Flachau jubelt: Truppe erstmals am Podest
Inhalt
- „Richtig zach vom Kopf her“
- „Den Bär zum Steppen bringen“
- Shiffrin weiter in eigener Liga
- Wichtige Punkte für ÖSV-Läuferinnen
Katharina Truppe hat es geschafft: Die Kärntnerin fuhr beim Weltcup-Nachtslalom in Flachau erstmals in dieser Saison aufs Podest. Vor 12.200 Zuschauern belegte die 29-Jährige Rang drei und sorgte damit für einen emotionalen Höhepunkt beim traditionsreichen Nightrace.
Nach Platz drei im ersten Durchgang behauptete Truppe ihren Stockerlplatz auch im Finale hinter einem US-Duo. Mikaela Shiffrin sicherte sich mit 0,41 Sekunden Vorsprung auf Paula Moltzan ihren bereits sechsten Sieg in Flachau und durfte sich über das Rekordpreisgeld von 70.000 Euro freuen.
„Richtig zach vom Kopf her“
Für Truppe war es ein Rennen der Extreme, vor allem mental. „Es war eine andere Anspannung, da oben unter den letzten drei zu stehen. Dann hörst du die Leute schreien. Es war richtig zach vom Kopf her“, schilderte sie ihre Gefühlslage vor dem zweiten Durchgang.
Die Nervosität war spürbar: „Ich war so nervös am Start, meine Füße haben so gezittert. Dann hat es auch noch so lange gedauert, bis der Startstaberl zugegangen ist.“
Doch Truppe kämpfte sich durch. „Ich habe versucht, den Ski laufen zu lassen“, sagte sie und genau das zahlte sich aus.
„Den Bär zum Steppen bringen“
Schon im Vorfeld hatte Truppe angekündigt, „den Bär zum Steppen“ bringen zu wollen. Auf der später stark nachlassenden Piste nutzte sie ihre frühe Startnummer optimal und setzte im ersten Durchgang eine starke Marke.
„Ich war so im Tunnel, habe die Fans nicht gehört“, erklärte sie rückblickend. Erst im Ziel realisierte die Kärntnerin, dass Rang drei tatsächlich Bestand hatte. „Die zwei Hundertstel Vorsprung waren wirklich Balsam für die Seele“, schnaufte sie erleichtert durch. „Ich bin noch nie vor Heimpublikum am Podest gestanden. Jetzt weiß ich, wovon alle reden – es ist richtig cool.“
Shiffrin weiter in eigener Liga
Mikaela Shiffrin baute mit ihrem 107. Weltcupsieg ihre Führung im Gesamt- und Slalomweltcup weiter aus. Es war bereits ihr 70. Slalomsieg.
„Es ist so ein fordernder Hang mit diesen Wellen“, sagte die US-Amerikanerin im ORF. Besonders freute sie sich über das gemeinsame Podest mit Teamkollegin Moltzan: „Ich träume von deinem ersten Sieg.“
Wichtige Punkte für ÖSV-Läuferinnen
Aus österreichischer Sicht durfte sich auch Katharina Huber freuen. Mit Platz zehn gelang ihr ein wichtiger Schritt Richtung Saisonhöhepunkt. Trainer Klaus Mayrhofer sprach von einer „Punktlandung“.
Weniger glücklich verlief das Rennen für Katharina Gallhuber, die nach einem schweren Patzer vom zehnten Zwischenrang auf Platz 26 zurückfiel. Weitere Weltcuppunkte holten Lisa Hörhager (14.) und Natalie Falch (17.).