Kommentar: Teufelskreis durch neue Maßnahmen

Die rekordverdächtigen Infektionszahlen der vergangenen Wochen und die zeitgleiche Aussetzung beinahe aller Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Patientenzahl auf den Normalstationen stark angestiegen sind.
Autor: Patrick Deutsch, 01.04.2022 um 13:05 Uhr

Da wirkt es fast unglaublich, dass die Infektion bei unseren Politikern gefühlt immer asymptomatisch verläuft und sie fleißig im Homeoffice ihren Amtsgeschäften nachgehen können. Für unseren frischgebackenen Gesundheitsminister hatte die angespannte Infektionslage die unangenehme Folge, dass er gleich wieder einen Rückzieher und die Masken wieder zur Pflicht machen musste. Zeitgleich wurden aber die Quarantäne-Regeln gelockert.

Alle Schleusen auf

Symptomfreie Infizierte können jetzt bereits nach fünf Tagen die Absonderung beenden – ohne Test. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen aber sagen, dass es für den medizinischen Laien gar nicht so einfach zu beurteilen ist, was ein ernstzunehmendes Symptom ist. Zählt ein leichter Schnupfen? Oder ein kratziger Hals? Muss es Fieber sein? Jeder Mensch schätzt seinen Gesundheitszustand auch individuell ein. Dazu kommt, dass viele Personen gar nicht die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten und sich vielleicht unter Druck gesetzt fühlen, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten. Das könnte dazu führen, dass ansteckende Menschen in den Firmen sitzen und ihre Kollegen und Kunden ungewollt in Quarantäne befördern. Ein Teufelskreis, den man sich vor allem in den Krankenhäusern nur sehr schwer leisten wird können. Von der Gesundheit der Patienten einmal ganz abgesehen, würde die ohnehin schon dünne Personaldecke auf den Stationen dadurch nur unnötig belastet werden.