Wandern in Oberösterreich: Natur erleben und Heimat entdecken
- Das Innviertel
- Das Traunviertel
- Das Mühlviertel
- Das Hausruckviertel
- Die richtige Ausrüstung
- Lieber einmal zu früh umdrehen
Natur erleben, Landschaft genießen und dabei aktiv unterwegs sein: Wer wandert, vereint vieles, was unserem Körper und unserer Seele guttut. Daher ist es kein Wunder, dass viele Oberösterreich auf diese Weise erkunden: Rund zwei Drittel der Gäste geben in der jährlichen Befragung Tourismus Monitor Austria (T-MONA) an, während ihres Sommerurlaubs zumindest einmal die Wanderschuhe zu schnüren. 40 Prozent machen sogar einen reinen Wanderurlaub. Doch welche Wanderrouten warten auf die Oberösterreicher:innen selbst? Ein kleiner Rundgang durch die vier Viertel soll Lust machen, Oberösterreich auf eine sanfte Art zu entdecken.
Das Innviertel
Wer beim Wandern nicht unbedingt Gipfelrekorde und steile Anstiege sucht, findet im Innviertel ein überraschend vielseitiges Revier. Sanfte Hügel, weite Wiesen, stille Wälder und Wege entlang von Inn und Salzach prägen die Landschaft. Zahlreiche Strecken laden dazu ein, die Region zu Fuß zu entdecken – vom gemütlichen Spaziergang bis zur ausgedehnten Tagestour. Besonders groß ist die Auswahl im Kobernaußerwald. Das weitläufige Waldgebiet bietet zahlreiche Routen, auf denen Ruhe und Natur im Mittelpunkt stehen. Ein unkomplizierter Einstieg ist die Tour zur Kobernaußerwald-Riesentanne: 4,5 Kilometer, rund eineinhalb Stunden Gehzeit und lediglich 80 Höhenmeter machen sie auch für einen spontanen Ausflug attraktiv. Wer länger unterwegs sein möchte, wählt die rund 10,2 Kilometer lange Rundtour vom Waldsee Mittererb durch das Mehrental zum Windpark Munderfing. Etwa drei Stunden sollte man dafür einplanen. Abwechslung bieten die Wege am Wasser. Entlang des Inns führen Touren durch die Landschaft rund um Braunau und Schärding, im Westen lockt die Salzach. Auch rund um den Holzöster See und den Ibmer See lässt sich das Innviertel wunderbar zu Fuß erkunden.
Das Traunviertel
Wie abwechslungsreich Oberösterreich sein kann, zeigt das Traunviertel: Zwischen weiten Feldern, sanften Hügeln, Flusslandschaften und den ersten höheren Bergen finden sich Touren für gemütliche Spaziergänge ebenso wie für ambitionierte Wanderungen. Ausblicke auf den Traunstein, das Tote Gebirge und das Höllengebirge gehören dabei ebenso zur Kulisse wie historische Orte und mächtige Vierkanthöfe. Für eine entspannte Tour bietet sich etwa der Eggendorfer Mühlenweg an. Der rund acht Kilometer lange Rundweg startet bei der Pfarrkirche im Ortszentrum von Eggendorf im Traunkreis und führt unter anderem an Schloss Eggendorf, dem Wasserschloss Hueb und an Schloss Weitersdorf vorbei. Rund zwei Stunden sollte man für die Wanderung einplanen. Ebenfalls gemütlich ist die etwa 7,6 Kilometer lange Runde durch die sanften Hügel bei Hargelsberg, die in rund zwei Stunden zu bewältigen ist. Wer länger unterwegs sein möchte, kann das Kremstal bei Neuhofen an der Krems erkunden. Die etwa 14,5 Kilometer lange Runde folgt zunächst der Krems und führt anschließend vorbei an Schloss Weißenberg durch Wälder und Felder. Unterwegs öffnen sich immer wieder Fernblicke auf die oberösterreichische Bergwelt. Rund dreieinhalb Stunden Gehzeit sind dafür angegeben.
