Grazer Film- und Produktionsfirma insolvent

Die Grazer Film- und Produktionsfirma „pre tv“ meldete heute unerwartet Insolvenz an. 22 Dienstnehmer und 25 Gläubiger sind betroffen – die Überschuldung beträgt rund 1,6 Millionen Euro.

Ursache

Zu den Insolvenzursachen verweist das Unternehmen unter anderem auf den deutlichen Rückgang im Bereich Personalvermittlung, Teamvermietung und Schnittplatzvermietung in den vergangenen Jahren.

Zur Verbesserung der erwirtschafteten Deckungsbeiträge legte man den Fokus auf internationale Produktionen, die jedoch eine deutlich längere Durchlaufzeit mit sich brachten, sodass eine entsprechende Finanzierung erforderlich war. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2020 ein Einmalkredit aufgenommen.

Fortführung geplant

Das Unternehmen sieht sich laut AKV (Alpenländischer Kreditorenverband) nicht mehr in der Lage, Rückzahlungen abzudecken, sodass nach eigenen Angaben der Eintritt der Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorstehe.

Die Fortführung des Unternehmens wird angestrebt, wobei dies nur mit Beteiligung eines Neuinvestors, den Verkauf eines Teilbetriebes oder die Versilberung von Produktionen möglich sein werde. Weiters geht das Unternehmen laut AKV davon aus, dass Kapazitätsanpassungen notwendig seien.

Zahlreiche internationale Partner

Ende der 1980er begann „pre tv“ zunehmend für den ORF Serienproduktionen herzustellen, in weiterer Folge auch Dokumentationen für den internationalen Fernsehmarkt. Seit 2012 wurden verstärkt Dokumentationen mit Fokus auf Geschichte, Natur, Kunst und Kultur hergestellt. Partner waren neben dem ORF unter anderem ARTE, ZDF, ARD, WDR, SWR BR sowie France Television, CCTV, PBS oder BBC4.

Außerdem war das Unternehmen von 2009 bis 2017 an den ORF-Produktionen „Am Schauplatz“, „Schauplatz Gericht“, „konkret“, „Bürgerforum“ beteiligt.

Autor: Melanie Ogris, 09.05.2022