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Wandern in Oberösterreich: Natur, Wälder, Seen und Wanderwege entdecken
Wanderwege durch die vier Viertel Oberösterreichs laden dazu ein, Natur und besondere Lieblingsplatzerl zu entdecken.
Wanderwege durch die vier Viertel Oberösterreichs laden dazu ein, Natur und besondere Lieblingsplatzerl zu entdecken.
Ignacy Sedlak / Shutterstock

Wandern in Oberösterreich: Natur erleben und Heimat entdecken

11.09.2026 um 07:00, Andreas Hamedinger
min read
Oberösterreich erwandern und erschmecken: Abwechslungsreiche Wanderwege durch Wälder, vorbei an Seen und Flüssen sowie Lieblingsplatzerl in allen vier Vierteln.

Natur erleben, Landschaft genießen und dabei aktiv unterwegs sein: Wer wandert, vereint vieles, was unserem Körper und unserer Seele guttut. Daher ist es kein Wunder, dass viele Oberösterreich auf diese Weise erkunden: Rund zwei Drittel der Gäste geben in der jährlichen Befragung Tourismus Monitor Austria (T-MONA) an, während ihres Sommerurlaubs zumindest einmal die Wanderschuhe zu schnüren. 40 Prozent machen sogar einen reinen Wanderurlaub. Doch welche Wanderrouten warten auf die Oberösterreicher:innen selbst? Ein kleiner Rundgang durch die vier Viertel soll Lust machen, Oberösterreich auf eine sanfte Art zu entdecken.

OberGut Landküche in Braunau mit Innviertler Spezialitäten und regionalen Produkten
Das OberGut in Braunau verbindet Hofschänke, Hofladen und Landwirtschaft mit regionaler Innviertler Küche, zum Beispiel Schweinebraten in Mostsauce.

Das Innviertel

Wer beim Wandern nicht unbedingt Gipfelrekorde und steile Anstiege sucht, findet im Innviertel ein überraschend vielseitiges Revier. Sanfte Hügel, weite Wiesen, stille Wälder und Wege entlang von Inn und Salzach prägen die Landschaft. Zahlreiche Strecken laden dazu ein, die Region zu Fuß zu entdecken – vom gemütlichen Spaziergang bis zur ausgedehnten Tagestour. Besonders groß ist die Auswahl im Kobernaußerwald. Das weitläufige Waldgebiet bietet zahlreiche Routen, auf denen Ruhe und Natur im Mittelpunkt stehen. Ein unkomplizierter Einstieg ist die Tour zur Kobernaußerwald-Riesentanne: 4,5 Kilometer, rund eineinhalb Stunden Gehzeit und lediglich 80 Höhenmeter machen sie auch für einen spontanen Ausflug attraktiv. Wer länger unterwegs sein möchte, wählt die rund 10,2 Kilometer lange Rundtour vom Waldsee Mittererb durch das Mehrental zum Windpark Munderfing. Etwa drei Stunden sollte man dafür einplanen. Abwechslung bieten die Wege am Wasser. Entlang des Inns führen Touren durch die Landschaft rund um Braunau und Schärding, im Westen lockt die Salzach. Auch rund um den Holzöster See und den Ibmer See lässt sich das Innviertel wunderbar zu Fuß erkunden.

Mostschänke Sacher in Kronstorf mit hausgemachten Spezialitäten und regionalen Getränken
Die Mostschänke Sacher in Kronstorf verbindet bäuerliche Tradition mit oberösterreichischer Gemütlichkeit und hausgemachten Spezialitäten wie Brettljause und Schnäpse.

Das Traunviertel

Wie abwechslungsreich Oberösterreich sein kann, zeigt das Traunviertel: Zwischen weiten Feldern, sanften Hügeln, Flusslandschaften und den ersten höheren Bergen finden sich Touren für gemütliche Spaziergänge ebenso wie für ambitionierte Wanderungen. Ausblicke auf den Traunstein, das Tote Gebirge und das Höllengebirge gehören dabei ebenso zur Kulisse wie historische Orte und mächtige Vierkanthöfe. Für eine entspannte Tour bietet sich etwa der Eggendorfer Mühlenweg an. Der rund acht Kilometer lange Rundweg startet bei der Pfarrkirche im Ortszentrum von Eggendorf im Traunkreis und führt unter anderem an Schloss Eggendorf, dem Wasserschloss Hueb und an Schloss Weitersdorf vorbei. Rund zwei Stunden sollte man für die Wanderung einplanen. Ebenfalls gemütlich ist die etwa 7,6 Kilometer lange Runde durch die sanften Hügel bei Hargelsberg, die in rund zwei Stunden zu bewältigen ist. Wer länger unterwegs sein möchte, kann das Kremstal bei Neuhofen an der Krems erkunden. Die etwa 14,5 Kilometer lange Runde folgt zunächst der Krems und führt anschließend vorbei an Schloss Weißenberg durch Wälder und Felder. Unterwegs öffnen sich immer wieder Fernblicke auf die oberösterreichische Bergwelt. Rund dreieinhalb Stunden Gehzeit sind dafür angegeben.

Mostbauer Hametner mit Most, Saft, Schnaps und regionalen Spezialitäten aus Oberösterreich
Beim Mostbauer Hametner verbindet Andreas Rammer regionale Mostkultur mit Spezialitäten vom hofeigenen Strohschwein und klassischer Brettljause.

