Kahr aktiviert „Energie-Frühwarnstufe“

Mithilfe eines dreistufigen Plans will die Grazer Bürgermeisterin durch die Energiekrise kommen.
Autor: Melanie Ogris, 12.09.2022 um 10:57 Uhr

Wie nahezu jede andere größere Stadt hat auch Graz an Maßnahmen gearbeitet, um den effizienten Umgang mit Energie zu erhöhen. Ergebnis dieser Arbeit ist ein dreistufiger Plan mit Energiesparmaßnahmen für die steirische Landeshauptstadt.

Die Stadt Graz möchte in allen Bereichen mit gutem Beispiel vorangehen und Energie sparen, wo es sinnvoll und möglich ist. Das ist auch gut für die Umwelt und spart Kosten. – Bürgermeisterin Elke Kahr

Sofortige Wirkung

Die 1. Stufe des Plans ist die Frühwarnstufe, die Bürgermeisterin Elke Kahr ab sofort einsetzt. Stufe 2 (Alarmstufe) und Stufe 3 (Notfallstufe) stellen weitere Eskalationsstufen dar, die im Falle einer Verschlechterung der Energieversorgungslage aktiviert werden können.

Maßnahmen in der Frühwarnstufe

Einerseits soll Energie eingespart und andererseits die Bewusstseinsbildung in der Grazer Bevölkerung erhöht werden. Konkret werden dafür folgende Schritte gesetzt:

  1. Einschränkung der Anstrahlung öffentlicher Gebäude
    Statt sofort bei Dämmerung, startet die Anstrahlung eine Stunde später und endet eine Stunde früher als bisher.
     
  2. Weniger Weihnachtsbeleuchtung
    Bisher wurde die Beleuchtung zehn Tage vor dem 1. Adventsonntag gestartet – künftig zwei Tage davor. Außerdem sind die Beleuchtungszeiten nun überall in der Stadt einheitlich: von 16 bis 22 Uhr.
     
  3. Energieeinsparungen in öffentlichen Gebäuden
    In der Gebäudeverwaltung wurden in den vergangenen Jahren bereits viele Schritte gesetzt, um Energie einzusparen. Das Haus Graz will dennoch mit einer Vielzahl weiterer Maßnahmen mit gutem Beispiel vorangehen – die konkreten Maßnahmen finden Sie hier...
     
  4. Niedrigere Temperatur in Hallenbädern
    In allen öffentlichen Hallenbädern werden Wasser- und Lufttemperatur um jeweils ein Grad Celsius gesenkt.
     
  5. Reduktion von elektronischer Werbung
    Werbeflächen werden künftig in den Nachstunden gedimmt oder gänzlich ausgeschalten. Die städtischen Beteiligungen „Ankünder GmbH", die „Messe Congress Graz Betriebsgesellschaft" sowie die „Stadion Liebenau GmbH" prüfen konkrete Maßnahmen.
     
  6. Haus Graz WLAN und Free-WIFI
    Eine Abschaltung während der Nachtstunden wird derzeit von der städtischen „CityCom" sowie der „ITG Graz" geprüft.
     
  7. Vorbereitung eines Verbots von Outdoor-Heizungen in Wintergastgärten
    Mit Ende des Jahres 2022 enden die derzeitigen Gestattungsverträge des Straßenamts mit den Gastronomen. Ab 2023 werden „Heizschwammerln“ nicht mehr erlaubt werden, sofern im Bund zumindest die Energie-Frühwarnstufe aktiv ist.
     
  8. Politische Gespräche mit Stakeholdern
    Die Mitglieder der Stadtregierung sind ersucht worden, sich in ihren Ressorts mit den relevanten Stakeholdern auszutauschen, welche Möglichkeiten der Energieeinsparung realisierbar sind. Erste Sondierungsgespräche haben vielerorts bereits stattgefunden.

Energiesparen ist das Gebot der Stunde, denn die Folgen des Klimawandels und die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine treffen uns alle! Für mich ist klar: Die Energiekrise können wir nur gemeinsam meistern. – Vizebürgermeisterin Judith Schwentner