Bärenschützklamm bleibt auch 2022 geschlossen

Sie zählt zu den beliebtesten und schönsten Klammwanderungen in ganz Österreich: die steirische Bärenschützklamm in Mixnitz. Über 109 Brücken und 51 Holzleitern geht es vorbei an tosenden Wasserfällen und wunderbarer Natur. Die Klamm ist nicht nur ein gut besuchtes Ausflugsziel (rund 40.000 Besucher pro Jahr), sondern auch ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Hochlantsch, der höchsten Erhebung im Grazer Bergland. Schon 2021 konnte das Naturjuwel nicht besucht werden und auch 2022 müssen Wanderer und Co. auf die Bärenschützklamm verzichten.

Felssturz und drei Todesopfer

Grund dafür ist ein tragischer Vorfall, der sich am 8. Juli 2020 ereignete: Bei einem beliebten Fotopunkt auf einem Steg in der Klamm stürzten mehrere Felsbrocken auf die Besucher. Drei Menschen verloren ihr Leben. Seitdem ist die Klamm gesperrt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden zwar eingestellt, weil es sich um ein "unvorhergesehenes Naturereignis" gehandelt habe, die Behörde schrieb jedoch vor der neuerlichen Eröffnung Maßnahmen vor. 

Bärenschützklamm in Mixnitz

Sperre steht im Raum

Letzten Herbst sollten bereits die Baumaßnahmen beginnen, doch daraus wurde nichts, weil ein neuer Geologe bestellt werden musste. Derzeit ist noch unklar, wie die Maßnahmen nun aussehen, eine Öffnung kommt also im nächsten Jahr nicht in Frage. Und generell könnte das leider auch das Ende der Klamm bedeuten. "Wenn der Aufwand und die Haftung für uns Ehrenamtliche zu hoch wird, muss man überlegen, ob man das noch macht", erklärt Gerhard Jantscher, Vorstand der Alpenvereinssektion Mixnitz, die Situation. 

Hohe Kosten

Auch die Finanzierung der Maßnahmen ist derzeit unklar. Zwischen 600.000 und 650.000 Euro müssen wahrscheinlich aufgebracht werden. Doch solange nicht klar ist, was mit der Klamm passiert, ist ein Spendenaufruf nicht sinnvoll. Apropos Kosten: Auch die Hütten leiden unter der Sperre, da die Klamm außerdem ein beliebtes Ziel für Reisebusse aus dem Ausland war. 

Autor: Cornelia Scheucher, 20.12.2021