Kommentar: Die Auferstehung der Werte

Kürzlich fiel bei unserem Interviewtermin mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer ein Satz, der sich in mein Gedächtnis brannte: „Der Glaube ist abgeschafft und die Menschen flüchten in den Aberglauben.“
Autor: Patrick Deutsch, 25.02.2022 um 09:00 Uhr

Ein Satz, der die aktuelle Situation in der Gesellschaft perfekt einfängt. Eine Gesellschaft, in der Meinungen mittlerweile mehr gelten als Fakten. Eine Gesellschaft, die sich in Blasen zurückgezogen hat und nur mehr ihre eigene Sicht der Dinge bestätigt haben möchte. Da die Politik ja auch nur ein Spiegelbild dieser Gesellschaft ist, hat auch hier der Moralverlust Einzug gehalten. Denken wir nur an diverse Fehltritte von Spitzenpolitikern in der jüngeren Vergangenheit. Da wurde gebetsmühlenartig betont, dass die Grenze des Erlaubten mit dem Strafgesetzbuch einhergeht. Natürlich ist das streng genommen richtig. Allerdings sollte man in der Politik, aber auch in der Gesellschaft, nicht höhere Wertestandards anlegen und einfordern dürfen?

Glauben, aber anders

Wer sich öfter in Sozialen Medien bewegt, kann sich diese Frage getrost sparen. Von einer guten Diskussionskultur sind wir meilenweit entfernt. Beschimpfungen, Verleumdungen und persönliche Angriffe gehen in der digitalen Welt nämlich Hand in Hand. Man muss sich unweigerlich die Frage stellen, ob sich durch den Verlust des Glaubens, auch ein Verlust der Moral eingestelllt hat? Verstehen Sie micht nicht falsch, ich will keinesfalls in Zeiten zurück, wo Religion die alleinige Deutungshoheit hatte, aber ein Wiederauferstehen von Nächstenliebe und Moral könnte uns wirklich nicht schaden. Allein der Glaube fehlt und so wird ein friedvolles Miteinander in naher Zukunft wohl ein frommer Wunsch bleiben.