Das Mühlviertel

Sanfte Hügel, dichte Wälder, kleine Flusstäler und immer wieder schöne Fernblicke: Das Mühlviertel ist wie gemacht, um es zu Fuß zu entdecken. Die typische Granitlandschaft verleiht der Region ihren besonderen Charakter. Ein Tipp ist etwa der Haslacher Rundumweg, der direkt am Marktplatz von Haslach an der Mühl startet. Auf 5,1 Kilometern umrundet man den Ort und kommt unter anderem am Erholungsgebiet Welset Pühret vorbei. Die leichte Runde dauert rund 80 Minuten und ist sogar mit dem Kinderwagen befahrbar. Etwas länger und typisch für das Mühlviertel ist der Obergrabenweg in Kaltenberg. Der 7,5 Kilometer lange Rundweg führt in rund zweieinhalb Stunden durch Wiesen und Wälder, vorbei an markanten Granitformationen und hinauf zum Rifflberg. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über die Mühlviertler Hügellandschaft. Auch Weitwandernde kommen auf ihre Kosten. Zu den bekanntesten Routen zählen der Johannesweg, der Weg der Entschleunigung, der Stoakraftweg und das Granitpilgern. Der Johannesweg etwa startet in Pierbach und führt auf rund 84 Kilometern durch die Mühlviertler Alm – ideal für alle, die mehrere Tage unterwegs sein möchten.

Mostschänke Rohrhuber mit regionalen Mosten und hausgemachten Hofschmankerln
Die Mostschänke Rohrhuber steht für regionale Mostkultur, ausgezeichnete Qualitätsmoste und hausgemachte Klassiker wie Haussulz und Erdäpfelkäs direkt vom Hof.

Das Hausruckviertel

Dichte Wälder, versteckte Teiche und Höhenzüge mit weitem Blick über das Land: Im Hausruckviertel zeigt sich Oberösterreich von seiner grünen Seite. Eine kurze Tour führt zu den Sallachteichen bei Fornach. Die leichte, fünf Kilometer lange Wanderung dauert etwa eineinhalb Stunden und überwindet rund 100 Höhenmeter. Ziel sind mehrere versteckt im Wald gelegene Teiche nördlich von Fornach – ideal für alle, die Natur und Ruhe suchen. Noch kürzer ist der Spöcker Waldrundweg bei Neukirchen an der Vöckla. Die rund 2,7 Kilometer lange Strecke beginnt beim „Wirt in der Spöck“ und verläuft beinahe vollständig durch den schattigen Litzinger Forst. Mit rund 50 Höhenmetern und einer Gehzeit von etwa 45 Minuten eignet sich die Runde auch für einen spontanen Ausflug. Deutlich mehr Kondition verlangt der Endurance Trail bei Wolfsegg am Hausruck. Die anspruchsvolle Rundwanderung ist 11,2 Kilometer lang und führt in rund drei Stunden und 20 Minuten durch den Hausruckwald. Knapp 300 Höhenmeter sind dabei zu bewältigen. Ausgangspunkt ist der Marktplatz in Wolfsegg am Hausruck.

Brettljause mit regionalen Spezialitäten in Oberösterreich
Herzhafte Brettljause mit regionalen Schmankerln – echt, bodenständig und typisch Oberösterreich.

Die richtige Ausrüstung

Auch auf kürzeren Wanderungen sind ausreichend Wasser und etwas Proviant sinnvoll. Bei längeren oder abgelegenen Touren gehören Regen-, Kälte- und Sonnenschutz sowie ein kleines Erste-Hilfe-Set in den Rucksack. Denn selbst wenn beim Start die Sonne scheint, kann sich das Wetter unterwegs ändern. Eine leichte Jacke und trockene Kleidung zum Wechseln können daher ebenfalls sinnvoll sein und nehmen im Rucksack meist nur wenig Platz ein. Vor allem bei längeren Touren lohnt sich deshalb vorab ein Blick auf die Wetterprognose. Auch Strecke, Höhenmeter und angegebene Gehzeit sollte man kennen und realistisch einschätzen, ob die gewählte Wanderung zur eigenen Kondition passt. Ein aufgeladenes Handy sollte ebenfalls nicht fehlen. Für die Orientierung empfiehlt der Österreichische Alpenverein je nach Tour eine Karte, GPS oder eine entsprechende App. Dennoch sollte man sich nicht ausschließlich auf das Smartphone verlassen. Das Hütten-Team, Tourismusinformationen oder andere Ortskundige können zusätzlich wertvolle Hinweise zum aktuellen Zustand der Wanderwege oder zu möglichen Gefahrenstellen geben. Wichtig sind außerdem gut passende Wanderschuhe mit rutschfester Profilsohle. Besonders nach Regen können Waldwege, Wurzeln oder Steine schnell rutschig werden.

Lieber einmal zu früh umdrehen

Unterwegs gilt: Das eigene Tempo wählen, regelmäßig trinken und Pausen einlegen. Müdigkeit und zu hohes Tempo beeinträchtigen die Trittsicherheit – besonders beim Abstieg. Wer merkt, dass Kondition, Zeit oder Wetter nicht mehr mitspielen, sollte umkehren. Außerdem gilt es, auf markierten Wegen zu bleiben und Natur und Tierwelt zu respektieren. Für den Ernstfall sollte man die wichtigsten Nummern kennen: In Österreich erreicht man die Bergrettung unter 140, der europäische Notruf ist 112. Bei längeren Touren sollte man einer Vertrauensperson Route und Rückkehrzeit nennen.

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