Zwischen Pulverschnee und Portfolio
Der stellvertretende Filialdirektor Steiermark der Hypo Vorarlberg in Graz im großen Weekend-Interview.
Herr Gerhold, Skifahren begleitet Sie seit Ihrer Kindheit. Welche Bedeutung hat der Sport heute für Sie?
Daniel Gerhold: Skifahren ist seit jeher ein fixer Bestandteil meines Lebens. Aufgewachsen in der Steiermark mit engen Verbindungen nach Salzburg und Kärnten, habe ich früh eine tiefe Verbundenheit zu den Bergen entwickelt. Heute ist der Sport für mich vor allem ein wertvoller Ausgleich zu einem anspruchsvollen beruflichen Umfeld. Er schafft Klarheit, fördert Fokus und Ausdauer – Qualitäten, die auch im Bankgeschäft entscheidend sind.
Hat sich Ihr Blick auf den Skisport im Laufe der Jahre verändert?
Gerhold: Definitiv. Mit meiner Tätigkeit bei der Hypo Vorarlberg hat sich meine Perspektive erweitert. Wenn ich heute Regionen wie Lech, Zürs oder St. Anton besuche, sehe ich nicht nur attraktive Destinationen, sondern wirtschaftliche Ökosysteme. Dort wird Tourismus strategisch, langfristig und ganzjährig gedacht. Man erkennt klar strukturierte Investitionskonzepte, professionelle Infrastrukturentwicklung und eine hohe Qualitätsorientierung.
Sie waren heuer erstmals in Südtirol auf den Skiern unterwegs. Welche Eindrücke haben Sie von dort mitgenommen?
Gerhold: Südtirol hat mich in mehrfacher Hinsicht beeindruckt. Neben der landschaftlichen Qualität und der exzellenten touristischen Infrastruktur überzeugt vor allem das Zusammenspiel von Tradition und moderner Architektur. Es wird sichtbar in nachhaltigen Baukonzepten und einer klaren Markenpositionierung. Mit Blick auf die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 gewinnt die Region zusätzlich an internationaler Strahlkraft – ein Impuls, der bei entsprechender strategischer Nutzung langfristige wirtschaftliche Effekte entfalten kann.
Beeinflusst der berufliche Hintergrund als Banker die Wahrnehmung des Skisports?
Gerhold: Unweigerlich. Neben der persönlichen Begeisterung verfolge ich Entwicklungen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der Klimawandel stellt den alpinen Tourismus vor strukturelle Herausforderungen. Schneesicherheit ist kein Selbstverständnis mehr. Entscheidend wird sein, welche Regionen in Diversifikation, Ganzjahresangebote und nachhaltige Infrastruktur investieren. Resilienz und Anpassungsfähigkeit sind zentrale Erfolgsfaktoren.
Welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht für nachhaltigen Erfolg im alpinen Tourismus entscheidend?
Gerhold: Langfristige strategische Planung, gezielte Investitionen und eine klare Positionierung. Dazu zählen moderne Infrastruktur, nachhaltige Mobilitätskonzepte, Qualitätssteigerung im Beherbergungsbereich sowie die Entwicklung ganzjähriger Wertschöpfungsmodelle. Regionen, die Abhängigkeiten reduzieren und Angebotsvielfalt schaffen, sichern sich stabile Perspektiven – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
Wie bewerten Sie Großereignisse wie die Olympischen Spiele aus ökonomischer Sicht?
Gerhold: Großereignisse können starke wirtschaftliche Impulse setzen, sofern sie verantwortungsvoll geplant werden. Entscheidend ist, dass Investitionen langfristig tragfähig sind und die Infrastruktur auch nach dem Event nachhaltig genutzt wird. Wirtschaftlicher Erfolg entsteht nicht durch das Ereignis selbst, sondern durch die strategische Einbettung in eine langfristige Regionalentwicklung.
Fließen Ihre persönlichen Erfahrungen in Ihre Tätigkeit als Firmenkundenbanker ein?
Gerhold: Ja, sehr stark. Gerade im Tourismus- und Immobilienbereich ist es wesentlich, Geschäftsmodelle nicht nur theoretisch zu bewerten, sondern auch deren operative Realität zu verstehen. Eigene Eindrücke aus unterschiedlichen Destinationen schärfen den Blick für Marktmechanismen, Investitionsbedarf und Zukunftsfähigkeit. In der Beratung geht es darum, Projekte nicht nur finanzierbar, sondern nachhaltig tragfähig zu gestalten. Praxisnähe und wirtschaftliche Analyse ergänzen sich dabei ideal.

Hypo Vorarlberg in Graz
Daniel Gerhold
Stv. Filialdirektor Steiermark
daniel.gerhold@hypovbg.at
www.hypovbg.at/graz