Das Mühlviertel
Sanfte Hügel, dichte Wälder, kleine Flusstäler und immer wieder schöne Fernblicke: Das Mühlviertel ist wie gemacht, um es zu Fuß zu entdecken. Die typische Granitlandschaft verleiht der Region ihren besonderen Charakter. Ein Tipp ist etwa der Haslacher Rundumweg, der direkt am Marktplatz von Haslach an der Mühl startet. Auf 5,1 Kilometern umrundet man den Ort und kommt unter anderem am Erholungsgebiet Welset Pühret vorbei. Die leichte Runde dauert rund 80 Minuten und ist sogar mit dem Kinderwagen befahrbar. Etwas länger und typisch für das Mühlviertel ist der Obergrabenweg in Kaltenberg. Der 7,5 Kilometer lange Rundweg führt in rund zweieinhalb Stunden durch Wiesen und Wälder, vorbei an markanten Granitformationen und hinauf zum Rifflberg. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über die Mühlviertler Hügellandschaft. Auch Weitwandernde kommen auf ihre Kosten. Zu den bekanntesten Routen zählen der Johannesweg, der Weg der Entschleunigung, der Stoakraftweg und das Granitpilgern. Der Johannesweg etwa startet in Pierbach und führt auf rund 84 Kilometern durch die Mühlviertler Alm – ideal für alle, die mehrere Tage unterwegs sein möchten.
Das Hausruckviertel
Dichte Wälder, versteckte Teiche und Höhenzüge mit weitem Blick über das Land: Im Hausruckviertel zeigt sich Oberösterreich von seiner grünen Seite. Eine kurze Tour führt zu den Sallachteichen bei Fornach. Die leichte, fünf Kilometer lange Wanderung dauert etwa eineinhalb Stunden und überwindet rund 100 Höhenmeter. Ziel sind mehrere versteckt im Wald gelegene Teiche nördlich von Fornach – ideal für alle, die Natur und Ruhe suchen. Noch kürzer ist der Spöcker Waldrundweg bei Neukirchen an der Vöckla. Die rund 2,7 Kilometer lange Strecke beginnt beim „Wirt in der Spöck“ und verläuft beinahe vollständig durch den schattigen Litzinger Forst. Mit rund 50 Höhenmetern und einer Gehzeit von etwa 45 Minuten eignet sich die Runde auch für einen spontanen Ausflug. Deutlich mehr Kondition verlangt der Endurance Trail bei Wolfsegg am Hausruck. Die anspruchsvolle Rundwanderung ist 11,2 Kilometer lang und führt in rund drei Stunden und 20 Minuten durch den Hausruckwald. Knapp 300 Höhenmeter sind dabei zu bewältigen. Ausgangspunkt ist der Marktplatz in Wolfsegg am Hausruck.
Die richtige Ausrüstung
Auch auf kürzeren Wanderungen sind ausreichend Wasser und etwas Proviant sinnvoll. Bei längeren oder abgelegenen Touren gehören Regen-, Kälte- und Sonnenschutz sowie ein kleines Erste-Hilfe-Set in den Rucksack. Denn selbst wenn beim Start die Sonne scheint, kann sich das Wetter unterwegs ändern. Eine leichte Jacke und trockene Kleidung zum Wechseln können daher ebenfalls sinnvoll sein und nehmen im Rucksack meist nur wenig Platz ein. Vor allem bei längeren Touren lohnt sich deshalb vorab ein Blick auf die Wetterprognose. Auch Strecke, Höhenmeter und angegebene Gehzeit sollte man kennen und realistisch einschätzen, ob die gewählte Wanderung zur eigenen Kondition passt. Ein aufgeladenes Handy sollte ebenfalls nicht fehlen. Für die Orientierung empfiehlt der Österreichische Alpenverein je nach Tour eine Karte, GPS oder eine entsprechende App. Dennoch sollte man sich nicht ausschließlich auf das Smartphone verlassen. Das Hütten-Team, Tourismusinformationen oder andere Ortskundige können zusätzlich wertvolle Hinweise zum aktuellen Zustand der Wanderwege oder zu möglichen Gefahrenstellen geben. Wichtig sind außerdem gut passende Wanderschuhe mit rutschfester Profilsohle. Besonders nach Regen können Waldwege, Wurzeln oder Steine schnell rutschig werden.
Lieber einmal zu früh umdrehen
Unterwegs gilt: Das eigene Tempo wählen, regelmäßig trinken und Pausen einlegen. Müdigkeit und zu hohes Tempo beeinträchtigen die Trittsicherheit – besonders beim Abstieg. Wer merkt, dass Kondition, Zeit oder Wetter nicht mehr mitspielen, sollte umkehren. Außerdem gilt es, auf markierten Wegen zu bleiben und Natur und Tierwelt zu respektieren. Für den Ernstfall sollte man die wichtigsten Nummern kennen: In Österreich erreicht man die Bergrettung unter 140, der europäische Notruf ist 112. Bei längeren Touren sollte man einer Vertrauensperson Route und Rückkehrzeit nennen.