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SPÖ-Kandidat Karl Marx steht vor einem weißen Hintergrund und lächelt in die Kamera
Der 63-jährige ehemalige Hausmeister Karl Marx will für die Grazer Sozialdemokraten am 28. Juni das Rathaus erobern.
Der 63-jährige ehemalige Hausmeister Karl Marx will für die Grazer Sozialdemokraten am 28. Juni das Rathaus erobern.
SPÖ Graz

Kein Scherz: Karl Marx ist SPÖ-Kandidat

11.06.2026 um 13:49, Marcel Toifl
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Ausgerechnet in der Kommunistenhochburg Graz schickt die SPÖ einen Kandidaten namens Karl Marx ins Rennen der Gemeinderatswahl 2026.

Wenn am Sonntag, dem 28. Juni, die Bürger zur Grazer Gemeinderatswahl an die Urnen gerufen werden, prangt ein Name auf dem Stimmzettel, der weltweit Geschichte geschrieben hat: Karl Marx kandidiert höchstoffiziell für die Mandate im Rathaus. Ausgerechnet in Graz, der europaweit bekannten Hochburg der KPÖ rund um Bürgermeisterin Elke Kahr, schickt nun jedoch nicht die kommunistische Partei das historische Namens-Schwergewicht ins Rennen, sondern die sozialdemokratische SPÖ.

Wer Karl Marx will, kann Karl Marx wählen

Der Slogan des neuen sozialdemokratischen Hoffnungsträgers ist simpel gehalten. Der rote Karl Marx trage seinen prominenten Namen keineswegs als künstliches Parteibanner vor sich her, sondern verstehe ihn vielmehr als Teil seiner ganz persönlichen Biografie.

Das humorvolle Namens-Duell im Überblick:

  • Das historische Paradoxon: Graz wird seit Jahren von der KPÖ regiert – doch das personifizierte Urgestein des wissenschaftlichen Kommunismus steht am 28. Juni auf der Liste der Sozialdemokraten.
  • Die Kampfansage: Mit dem Spruch „Wer Karl Marx will, kann Karl Marx wählen!“ bricht die SPÖ mit einem Augenzwinkern das Monopol der amtierenden Bürgermeisterin Elke Kahr auf linke Wählerstimmen auf.
  • Der Wahlzettel-Faktor: Die Grazer Wahlkommission hat die offizielle Liste der zugelassenen Kandidaten bestätigt, womit der berühmteste Name der Arbeiterbewegung nun ganz real angekreuzt werden kann.

Das Profil des roten Hausmeisters

Die wichtigsten Stationen im Leben des Grazer Kandidaten:

  • Der Beruf: Der sozialdemokratische Namensvetter verdiente sein tägliches Brot über viele Jahre als Hausmeister in der steirischen Landeshauptstadt.
  • Das Engagement: Seit dem Antritt seines Ruhestands leitet er ehrenamtlich einen eigenen Lesekreis.
  • Das private Umfeld: Der Vater eines erwachsenen Sohnes lebt seit 25 Jahren mit seiner Partnerin zusammen, die als Projektleiterin bei der Grazer Organisation ISOP Menschen mit Migrationsgeschichte zurück in die Gesellschaft begleitet.

Elf Parteien und der Kampf um das Rathaus

Die bevorstehende Wahl im Juni wird für die 225.883 wahlberechtigten Grazer zu einer echten Richtungsentscheidung. Insgesamt elf unterschiedliche Listen und Parteien wurden von der Wahlkommission zugelassen, um die Machtverhältnisse im Gemeinderat neu zu ordnen.

Die wichtigsten harten Fakten zum Grazer Urnengang:

  • Die traditionellen Kräfte: Neben der FPÖ, die ganz oben auf dem Wahlzettel steht, treten die ÖVP, die Grünen, die NEOS sowie die regierende KPÖ unter Spitzenkandidatin Elke Kahr an.
  • Die neuen Herausforderer: Erstmals auf dem Stimmzettel finden sich das basisdemokratische Demokratische Bündnis Österreich (DBÖ) sowie die menschenrechtlich orientierte Liste „GAZA – Stimmen für globale Gerechtigkeit“.
  • Die Rückkehrer: Sowohl die Piratenpartei Graz als auch die impfkritische MFG schicken eigene Kandidaten ins Rennen, um die magische Hürde für den Einzug in das Grazer Rathaus zu knacken.

Ob das humorvolle Namens-Déjà-vu der SPÖ am Ende des Tages tatsächlich die entscheidenden Prozentpunkte bringt, um an den Thron der amtierenden Bürgermeisterin Kahr zu rütteln, wird sich am Abend des 28. Juni zeigen. Bei der vergangen Wahl entschied die KPÖ mit rund 29 Prozentpunkten das Rennen für sich. Bürgermeister Elke Kahr erfreut sich aufgrund ihrer Bürgernähe höchster Beliebtheitswerte innerhalb der Stadtbevölkerung.

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