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Weniger Arbeitslose in Tirol

01.04.2026 um 11:20, Online Promotion
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In Tirol ist die Arbeitslosenquote im März im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, die Langzeitbeschäftigungslosigkeit nimmt weiter zu.

Mit Stichtag 31.03.2026 waren in Tirol laut dem AMS Tirol 16.315 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um -157 Menschen weniger (-1,0 %). Sechs von zehn arbeitslos vorgemerkten Personen (60,9 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. Knapp ein Viertel hat aktuell eine Einstellzusage (22,5 %) von einem Betrieb und fast ebenso viele waren zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt (23,1 %). Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +2,0 % gestiegen und aktuell sind in Österreich 322.727 Menschen arbeitslos vorgemerkt.

Nach neunundzwanzig Monaten steigender Arbeitslosigkeit in Tirol können wir erstmals wieder sinkende Arbeitslosigkeit feststellen. Hauptgrund dafür ist die gute Wintersaison und der frühe Ostertermin. Die wirtschaftliche Stimmung bleibt angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten und aufgrund der steigenden Preise gedämpft.

Johannes Schranz, stv. Landesgeschäftsführer AMS Tirol

Bei 16.315 Arbeitslosen und geschätzten 367.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im März 2026 in Tirol 4,3 %. Im Bundesländervergleich ist das der niedrigste Wert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote in Tirol um -0,1-Prozentpunkte gesunken. 

Ländlicher Raum besonders von demografischer Entwicklung betroffen (Vormonat) 

Mit Ausnahme von Wien und Tirol ist die Beschäftigung in allen anderen Bundesländern gesunken. Ende Februar 2026 waren in Tirol 373.676 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Das sind um +943 bzw. +0,3 % mehr als im Vorjahr. Besonders stark stieg die Beschäftigung in Tirol bei den Frauen (+814 bzw. +0,5 %) und in der Altersgruppe 60 bis 64 Jahre (+2.451 bzw. +14,3 %). Dies ist vor allem auf die Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters der Frauen zurückzuführen. Allein bei den 60- bis 61-jährigen Frauen betrug der Anstieg +1.610 bzw. 36,7 %. In den Altersgruppen unter 35 Jahren zeigte sich hingegen ein durchgehender Rückgang.

In den ländlichen Regionen wird die demografische Entwicklung in Tirol stärker spürbar sein als in den Ballungszentren. Der Rückgang an verfügbaren Arbeitskräften wird dort stärker ausfallen. Somit wird die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsplätze zum entscheidenden Faktor, um erfahrene Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben zu halten.

Johannes Schranz, stv. Landesgeschäftsführer AMS Tirol

Die Beschäftigung ist in Tirol in den letzten Jahren dank starker Zuwanderung und einer steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen kontinuierlich gewachsen. Zuletzt hat sich dieses Wachstum jedoch verlangsamt, auch aufgrund der schwachen Konjunktur. Laut aktueller Prognose der Statistik Austria wird die Zahl der Erwerbspersonen in Tirol trotz steigender Erwerbsquoten ab 2027 kontinuierlich sinken. Bis 2040 wird ein Rückgang um rund -16.000 Erwerbspersonen erwartet. Dieses Szenario würde Tirol vor enorme strukturelle und gesellschaftspolitische Herausforderungen stellen.

Arbeitslosigkeit gesunken
↓ -157 | -1,0 % auf 16.315 Personen

Beschäftigung gestiegen
↑ +5.000 | +1,4 % auf 367.000 unselbständig Beschäftigte

Arbeitslosenquote gesunken
↓ -0,1 %-Punkte auf 4,3 %

Arbeitslosigkeit bei Frauen leicht gestiegen 

Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Männer ist im Vergleich zum Vorjahr um -2,3 % auf 8.969 gesunken. Bei den Frauen konnte ein Anstieg um +0,7 % auf 7.346 beobachtet werden. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 4,5 % deutlich über jener der Frauen (4,0 %). Bei beiden Geschlechtern liegt die Arbeitslosenquote um -0,1 %-Punkte unter dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosigkeit in fast allen Bezirken gesunken 

In den Bezirken Landeck (-22,8 %), Kitzbühel (-10,0 %), Reutte (-8,8 %), Imst (-6,8 %), Schwaz (-5,4 %) und Kufstein (-4,1 %) sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit kann hingegen in den Bezirken Lienz (+2,0 %) und Innsbruck Stadt/Land (+5,7 %) beobachtet werden. Allein im größten Arbeitsmarktbezirk Innsbruck sind +433 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr (Tirol gesamt: -157).

Anstieg bei Jugendlichen und Drittstaatsangehörigen 

Leicht gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren (+2,8 % bzw. +54). Die Arbeitslosigkeit von Älteren (50 Jahre und älter) ist im Vorjahresvergleich um -3,9 % bzw. -197 gesunken.

Die Arbeitslosigkeit von Menschen aus sonstigen Drittstaaten ist im Vorjahresvergleich um +3,1 % gestiegen. Bei Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft (-0,7 %) und bei den EU- Bürger_innen (-4,8%) konnte hingegen ein Rückgang beobachtet werden.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit steigt weiter 

Aktuell sind in Tirol 2.359 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +16,2 % bzw. +329 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (52,8 %) hat gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Fast ebenso viele verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss (51,4 %) und fast jede zweite betroffene Person ist älter als 50 Jahre (47,6 %).

Höherqualifizierung ist bestes Mittel gegen Arbeitslosigkeit 

Ende März hatten 43,2 % der vorgemerkten Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Personen arbeiteten hauptsächlich in Hilfsberufen und besitzen weder einen Lehrabschluss noch eine höhere Schulbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss betrug zuletzt 11,6 %. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung lag dieser Wert bei 4,7 % und bei Akademiker_innen bei 2,0 %.

2.739 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +279 Personen oder +11,3 % mehr.

Arbeitslosigkeit im Tourismus deutlich unter Vorjahresniveau 

In der Beherbergung und Gastronomie (-393 bzw. -9,5 %) und im Bereich Erziehung und Unterricht inkl. der Skilehrer_innen (-75 bzw. -18,9 %) liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Gesunken ist sie auch in der Warenherstellung (-74 bzw. -5,0 %), bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-43 bzw. -2,5 %) und in der Baubranche (-34 bzw. -2,1 %). Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit hingegen im Handel (+140 bzw. +6,1 %).

Weiterhin Rückgang bei offenen Stellen, Anstieg in der Baubranche 

Die Anzahl der beim AMS Tirol zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen liegt weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Ende März waren beim AMS Tirol 6.601 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Rückgang von -2,5 % oder -172 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind das Gesundheits- und Sozialwesen (-177 bzw. -33,8 %) und der Handel (-161 bzw. -11,3 %). In der Warenherstellung (+79 bzw. +8,9 %), in der Arbeitskräfteüberlassung (+71 bzw. +8,8 %), bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+66 bzw. +39,1 %), in der öffentlichen Verwaltung (+33 bzw. +17,7 %) und in der Baubranche (+25 bzw. +3,2 %) sind hingegen mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr.

Kontakt 

Weitere Informationen unter: www.ams.at/arbeitsmarktdaten

 

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