Direkt zum Inhalt
Kyle Busch lächelt in seinem Rennanzug
Viel zu früh verstorben: Der zweifache NASCAR-Meister Kyle Busch ist im Alter von 41 Jahren nach einem Zusammenbruch im Simulator tot.
Viel zu früh verstorben: Der zweifache NASCAR-Meister Kyle Busch ist im Alter von 41 Jahren nach einem Zusammenbruch im Simulator tot.
APA-Images / AP / Derik Hamilton

Große Trauer: US-Rennsportikone mit nur 41 Jahren tot

22.05.2026 um 09:56, Marcel Toifl
min read
Tragödie im US-Motorsport: Der zweifache NASCAR-Champion Kyle Busch ist im Alter von 41 Jahren nach einer plötzlichen, schweren Krankheit verstorben.

Die Motorsportwelt steht unter Schock: Der zweifache NASCAR-Cup-Series-Champion Kyle Busch ist am Donnerstag im Alter von nur 41 Jahren überraschend verstorben. Das plötzliche Ableben der Rennsport-Legende, die auf Platz neun der ewigen Bestenliste der Rennserie steht, wurde in einer gemeinsamen Erklärung der Familie Busch, von Richard Childress Racing und der NASCAR-Organisation bekanntgegeben. Eine genaue Todesursache wurde zunächst nicht genannt, jedoch war der Fahrer kurz zuvor wegen einer schweren Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Zusammenbruch im Simulator: Die letzten Stunden

Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aus anonymen Quellen erfuhr, habe Busch noch am Mittwoch Testfahrten im Chevrolet-Rennsimulator in Concord (North Carolina) absolviert, als er plötzlich das Bewusstsein verloren haben soll. Er soll umgehend in eine Klinik nach Charlotte transportiert worden sein. Zuvor hatte seine Familie mitgeteilt, dass er wegen einer „schweren Erkrankung“ in Behandlung sei und am kommenden Wochenende nicht am Coca-Cola 600 auf dem Charlotte Motor Speedway teilnehmen könne. Wenige Stunden später folgte die Nachricht, dass der Spitzenathlet für immer eingeschlafen ist.

Die Tragödie deutete sich womöglich schon elf Tage zuvor an: Beim Rennen in Watkins Glen funkte Busch erschöpft an seine Crew, dass ihm nach der Zieldurchfahrt ein Arzt eine Spritze geben solle. Damals kämpfte er mit einer schweren Nasennebenhöhlen-Erkältung, die durch die extremen G-Kräfte auf dem Rundkurs verschlimmert wurde. Trotzdem wurde er noch Achter. Am vergangenen Wochenende bestritt er beim NASCAR All-Star-Race sein allerletztes Rennen.

Eine einmalige Karriere: Rekorde für die Ewigkeit

Kyle Busch, der wegen seines aggressiven Fahrstils und seiner legendären Scharmützel abseits der Piste ehrfürchtig „Rowdy“ oder „Wild Thing“ genannt wurde, hinterlässt eine gigantische Lücke. In seiner über zwei Jahrzehnte andauernden Karriere feierte er phänomenale 234 Siege in den drei nationalen NASCAR-Serien. Er holte die Meistertitel 2015 und 2019 für Joe Gibbs Racing und hielt mit 102 Siegen in der Xfinity-Serie sowie 69 Triumphen in der Truck-Serie historische Rekorde.

In der offiziellen Trauerbotschaft von Familie und Verband heißt es: „Als zukünftiges Mitglied der Hall of Fame war Kyle ein seltenes Talent, wie es nur einmal in einer Generation vorkommt. Er war kämpferisch, er war leidenschaftlich, er war unermesslich talentiert und der Sport sowie die Fans lagen ihm zutiefst am Herzen. ... NASCAR hat heute einen Riesen des Sports verloren, viel zu früh. Mit seinem scharfen Witz und seinem Kampfgeist baute er eine tiefe emotionale Verbindung zu Rennsportfans jeden Alters auf und erschuf die stolze und loyale ‚Rowdy Nation‘.“

Besonders tragisch: Nach seinem letzten Sieg in der Truck-Serie in Dover vor einer Woche wurde Busch gefragt, wie viele Rennen er in seiner Karriere noch gewinnen wolle. Seine Antwort liest sich heute wie ein düsteres Omen: „Man nimmt alles mit, was man kriegen kann, Mann. Du weißt nie, wann es das letzte Mal sein wird, also schätze sie alle – glaub mir.“

„Absoluter Schock“: Wegbegleiter und Konkurrenten unter Tränen

Die Nachricht löste im Fahrerlager lähmendes Entsetzen aus. Sein langjähriger Teamkollege Denny Hamlin, mit dem sich Busch noch vor wenigen Wochen ein hitziges rassisches Duell auf der Strecke geliefert hatte, zeigt sich am Boden zerstört: „Ich kann diese Nachricht absolut nicht begreifen. Wir müssen in dieser Zeit einfach an seine Familie denken. Wir lieben dich, KB.“
 

Auch Ex-Champion Brad Keselowski ringt nach Worten: „Absoluter Schock. Sehr schwer zu verarbeiten.“
 

Dale Earnhardt Jr., mit dem Busch in jungen Jahren eine erbitterte Feindschaft pflegte, erinnerte sich an die Versöhnung, die von Busch ausging: „Wir haben uns glücklicherweise die Zeit genommen, unsere Differenzen beizulegen, und das war etwas, das er mit einem Gespräch in seinem Wohnbus darüber anstieß, wie wir jeweils unsere Rennställe führten. ... Mein Herz ist gebrochen für die Familie Busch. Ich werde diesen Verlust niemals begreifen können, aber ich bin dankbar, dass wir einen Weg gefunden hatten, Freunde zu werden.“
 

Kyle Busch hinterlässt seine Eltern, seinen Bruder Kurt (ebenfalls NASCAR-Champion), seine Ehefrau Samantha sowie die beiden kleinen Kinder Brexton und Lennix. Das anstehende Coca-Cola 600 am Sonntag wird wie geplant stattfinden – ganz im Sinne des unermüdlichen Kämpfers „Rowdy“. Im Cockpit seines Startwagens mit der Nummer 8 wird Austin Hill Platz nehmen.

more