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Staumauer und Speichersee des Kraftwerk Kühtai in Tirol aus der Vogelperspektive während der Befüllung des neuen Pumpspeichers.
Der Speichersee beim Kraftwerk Kühtai wird aktuell befüllt – das milliardenschwere Pumpspeicherkraftwerk startet 2026 in den Probebetrieb.
Der Speichersee beim Kraftwerk Kühtai wird aktuell befüllt – das milliardenschwere Pumpspeicherkraftwerk startet 2026 in den Probebetrieb.
Photofex_AUT / shutterstock.com

Kraftwerk Kühtai: Milliardenprojekt startet in entscheidende Phase

28.06.2026 um 16:26, Stefanie Hermann
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Das Kraftwerk Kühtai geht in den Probebetrieb. Milliardenprojekt soll Strom speichern und Energiewende sichern – trotz heftiger Kritik.

Das Kraftwerk Kühtai erreicht einen entscheidenden Meilenstein: Rund 20 Jahre nach den ersten Planungen geht das Pumpspeicherkraftwerk in Tirol im Sommer 2026 in den Probebetrieb. Der neue Speichersee auf mehr als 2.100 Metern Seehöhe wird seit Juni schrittweise befüllt. Bis Ende 2027 soll die Anlage vollständig in Betrieb sein.

Mit einer Leistung von rund 190 Megawatt zählt das Projekt zu den größten seiner Art in Europa. Ziel ist es, überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen.

Milliardenprojekt mit langer Vorgeschichte

Die Planungen für das Kraftwerk Kühtai haben bereits im Jahr 2006 begonnen. Es folgten jahrelange Genehmigungsverfahren und rechtliche Auseinandersetzungen. Erst 2019 wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung rechtskräftig abgeschlossen, 2020 folgte die Bestätigung durch den Verwaltungsgerichtshof.

Die Bauarbeiten starteten 2021. Insgesamt investiert der Tiroler Energieversorger Tiwag rund 1,13 Milliarden Euro in das Projekt. Ein Teil davon fließt in ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

So funktioniert das Kraftwerk Kühtai

Das Kraftwerk Kühtai ist als Pumpspeicherkraftwerk konzipiert. Dabei wird Wasser zwischen mehreren Speichern hin und her bewegt. Wird Strom benötigt, fließt Wasser aus einem höher gelegenen Speicher durch Turbinen ins Tal und erzeugt Energie.

Bei Stromüberschuss wird das Wasser wieder nach oben gepumpt. So kann Energie gespeichert und das Stromnetz stabilisiert werden. Pro Sekunde können bis zu 90 Kubikmeter Wasser durch die Anlage fließen.

Wichtiger Baustein für die Energiewende

Pumpspeicherkraftwerke wie das Kraftwerk Kühtai gelten als zentrale Technologie für die Energiewende. Sie gleichen Schwankungen aus, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichend verfügbar sind.

Gerade bei sogenannten Dunkelflauten, also Phasen ohne Wind und Sonne, können solche Anlagen kurzfristig große Energiemengen bereitstellen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Kritik an Eingriffen in die Natur

Trotz der energiepolitischen Bedeutung ist das Kraftwerk Kühtai stark umstritten. Umweltorganisationen und Alpenvereine kritisieren vor allem die massiven Eingriffe in die alpine Landschaft.

Ein Teil des Längentals wurde geflutet, Lebensräume gingen verloren. Gegner sprechen von einem schwerwiegenden Eingriff in sensible Ökosysteme. Auch die Wasserzuleitungen aus umliegenden Tälern waren Gegenstand heftiger Kritik.

Ausgleichsmaßnahmen und Rückbau geplant

Die Betreiber betonen hingegen, dass umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt wurden. Dazu zählen Aufforstungen, die Umsiedlung von Tierarten sowie die Renaturierung von Gewässern.

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Umgebung rund um das Kraftwerk Kühtai schrittweise rückgebaut werden. Ziel ist es, die Flächen wieder landwirtschaftlich nutzbar zu machen und langfristig in die alpine Landschaft zu integrieren.

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