zu Schaumwein
  • Cuvée: Traubig-frisch, leicht und vielseitig – passt zu Salaten, Jausen oder als G’spritzter Damit wird deutlich: Alkoholfreier Wein funktioniert heute für unterschiedlichste Anlässe – vom entspannten Abend bis zur Feier.
Flasche auf schön gedecktem Tisch
Rosé alkoholfrei von Mayer am Pfarrplatz: der ideale "Terrassenwein"

Wie alkoholfreier Wein entsteht

Damit Geschmack und Struktur erhalten bleiben, kommen bei der Herstellung alkoholfreier Weine unterschiedliche Verfahren zum Einsatz – mit deutlichen Unterschieden in der Qualität. Beim Weingut Mayer am Pfarrplatz wird auf Vakuumdestillation gesetzt. Dabei wird dem fertigen Wein unter reduziertem Druck schonend der Alkohol entzogen, wodurch sich der Siedepunkt senkt. Das ermöglicht eine Verarbeitung bei niedrigeren Temperaturen – feine, hitzeempfindliche Aromen bleiben so weitgehend erhalten (bzw. wieder hinzugefügt), ebenso Frische und Säurestruktur. 

Die Qualität erkennt man am Geschmack

Andere Verfahren arbeiten teils mit höheren Temperaturen oder anderen weniger schonenden Methoden. Dabei können flüchtige Duftstoffe verloren gehen, was sich im Geschmack bemerkbar macht. Der Unterschied zeigt sich im Glas: Hochwertig produzierte alkoholfreie Weine kommen dem Original heute erstaunlich nahe.

Endlich auch in Österreich

Und schließlich gibt es gute Neuigkeiten, was die Nachhaltigkeit betrifft: Während österreichische Weine in Ermangelung der erforderlichen heimischen Infrastruktur bislang noch zur Entalkoholisierung nach Deutschland gebracht werden müssen, soll eine entsprechende Anlage in Kürze in Österreich entstehen.  

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