Morgenstern nach Hubschrauber-Coup: „Unverständlich“
Zwei Tage nach dem spektakulären Diebstahl eines Hubschraubers am Flugplatz Mauterndorf im Lungau fehlt von der Maschine weiterhin jede Spur. Auch die Täter sind bislang nicht ausgeforscht. Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Polizei weiterhin auf Hochtouren.
Spur führt nach Kroatien
Bei dem gestohlenen Hubschrauber handelt es sich um eine Maschine des Typs Robinson R44 mit dem Kennzeichen OE-XHK. Sie gehört einem Pongauer Gastronomen und wurde von der Firma des früheren Skisprungstars Thomas Morgenstern betrieben.
Zuletzt soll der Helikopter am Montag gegen 4.20 Uhr in Kroatien geortet worden sein. Laut Berichten führte die Spur zur Insel Pag. Eine Polizeisprecherin bestätigte zwar eine Ortung in Kroatien, machte aus ermittlungstaktischen Gründen aber keine näheren Angaben zum genauen Standort.
Suche gestaltet sich schwierig
Die Fahndung nach der Maschine ist kompliziert, weil die Ortungssysteme im Hubschrauber deaktiviert worden sind. Um den weiteren Flugweg nachvollziehen zu können, werden derzeit gesicherte Radardaten untersucht.
Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka erklärte, sämtliche Flugspuren würden detailliert ausgewertet. Die Erkenntnisse würden gemeinsam mit dem Bundesheer und der Polizei zusammengetragen.
Der Hubschrauber hatte den österreichischen Luftraum am Montag kurz nach 2.00 Uhr verlassen. Nach Angaben des Eigentümers Manuel Aster aus Wagrain ist die Maschine nicht nachtflugtauglich.
Täter offenbar mit Flugplatz vertraut
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Täter mit dem Flugplatz in Mauterndorf örtlich vertraut waren. Gesicherte Spuren werden ausgewertet, zudem werden Personen einvernommen, die Zugang zum Flugplatz haben.
Welche Personen hinter dem Diebstahl stecken und welches Motiv sie hatten, ist bislang unklar. Auch die Frage, was mit dem Hubschrauber geschehen soll, ist offen.
Der Neuwert der Maschine wird mit rund 700.000 bis 800.000 Euro angegeben. Ohne entsprechende Papiere dürfte es allerdings schwierig sein, den Hubschrauber legal zu betreiben oder weiterzuverkaufen.
Thomas Morgenstern zeigt sich verwundert
Auch Thomas Morgenstern, der mit der Maschine Rundflüge angeboten hatte, hält einen legalen Weiterverkauf von Teilen in Europa für kaum möglich.
„Die ganzen Teile haben Seriennummern, die haben eine gewisse Ablaufzeit – kalendarisch oder auch nach Stunden“, erklärte er gegenüber Ö3. In Europa sei es daher aus seiner Sicht äußerst schwierig, solche Komponenten legal in anderen Hubschraubern zu verwenden.
Morgenstern zeigte sich außerdem verwundert darüber, dass die Maschine mehrere Ländergrenzen überqueren konnte. „Für mich ist es unverständlich, dass man mitten in der Nacht einen Hubschrauber stehlen kann und vor allem über einige Ländergrenzen fliegen kann, ohne dass man irgendwo gesichtet wird“, sagte er.
Die Ermittlungen nach dem verschwundenen Helikopter und den Tätern dauern an.