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Rückansicht eines Polizisten vor einem Einsatzfahrzeug – Symbolbild für laufende Ermittlungen der Polizei in Kitzbühel.
Nach dem Leichenfund einer Mutter und ihres Sohnes (5) geht die Polizei von Mord bzw. erweitertem Suizid aus.
Nach dem Leichenfund einer Mutter und ihres Sohnes (5) geht die Polizei von Mord bzw. erweitertem Suizid aus.
Reinhard Krull / iStock

Kitzbühel: Mutter und Kind (5) tot – Tragödie bleibt Rätsel

11.02.2026 um 15:27, Stefanie Hermann
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Tragödie in Kitzbühel: Eine Mutter (48) und ihr Sohn (5) wurden tot aufgefunden. Der Fall gibt Rätsel auf. Ermittler vermuten erweiterten Suizid.

Kitzbühel ist tief erschüttert. Am Montag wurden in einer Wohnung am Rennfeld, unweit des Bahnhofs, eine 48-jährige Frau und ihr fünf Jahre alter Sohn tot aufgefunden. Angehörige hatten Alarm geschlagen, nachdem die Mutter mehrere Tage lang nicht erreichbar gewesen war. Eine Person aus ihrem Umfeld entdeckte schließlich die beiden Leichen und verständigte die Polizei.

Todesumstände weiter unklar

Laut Ermittlern dürfte der letzte Kontakt der Frau zu Freunden oder Bekannten am Sonntag bestanden haben. Was danach geschah, ist bislang unklar. Das Landeskriminalamt Tirol hat die Ermittlungen übernommen, die Wohnung wurde versiegelt und umfangreich untersucht. Die Tatortarbeit sei noch im Gange, erklärte Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamtes Tirol: „Es werden noch Spuren gesichert.“

Polizei geht von erweitertem Suizid aus

Erste Ergebnisse der Obduktion brachten nur teilweise Aufklärung. Bei der Frau wurden keine Spuren von Fremdeinwirkung gefunden, sie habe sich laut Polizei selbst das Leben genommen. Beim toten Kind konnten keine äußeren Verletzungen festgestellt werden. Der Bub könnte vergiftet worden sein, dies sollen weitere toxikologischen Untersuchungen zeigen. Die Ermittler gehen derzeit von einem erweiterten Suizid aus.

Mutter und Sohn lebten zurückgezogen

Dagmar S. und ihr Sohn Sebastian wohnten im ersten Stock einer Unterkunft in Kitzbühel und galten als sehr zurückgezogen. Ein ehemaliger Kollege, der die Frau früher von der Gemeinde kannte, sagte: „Sie soll ihr Kind aber sehr geliebt haben.“ Zuletzt arbeitete sie in Kufstein, Kontakte zu früheren Kollegen habe sie kaum gepflegt. Die Ermittler prüfen nun auch das persönliche Umfeld, um ein mögliches Motiv zu klären.

Kitzbühel sagt Fasching ab

In der Stadt herrscht tiefe Betroffenheit. Bürgermeister Klaus Winkler spricht von einer Tragödie, die die ganze Gemeinde erschüttere, und erklärte in einer offiziellen Aussendung: „Aufgrund der tragischen Ereignisse mit zwei verstorbenen Mitbürgern zieht sich die Stadt Kitzbühel von allen Faschingsaktivitäten zurück.“ Der geplante Umzug am Faschingsdienstag wurde abgesagt. „In diesen schwierigen Tagen wollen wir zusammenhalten und gemeinsam trauern“, so der Bürgermeister weiter.

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