Volksschule ohne Lehrer: Dorf bangt um Schulstart
Inhalt
- Schulleiterin verlässt die Schule
- Keine Bewerbungen eingelangt
- Eltern sorgen sich um den Schulstart
- Gemeinde und Bildungsdirektion im Austausch
- Krisentreffen in Linz geplant
In der oberösterreichischen Gemeinde St. Nikola an der Donau sorgt die Situation an der Volksschule für große Verunsicherung. Nach aktuellem Stand gibt es zum Schulbeginn im September 2026 weder eine Direktorin beziehungsweise einen Direktor noch ausreichend Lehrkräfte für den Unterricht.
Besorgte Eltern haben deshalb einen Brief an Bildungsdirektor Alfred Klampfer und Bildungslandeshauptmann-Stellvertreterin Christina Haberlander geschrieben.
Schulleiterin verlässt die Schule
Wie die Bildungsdirektion bestätigt, beantragte die bisherige Schulleiterin bereits Anfang April die einvernehmliche Auflösung ihres Dienstverhältnisses mit Ende August 2026. Zusätzlich beantragten zwei weitere Lehrpersonen ihre Versetzung an andere Schulstandorte.
Über die personellen Veränderungen wurde Bürgermeister Engelbert Freudenschuß bereits am 8. Mai in einem persönlichen Gespräch informiert. Gemeinsam wurde beschlossen, die offenen Stellen umgehend auszuschreiben.
Keine Bewerbungen eingelangt
Die ausgeschriebenen Stellen konnten bisher nicht besetzt werden. Laut Bildungsdirektion gingen bislang keine geeigneten Bewerbungen ein. Bildungsdirektor Alfred Klampfer betont dennoch, dass intensiv an einer Lösung gearbeitet werde.
„Die Bildungsdirektion arbeitet weiterhin mit Nachdruck an der Besetzung der Leitungsfunktion sowie der offenen Lehrerstellen“, wird Klampfer zitiert.
Eltern sorgen sich um den Schulstart
In St. Nikola wächst unterdessen die Sorge. Eltern und Gemeindevertreter fragen sich bereits, wie der Schulbetrieb im Herbst funktionieren soll, wenn bis dahin keine Lehrkräfte gefunden werden. Die Bildungsdirektion verweist auf ihre gesetzliche Verantwortung und versichert, dass alle notwendigen Maßnahmen getroffen würden.
„Ziel ist es, auch für das kommende Schuljahr eine ordnungsgemäße Versorgung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten“, heißt es.
Gemeinde und Bildungsdirektion im Austausch
Die Verantwortlichen betonen, dass sie sich laufend abstimmen. Man stehe in engem Kontakt mit der Gemeinde und arbeite an verschiedenen Lösungen, um den Unterricht sicherzustellen. Konkrete Angaben zu laufenden Bewerbungsverfahren seien aus Datenschutzgründen derzeit nicht möglich.
Ein möglicher Hoffnungsschimmer zeichnet sich jedoch bereits ab. Wie aus dem Umfeld der Gespräche bekannt wurde, könnte eine Quereinsteigerin, die derzeit bereits mit wenigen Stunden an der Volksschule St. Nikola tätig ist, ihre Unterrichtsverpflichtung ausweiten. Demnach soll sie sich auch vorstellen können, die Leitung der Schule zu übernehmen.
Krisentreffen in Linz geplant
Klarheit könnte schon bald ein Treffen bringen. Am 24. Juni kommen Elternvertreter, Bürgermeister Engelbert Freudenschuß sowie Vertreter der Bildungsdirektion rund um Alfred Klampfer in Linz zusammen. Dort soll über die Zukunft der Volksschule und mögliche Lösungen beraten werden.