70 Jahre Bundesministerium für Landesverteidigung
Der entscheidende Schritt zu einer eigenständigen, ressortgeführten Landesverteidigung wurde am 11. Juli 1956 vollzogen. Bis dahin war die Landesverteidigung als Sektion im Bundeskanzleramt angesiedelt. Das Österreichische Bundesheer war bereits im Jahr zuvor, 1955, gegründet worden. Erster Bundesminister für Landesverteidigung wurde Ferdinand Graf (ÖVP), der am 15. Juli 1956 angelobt wurde.
Hilfseinsätze sorgen für hohes Ansehen
Seit Jänner 2020 steht Klaudia Tanner als 19. Verteidigungsministerin an der Spitze des Ressorts. Stand ursprünglich die militärische Sicherung der Neutralität und der Staatsgrenzen im Mittelpunkt, gilt es heute, Antworten auf internationale Krisen, Terrorismus, hybride Bedrohungen, Cyberangriffe sowie den Schutz der kritischen Infrastruktur zu finden. Auch bei zahlreichen Auslandseinsätzen konnte und kann das Bundesheer seine hohe Kompetenz unter Beweis stellen. "Zum hohen Ansehen des Bundesheeres in der Bevölkerung tragen neben den sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsätzen im Inland vor allem auch die zahlreichen Katastrophenhilfseinsätze der vergangenen 70 Jahre bei", so die Verteidigungsministerin.
Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat sich in den 70 Jahren seit seiner Gründung kontinuierlich weiterentwickelt, um den sicherheitspolitischen Herausforderungen der jeweiligen Zeit gerecht zu werden.
Staatsvertrag als Basis
Mit dem Staatsvertrag im Mai 1955 erlangte Österreich seine volle Souveränität zurück und damit auch das Recht auf eine eigenständige militärische Landesverteidigung. Der 7. September 1955, an dem das Wehrgesetz mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen wurde, gilt heute als Gründungstag des Österreichischen Bundesheeres. Von grundlegender Bedeutung für den Auftrag und das Einsatzspektrum des Bundesheeres war der Beschluss der immerwährenden Neutralität am 26. Oktober 1955.
Straffe Struktur seit 1956
Im Sommer 1956 erfolgte schließlich die Umgliederung in eine militärische Organisationsstruktur. Dabei entstanden 32 Bataillone, acht Brigaden sowie Gruppenkommanden in Wien, Graz und Salzburg. Mit der Gründung des Bundesministeriums für Landesverteidigung wurde schließlich auch die organisatorische Grundlage für eine eigenständige, ressortgeführte militärische Landesverteidigung geschaffen. Seit 1998 steht das Bundesheer auch offen für den Eintritt von Frauen, Klaudia Tanner ist seit 2020 die erste weibliche Ministerin für Landesverteidigung.